31/03/2024

Valparaíso und Viña del Mar

 

Tja, was soll ich sagen. Valparaíso ist nicht mein Ding. Noch weniger als Santiago. Die Wohnsituation? Naja, mehr Privatsphäre als in dem Airbnb in Santiago. Habe die Woche ja nun in einem Hostel verbracht. Mein Zimmer ist auf zwei Etagen. Nur oben gibt es ein kleines Fenster. Der Schreibtisch steht unten und dort brauchte ich immer Licht. Positiv war das Frühstück, das ja im Preis inbegriffen war. Das war gut und reichhaltig. Ok, mal abgesehen vom Brot, auf das ich ab Tag 2 dankend verzichtet habe. Brot können die Latinos einfach nicht, nirgends. Fühlt sich an wie Pappe und schmeckt auch so. Aber ich bekam jeden Morgen Rührei und konnte mit Müsli, Obst und Cornflakes kombinieren. Dazu Kaffee und Saft. Ab Mittag war der Futterplatz dann ein normales Restaurant und die Hostelgäste bekommen 15% Rabatt. Da hat mich ein Essen inklusive Getränk 11 Euro gekostet. Sonst habe ich nichts ausgegeben, war also völlig okay. 

Da das Wetter mies war und mir die Stadt nicht gefiel, habe ich viel gearbeitet und wenig Geld ausgegeben. Das ist ja auch nicht schlecht. Es war tatsächlich gut 10°C kälter als in Santiago und außerdem haben die den gleichen fiesen Nebel und grauen Himmel wie Lima im Winter. Oder vielleicht habe ich einfach eine schlechte Woche erwischt, kann auch sein. Ich habe jedenfalls die ganze Zeit eine Jacke angehabt und auch einmal den Pullover, den ich fast in Lima gelassen hätte. Zum Glück gab es nebenan eine Wäscherei, die mir innerhalb eines Tages meine Klamotten gewaschen haben. Hat zwar etwa 7 Euro gekostet, aber war ja nur einmal. 

Wenn man Street Art und Graffiti mag, findet man Valparaíso sicherlich toll. Ich habe die Stadt als ziemlich heruntergekommen empfunden. Natürlich bin ich nicht jeden Hügel hochgestiegen. Das ist ziemlich steil und nicht so wirklich lustig. Im unteren, flachen Stadtteil konnte man leider auch nicht gut laufen, weil überall Straßenverkäufer sind. Ich glaube, ich habe es schon bei Santiago geschrieben und kann es hier nur wiederholen: Chile wirkt ärmer als Argentinien, obwohl es das nicht ist. 

Nun denn, morgen geht es zurück nach Santiago, dort noch einmal übernachten und dann mit dem Bus über die Anden nach Mendoza. 






Hier sind noch ein paar Fotos von Viña del Mar, die Nachbarstadt von Valparaíso. Eigentlich gehen die Städte ineinander über. Viña ist hübscher, ist der wohl bekannteste Badeort von Chile. Aber diese Unmengen von Straßenverkäufern gibt es dort auch. Und in den Zügen wollen mehr Leute etwas verkaufen als in Argentinien. Ich bleibe dabei: Etwas stimmt nicht mit diesem Land. Das ist mehr Schein als Sein. 






23/03/2024

Santiago de Chile

 

Kathedrale

Obwohl Peru an Chile grenzt, gibt es zwischen beiden Ländern einen Zeitunterschied von zwei Stunden. Der Flug dauerte drei Stunden und da ich mir einen Platz in Reihe 4 gekauft hatte, kam ich schnell aus dem Flieger und entsprechend auch schnell durch Migraciones. In Lima hatten sie mich tatsächlich vor dem Boarding nach meinem Weiterflugticket gefragt. Zum ersten Mal mal wieder nach langer Zeit. Aber ich bin ja immer darauf vorbereitet. Meist mit Hilfe von einer stornierbaren Reservierung, aber diesmal hatte ich schon in Lima das Busticket nach Mendoza gekauft. 

Tja, um es kurz zu machen, ich bin mit Santiago nicht so wirklich warm geworden. Die Stadt ist modern, fühlt sich sicher an, es gibt eine U-Bahn und Busse, die ähnlich wie in Buenos Aires mit der gleichen Karte funktionieren, Parks, ein angenehmes Klima, eine schöne Lage direkt an den Anden, Fußgängerzone mit vielen Geschäften und Futterplätzen. Trotz alldem ist es nicht mein Ding. Warum genau das so ist, kann ich nicht sagen. Überrascht haben mich die vielen ambulanten Händler in der Innenstadt. Irgendwie hatte ich das in Chile nicht erwartet. Auch Obdachlose gab es mehr als genug. 

Meine Wohnsituation war nicht ideal und daran bin ich selbst schuld. Da Chile relativ teuer ist, habe ich nur ein Zimmer gemietet. Die Chilenin, in deren Wohnung ich bin, macht Home Office, d.h. sie war den ganzen Tag zu Hause und arbeitete in der Wohnküche. Die zentrale Lage der Wohnung war natürlich ideal. Ich konnte fast überall gut zu Fuß hinlaufen. Letztlich war Santiago gar nicht so arg teuer, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. 

Nun kommt eine Woche Valparaíso in einem Hotel und danach habe ich in Mendoza und Buenos Aires wieder Wohnungen. Außerdem habe ich heute einen Flug von Buenos Aires nach São Paulo gekauft. 

Plaza de Armas

Plaza de Armas

Regierungspalast La Moneda

Chilenische Flagge

Ají de gallina - Mein peruanisches Lieblingsgericht kostet hier fast doppelt soviel wie in Peru. Aber es war lecker und ich esse ja nicht jeden Tag im Restaurant. Frühstück lag immer nur bei 6-7 Euro. 

Museo de Bellas Artes

Parque Quinta Normal


Ganz in der Nähe vom Stadtzentrum ist ein Hügel, der Cerro Santa Lucia, aus dem sie einen Park gemacht haben, wo man sich vom Lärm der Umgebung erholen kann und eine schöne Aussicht auf Santiago hat: 








Hier sind jetzt noch einmal zwei Bilder von alten Gebäuden in der Nähe meines Airbnbs und ein Blick in die Fußgängerzone von Santiago: 




Heute ging es auf den Cerro San Cristóbal, der Hausberg Santiagos, der ein riesiger Park ist. Dort gibt es auch den Zoo und zwei Schwimmbäder, aber die habe ich mir erspart. Ich bin nur mit den Seilbahn bis ganz nach oben gefahren und ein bisschen herumgelaufen. Ist ein ziemlich religiöser Berggipfel mit einer Madonnen-Statue (oder sowas Ähnliches) und vielen Kreuzen. Man wird auch mit religiöser Musik beschallt. Weiter unten gab es noch einen hübschen japanischen Garten. 

Papst Johannes Paul II

Die Madonna oder Heilige

Skyline von Santiago mit Seilbahn

Japanischer Garten

14/03/2024

Mal wieder Abschied aus Lima

 

Letzte Woche war es dann mal wieder soweit, dass Sergio und ich unseren üblichen Streit hatten. Sas Thema war nicht neu: Fehlende Kommunikation seinerseits. Mich und übrigens auch Jessica nervt es, dass er seine Reisepläne nicht oder extrem spät kommuniziert und auch im Alltag einfach nichts sagt. Wir hören oft von irgendwelchen Sachen, während er telefoniert. Oder Jessica sitzt hier und will eigentlich nach Hause, hat aber keine Ahnung, ob er nun noch einmal ins Büro kommt oder nicht. Von ihm kommt dann die reizende Antwort, dass er alles sagt, was wichtig ist und alles andere privat ist. Früher waren unsere Streitereien dramatischer. Heute knallt es einmal kurz und am nächsten Tag tun wir beide so, als wäre nichts passiert. Der Mann wird sich nicht ändern. Man muss ihn nehmen, wie er ist.

Also werden wir uns morgen freundlich voneinander verabschieden und dann geht es ab nach Chile. So richtig sesshaft werde ich in Buenos Aires wohl doch nicht, zumindest noch nicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, es ist ganz schwierig, dieses Nomadische wieder abzulegen. Nach Lima werde ich dieses Jahr jedenfalls kein zweites Mal fahren. Vielleicht nächstes Jahr. Vielleicht auch nicht. 


Barranco hat jetzt eine Mafalda, sehr bekannte argentinische Comic-Figur



29/02/2024

Sommer in Barranco

 

Mal wieder ein paar Wochen mit meinem verrückten Argentinier 😀. Und Jessica natürlich. Bin wieder im Büro einquartiert, wie in den guten alten Pandemie-Zeiten 😂. Der Flug von Buenos Aires war genauso abartig, wie ich es mir gedacht hatte. Um 1 Uhr morgens sind wir zum Flughafen gefahren und um kurz vor fünf ging es dann los. Allerdings hatte ich Riesenglück. Eigentlich war der Platz neben mir als besetzt angezeigt worden. Also, Sergio hatte seinen Sitzplatz schon im Ticketpreis und ich hatte für mich den Platz in der Mitte gebucht. Und der Fensterplatz blieb doch frei. Hurrah!! Im Flugzeug bin ich ja immer happy, dass ich klein bin. So hatte ich zwei Plätze, auf denen ich mich mehr oder weniger hinlegen konnte. Natürlich schlafe ich nicht, aber es ist einfach angenehmer. Wir sind überpünktlich gelandet und ganz schnell durch Migraciones gekommen, sodass ich um 9 Uhr in meinem Bett lag. Mittags war ich wieder halbwegs munter. 

Naja, und hier ist es jetzt im Sommer wirklich nett. Viel Sonne, warm, leckeres Essen und jedesmal entdecke ich ein neues Café, wenn ich wieder in Barranco bin. Und im Larcomar-Shoppingcenter gibt es jetzt H&M 😀. Das ist praktisch, um Unterwäsche zu kaufen, die nicht nach zweimal Waschmaschine kaputt ist. 

Tja, und und das nächste Ziel ist nun Santiago de Chile 😀. Chile fehlt mir noch. Naja, und Venezuela, aber da ist die Situation immer noch nicht so super. 

So bin ich also noch zwei Wochen hier in Lima, quatsche viel mit Sergio und Jessica und futtere leckeres peruanisches Essen. 

Nette Dekoration zum Chinesischen Neujahrsfest

Hotel und Restaurant B - sehr teuer, war nie drin, obwohl es gleich um die Ecke liegt

Am Ende der Straße ist der Pazifik

Cappuccino darf nicht fehlen

Sonnenuntergang am Malecón


15/02/2024

Goodbye, Buenos Aires

 

Die letzten Wochen sind WIRKLICH schnell herumgegangen. Villa Crespo hat sich als relativ unspektakulärer Stadtteil herausgestellt. Also nicht schlecht, aber halt nicht irgendwie besonders toll. Ähnlich mit meinem Airbnb. Mehr Platz als in Núñez, aber auch ein paar Probleme. Zum Beispiel gab es ab Tag 3 kein warmes Wasser mehr (war nicht so dramatisch, weil es ja Sommer ist) und seit einer Woche fällt ständig der Strom aus. Welch ein Glück, dass ich nicht mehr so viele Unterrichtsstunden mache und welch ein Glück, dass es ein nettes Café mit vielen Steckdosen um die Ecke gab. 

Sergio kam Mitte Januar und war die ersten paar Tage noch alleine. Da haben wir uns zweimal getroffen, einmal zusammen mit seinem Bruder in La Plata und einmal in Buenos Aires. Morgen haben wir dann diesen abartigen Flug nach Lima um 5 Uhr morgens. 

Ich weiß noch gar nicht, wie lange ich in Lima bleibe. Mein Paraguay-Wohnsitz ist durch und ich muss innerhalb der nächsten 12 Monate einmal einreisen. Das könnte ich direkt nach Lima machen, aber natürlich auch später. 

Abgesehen von dem Ausflug nach Puerto Madryn habe ich in den letzten Wochen wirklich nicht viel gemacht. Es war einfach entspannt. Ah, ich habe an einem russisch-argentinischen Meetup teilgenommen. Es gibt hier eine Russin, die eine Online-Sprachschule in Argentinien gegründet hat und Gruppenunterricht organisiert. Ich bin in einer Gruppe mit zwei Argentiniern, einer wohnt hier in Buenos Aires und die andere in der Provinz Formosa. 

La Plata

La Plata

Interessantes Futter - War lecker und ein bisschen teuer 

Grab von Argentiniens berühmtestem Tangosänger und -komponisten Carlos Gardel. Auch die Gräber bzw. Mausoleen sind hier irgendwie etwas größer als anderswo

Russisch-Argentinisches Meetup

04/02/2024

Pinguine und andere Viecher in Patagonien

 

Zur Abwechslung wollte ich meinen Geburtstag mal nicht komplett ignorieren, sondern zumindest ein paar Tage Urlaub machen. Also raus aus Buenos Aires und nicht arbeiten. 

Eigentlich steht El Calafate mit dem Perito-Moreno-Gletscher ganz oben auf meiner Wunschliste für Ziele in Argentinien, aber die Flüge waren fies teuer. Es sollte ein bisschen Natur sein, also fielen die städtischen Ziele flach und so bin ich schließlich bei Puerto Madryn gelandet. Das liegt in auch in Patagonien, aber auf der Atlantik-Seite. Knapp zwei Stunden Flug von Buenos Aires. Eigentlich wollte ich nur drei Nächte bleiben, aber die Fluggesellschaft (FlyBondi) hat mir meinen Rückflug von Samstag auf Sonntag verschoben. Im Nachhinein war das mein Glück, denn am Freitag machten zwei riesige Kreuzfahrtschiffe in Puerto Madryn Station und die Tour Guides hier erzählten, dass dann die Ausflugsziele immer total überfüllt sind. Also bin ich am Freitag in Puerto Madryn geblieben. Das war auch deshalb ganz gut, weil mich so eine 10-Stunden-Tour ganz schön stresst. Also, nicht direkt stresst, aber mein introvertiertes Ich hat eigentlich spätestens nach vier Stunden die Schnauze voll von Mitmenschen. Aber ab und zu muss ich da durch und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. 

Anflug auf Puerto Madryn

Plaza Puerto Madryn

Strandpromenade Puerto Madryn mit Kreuzfahrtschiff im Hintergrund

Am Donnerstag habe ich die Tour zur Halbinsel Valdés gemacht. Zusammen mit einem älteren französischen Ehepaar, das extrem unfreundlich war. Aber der Tour Guide war nett, von daher kein Problem. Auf der Halbinsel Valdés gibt es ein Dorf, Puerto Piramides, wo man auch übernachten kann und von wo aus die Boote zur Walbeobachtung abfahren. Die Walsaison endet allerdings im Dezember. Nur die Orcas sind das ganze Jahr über irgendwo in der Nähe, aber man muss Glück haben, um sie zu Gesicht zu bekommen. Dieses Glück hatte ich leider nicht. Dafür gab es jede Menge Seelöwen mit ihren Jungen, noch einige Seeelefanten und eine kleine Pinguin-Kolonie. Außerdem haben wir Guanacos, Füchse, Nandus und Gürteltiere gesehen. 

Guanacos

Der Vogel da oben ist ein Geier. Typische Vegetation, Halbwüste

Puerto Piramides

Puerto Piramides

Alles Fossilien. Darf man nicht klauen bzw zumindest nicht mit ins Flugzeug nehmen. 

Puerto Piramides

Puerto Piramides

Puerto Piramides

Puerto Piramides


Guanacos

Pinguin-Kolonie Peninsula Valdés


Hätte den Orca lieber im Meer gesehen

Peninsula Valdés

Peninsula Valdés

Links die argentinische Nationalflagge, rechts die Flagge der Provinz Chubut

Faule Seeelefanten

Seelöwen


Armadillo peludo patagónica - Behaartes patagonisches Gürteltier

Am Freitag, meinem Geburtstag, war ich also im Airbnb, habe mir aber ein leckeres Frühstück in einem Café mit belgischem Besitzer gegönnt. 


Heute stand die Tour nach Punta Tombo auf dem Programm. Dort befindet sich die weltweit größte Kolonie von Magellan-Pinguinen. Das sind nette kleine Pinguine, die es lieber etwas wärmer mögen. Im Sommer sind sie hier und bekommen ihre Jungen und ab April ziehen sie dann weiter Richtung Brasilien. Es war total schön, Pinguine mal in der Natur beobachten zu können, auch beim Schwimmen. Diesmal waren wir eine größere Gruppe, ein Paar aus Rosario, ein Paar aus Buenos Aires, zwei Amerikanerinnen, eine Britin und ich. Alle sprachen Spanisch und alle waren sehr nett. 






















Pinguine haben Vorfahrt :-)