Gestern hat Jaci mir erzählt, dass sie in Heidelberg-Kirchheim war und das Haus gesehen hat, wo wir sieben Jahre gewohnt haben. Von 2007 - 2014. Seit fast 20 Jahren lebt Jaci in Heidelberg und ist als Erwachsene nur innerhalb der Stadt umgezogen. Und seit fast 10 Jahren kenne ich Lima.
2017/8 habe ich in verschiedenen Wohnungen in Miraflores gewohnt. Genau genommen habe ich damals noch Zimmer gemietet. In Calle Berlin war mein erstes Airbnb, daran kann ich mich gut erinnern. Direkt am Pazifik. Miraflores ist der Touristen-Stadtteil von Lima. Relativ groß, viele Geschäfte, viele Cafés und Restaurant und in der Mitte der Parque Kennedy, der von zahlreichen Katzen bevölkert wird.
Seit 2018 war ich immer in Barranco. Ich glaube, es ist der kleinste Stadtteil von Lima. Er liegt direkt neben Miraflores, südlich, auch direkt am Pazifik. Seit ein paar Monaten gibt es eine Fußgängerbrücke zwischen Barranco und Miraflores:
So wie unten auf dem Bild war der Blick Anfang 2022. Die peruanische Flagge wehte schon, aber ansonsten alles noch Baustelle und keine Brücke.
Durch die Brücke bin ich ziemlich schnell in Miraflores. Früher musste ich eine große Runde gehen, weil die Klippen hier so eine Art Bucht bilden. Direkt am Pazifik verläuft die Panamericana, aber die Stadtteile liegen alle oben. Das hat zur Folge, dass ich das Meer zwar jeden Tag sehe (ein kleines bisschen sogar von meinem Schlafzimmerfenster aus), aber sehr selten direkt am Meer bin. Man kann zwar am Meer entlanglaufen, aber die Parks hier oben sind hübscher.
Mein Stadtteil heißt also Barranco. Es gilt als Künstlerviertel und hat noch relativ viele alte Häuser. Aber natürlich vermischt mit den modernen Gebäuden. Mein Gebäude hat zehn Stockwerke und ich wohne im siebten Stock. Unten gibt es eine Rezeption. Wie in einem Hotel ist immer jemand da. Sie nehmen Pakete entgegen und machen dir immer die Tür auf. Ich habe also keinen Schlüssel für die Eingangstür. Allerdings funktioniert es mittlerweile per Gesichtserkennung, falls die Rezeption ausnahmsweise mal nicht besetzt ist, weil der Portero auf dem Klo ist oder so.
So etwas wie Kehrwoche gibt es hier nicht. Oh mein Gott, was habe ich das in Heidelberg gehasst. Oder Schneeschieben im Winter. Nein, das vermisse ich nicht. Ich weiß nicht genau, wie viele Menschen hier im Gebäude arbeiten, aber ich weiß, dass es alles Venezolaner sind. Die Porteros habe ich ja schon erwähnt und natürlich gibt es auch Reinigungspersonal. Das ist völlig normal in diesen Gebäuden. Sowas wie eine Kehrwoche würde hier nie im Leben funktionieren,
Mein Gebäude liegt an einer der beiden Avenidas von Barranco, aber die Wohnung liegt auf der hinteren Seite. Dadurch habe ich keinen schönen Ausblick (bis auf das Stück Pazifik), aber es ist normalerweise sehr ruhig.
Je höher man wohnt, desto stärker spürt man die Mini-Erdbeben. Die meisten sind allerdings so schwach, dass man nichts merkt. In den letzten drei Monaten hat es zweimal gewackelt. Interessanterweise hat meine Mieze das beide Male einige Millisekunden früher gemerkt als ich. Man sagt ja, dass Tiere ein feineres Gespür dafür haben. Viele Hunde fangen an zu bellen. Auch meiner Stella war an ihrer Körperhaltung anzusehen, dass sie nervös war.


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