26/04/2026

Wo und wie wohne ich eigentlich?

 


Gestern hat Jaci mir erzählt, dass sie in Heidelberg-Kirchheim war und das Haus gesehen hat, wo wir sieben Jahre gewohnt haben. Von 2007 - 2014. Seit fast 20 Jahren lebt Jaci in Heidelberg und ist als Erwachsene nur innerhalb der Stadt umgezogen. Und seit fast 10 Jahren kenne ich Lima. 

2017/8 habe ich in verschiedenen Wohnungen in Miraflores gewohnt. Genau genommen habe ich damals noch Zimmer gemietet. In Calle Berlin war mein erstes Airbnb, daran kann ich mich gut erinnern. Direkt am Pazifik. Miraflores ist der Touristen-Stadtteil von Lima. Relativ groß, viele Geschäfte, viele Cafés und Restaurant und in der Mitte der Parque Kennedy, der von zahlreichen Katzen bevölkert wird. 

Seit 2018 war ich immer in Barranco. Ich glaube, es ist der kleinste Stadtteil von Lima. Er liegt direkt neben Miraflores, südlich, auch direkt am Pazifik. Seit ein paar Monaten gibt es eine Fußgängerbrücke zwischen Barranco und Miraflores: 


So wie unten auf dem Bild war der Blick Anfang 2022. Die peruanische Flagge wehte schon, aber ansonsten alles noch Baustelle und keine Brücke.


Durch die Brücke bin ich ziemlich schnell in Miraflores. Früher musste ich eine große Runde gehen, weil die Klippen hier so eine Art Bucht bilden. Direkt am Pazifik verläuft die Panamericana, aber die Stadtteile liegen alle oben. Das hat zur Folge, dass ich das Meer zwar jeden Tag sehe (ein kleines bisschen sogar von meinem Schlafzimmerfenster aus), aber sehr selten direkt am Meer bin. Man kann zwar am Meer entlanglaufen, aber die Parks hier oben sind hübscher. 





Mein Stadtteil heißt also Barranco. Es gilt als Künstlerviertel und hat noch relativ viele alte Häuser. Aber natürlich vermischt mit den modernen Gebäuden. Mein Gebäude hat zehn Stockwerke und ich wohne im siebten Stock. Unten gibt es eine Rezeption. Wie in einem Hotel ist immer jemand da. Sie nehmen Pakete entgegen und machen dir immer die Tür auf. Ich habe also keinen Schlüssel für die Eingangstür. Allerdings funktioniert es mittlerweile per Gesichtserkennung, falls die Rezeption ausnahmsweise mal nicht besetzt ist, weil der Portero auf dem Klo ist oder so. 

So etwas wie Kehrwoche gibt es hier nicht. Oh mein Gott, was habe ich das in Heidelberg gehasst. Oder Schneeschieben im Winter. Nein, das vermisse ich nicht. Ich weiß nicht genau, wie viele Menschen hier im Gebäude arbeiten, aber ich weiß, dass es alles Venezolaner sind. Die Porteros habe ich ja schon erwähnt und natürlich gibt es auch Reinigungspersonal. Das ist völlig normal in diesen Gebäuden. Sowas wie eine Kehrwoche würde hier nie im Leben funktionieren, 

Mein Gebäude liegt an einer der beiden Avenidas von Barranco, aber die Wohnung liegt auf der hinteren Seite. Dadurch habe ich keinen schönen Ausblick (bis auf das Stück Pazifik), aber es ist normalerweise sehr ruhig. 

Je höher man wohnt, desto stärker spürt man die Mini-Erdbeben. Die meisten sind allerdings so schwach, dass man nichts merkt. In den letzten drei Monaten hat es zweimal gewackelt. Interessanterweise hat meine Mieze das beide Male einige Millisekunden früher gemerkt als ich. Man sagt ja, dass Tiere ein feineres Gespür dafür haben. Viele Hunde fangen an zu bellen. Auch meiner Stella war an ihrer Körperhaltung anzusehen, dass sie nervös war. 



10/04/2026

Elvis - Ein Kreis schließt sich

 


Im Jahr 1982 war Elvis Presleys 5. Todestag und damals wurden einige seiner bekanntesten Filme im deutschen Fernsehen gezeigt. Seitdem bin ich Elvis-Fan. Man hat das oft nicht mehr gemerkt, aber ich habe in all den Jahren niemals aufgehört, Elvis zu hören. Cliff Richard war eine Phase in meiner späten Teenager-Zeit. Ich war auf vielen Howard-Carpendale-Konzerten und mag Latinostars wie Enrique Iglesias, Shakira, Chayanne und Luis Miguel. Aber Elvis war immer etwas Besonderes und war immer da. Elvis war der Grund, warum ich so gut Englisch gelernt habe. Ich wollte unbedingt die Songtexte verstehen. 

Von daher war es passend, dass ich dieses Jahr am 8. Januar, Elvis' Geburtstag, nach Lima zurückgekehrt bin, um in eine neue Lebensphase zu starten. Zu dieser Lebensphase gehört auch Englisch. Ich bin wieder im deutschen Fanclub, die mir das Graceland-Magazin freundlicherweise alle zwei Monate per Einschreiben nach Peru schicken, und dank der lieben Jutta bekomme ich viermal im Jahr auch das Golden Boy Elvis-Magazin. 

Anders als früher werde ich wohl nicht mehr anfangen, CDs und LPs zu sammeln, obwohl einige Sammlerstücke mit Live-Aufnahmen mich schon reizen. Aber es gibt sehr viel auf Spotify, ich kann also den ganzen Tag Elvis hören, wenn ich möchte. 

Im Februar kam EPiC ins Kino - Elvis Presley in Concert. Es wurde hier in Lima eine Woche lang im IMAX gezeigt und ich habe es mir dreimal angeschaut. Absolut genial, Elvis zu seinen besten Zeiten (1969 - 1972) in dieser Qualität auf der großen Leinwand zu sehen. 

Einen Fanclub gibt es in Peru auch. Er ist klein, aber die Leute, ich im Kino kennengelernt habe, waren sehr nett. 

Die Filme habe ich übrigens mittlerweise alle wieder auf DVD - ein einziger fehlt mir noch. Ja, ich habe wieder einen DVD-Player und ich finde es genial. Außerdem habe ich mir bei Amazon USA einige Bücher über Elvis bestellt und habe noch viele weitere auf meiner Wunschliste. 

Was jetzt noch fehlt, ist ein Besuch von Elvis' Zuhause Graceland in Memphis, Tennessee, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das noch schaffe. Das ist tatsächlich eine Reise, die ich gern noch machen würde. 

Gut, Chile hat ein Elvis-Festival, das vielleicht auch mal ganz nett wäre. Chile ist nicht so weit, das kann man mal machen. Vielleicht oder vielleicht nicht. Meine ersten drei Monate in Lima sind herum und das Reisefieber hat sich bisher nicht gemeldet.