23/01/2025

Kondore, ein argentinischer Heiliger und ein portugiesischsprachiger Nachmittag

 


Ich habe tatsächlich eine zweite Exkursion geschafft, wieder mit Nativo Viajes. Letzte Woche war es mit Temperaturen zwischen 35 und 40°C viel zu heiß, aber am Freitag hat es stark geregnet und gewittert (nur einmal ein kurzer Stromausfall, ich war positiv überrascht) und das brachte Abkühlung. 

Die Tour ging wieder in die Berg, ins Valle de Traslasierra. Und dort gibt es Kondore. Das hatte ich nicht gewusst. Die sind hier ein bisschen kleiner als die Andenkondore, die ich 2018 im Colca-Canyon in Peru gesehen hatte (nur 3 Meter Flügelspannweite statt 3,20 Meter 😁), aber genauso beeindruckend - auch wenn der Colca-Canyon landschaftlich natürlich noch viel beeindruckender ist. 





Der nächste Stopp war das Örtchen Nono, wo wir 15 Minuten herumlaufen durften. Und in jedem Ort gibt es auf dem Hauptplatz eine argentinische Flagge. 







Danach sind wir weitergefahren nach Villa Cura Brochero. Ich habe erfahren, dass José Gabriel Brochero ein katholischer Priester war, der 2016 heilig gesprochen wurde. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist er der erste original argentinische Heilige und in Villa Cura Brochero gibt es eine Kirche mit Überresten von diesem Priester. Die haben sie nach der Heiligsprechung extra wieder ausgegraben. Der gute Mann ist 1914 gestorben und war entsprechend lange begraben. Und die Leute stehen dann in der Kirche und knutschen das Glas, hinter dem diese Überreste ausgestellt sind. Nun ja, besser als die Messerattentäter, die Deutschland unsicher machen. Habe gerade von dem Afghanen gelesen, der in Aschaffenburg zwei Kinder und einen Erwachsenen abgestochen hat. Natürlich psychisch krank und natürlich hätte er längst abgeschoben werden müssen. Deutschland schafft sich mit seiner kranken Toleranz selbst ab. Die Amis haben es mehrheitlich begriffen und es sieht so aus, als würde Trump jetzt aufräumen. Kein Gender-Gaga und keine Pseudo-Flüchtlinge mehr. Mir hat vor kurzem ein venezolanischer Uber-Fahrer gesagt, dass Venezuela seit 2022 wesentlich sicherer ist. Weil nämlich die ganzen kriminellen Venezolaner ab in die USA sind, wo die Biden-Administration ja auch eine Politik der offenen Grenzen betrieben hatte. 

Ok, zurück zum argentinischen Heiligen. Voilà, hier ist er: 





Unser letzter Stopp war die Stadt Mina Clavero. Dort hatten wir ein spätes Mittagessen und ich habe sehr viel Portugiesisch gesprochen. Die Gruppe war nämlich internationaler als letztes Mal. Außer mir gab es noch an Ausländern noch eine peruanische Familie und ein brasilianisches Ehepaar. Mit den Brasilianern habe ich mich gut verstanden und da sie auch nicht im Fluss baden wollten, haben wir uns mit dem Mittagessen Zeit gelassen, sind dann ein bisschen durch die Stadt gelaufen und haben schließlich noch ein Eis gegessen. 




Gegen 19 Uhr waren wir zurück in Córdoba. Für die nächsten Tage ist Regen angesagt. Eventuell klappt nächsten Mittwoch noch ein letzter Ausflug, bevor ich am 31.01. wieder Richtung Buenos Aires fahre. 

12/01/2025

La Cumbrecita

In La Cumbrecita leben nur ein paar Hundert Menschen, aber es ist eine Touristenattraktion. Da es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen ist (oder nur extrem umständlich, keine Ahnung), hatte ich das von Anfang an als Tour geplant. Von Córdoba aus fährt man etwa zwei Stunden und wir hatten einen Zwischenstopp an einem Aussichtspunkt an einem See. Den Namen habe ich leider verpassen. La Cumbrecita ist ein Fußgänger-Dorf. Autos müssen vor dem Dorfeingang geparkt werden. Vom Dorf aus kann man zu einem See und einem Wasserfall wandern. Aufgrund der Temperaturen von über 30°C habe ich mir nur die Hälfte der Strecke angetan und mich dann für ein Café mit Klimaanlage entschieden 😀. Auch wenn ich bei den Preisen mehrfach schlucken musste. Vieles ist in Argentinien mittlerweile teurer als in Deutschland. Aber ich mache ja nicht jeden Tag einen Ausflug und meine selbstgekochten vegetarischen Gerichte sind recht preiswert. 

Ich würde gern noch eine Tour machen, aber jetzt kommt erst einmal eine Hitzewelle und das ist natürlich nicht so optimal, denn ein bisschen laufen muss man ja immer. Schauen wir mal. 

Der Zwischenstopp

Auch Zwischenstopp

Das ist schon La Cumbrecita







Holland ist auch vertreten 😀




Villa General Belgrano - Ein Stück Deutschland in Argentinien

In Villa General Belgrano findet jedes Jahr ein Oktoberfest statt. Es ist in Argentinien das, was Blumenau in Brasilien ist. Ein sehr (süd)deutsches Flair und ein beliebtes Ausflugsziel. Liegt ungefähr 100 km südlich von Córdoba. Ich wollte eigentlich mit einem normalen Bus dorthin fahren, aber ich habe heute eine Tour in ein anderes deutsch-schweizerisches Dörfchen (La Cumbrecita) gemacht und wir hatten auch einen Stop in Villa General Belgrano. Dabei habe ich festgestellt, dass mir die Stunde Aufenthalt gereicht haben. Also, es ist nett, aber in einer Stunde hat man alles Wichtige gesehen, denke ich. Die Fotos zu La Cumbrecita packe ich in den nächsten Post. 










06/01/2025

Reflektionen in Córdoba

Vor zwei Tagen habe ich meine Wohnung in Buenos Aires übergeben und bin mit dem Bus nach Córdoba gefahren. Zehn Stunden Fahrt, also Kurzstrecke für argentinische Verhältnisse. Die Landschaft eher belanglos. Flach, grün, einige Kühe, einige Pferde. Angenehme Reise. Ich weiß ja mittlerweile, dass es sich lohnt, ein paar Pesos auszugeben und im "Business"-Bereich des Busses einen der Einzelsitze rechts zu buchen, sodass ein nerviger Sitznachbar nicht möglich ist. 

Mein Airbnb hier liegt sehr ruhig, und das ist nach der lauten Wohnung von Buenos Aires wirklich angenehm. Hier kann ich draußen sitzen und es gibt keinen Verkehrslärm. Ich habe eine hübsche Terrasse mit Pflanzen. Nervig sind allerdings die Mücken, aber gut, nichts ist perfekt. Da es in unmittelbarer Nähe auch kein nettes Café gibt (und da Argentinien mittlerweile extrem teuer geworden ist), habe ich gerade etwas Lustiges angefangen: Kochen mit Hilfe von ChatGPT. Ich bitte um einfache Rezepte mit wenigen Zutaten und bekomme Vorschläge inklusive Anleitung für Doofe. Oder ich sage, was ich noch an Lebensmitteln habe und frage, was man damit machen kann. Das funktioniert ausgesprochen gut, hatte ich schon über Weihnachten in Buenos Aires ausprobiert. 

Tja, und nun ist das Jahr 2024 Geschichte. Irgendwie war es ein komisches Jahr. 2025 hingegen wird definitiv ein Jahr der Veränderungen. Momentan habe ich einfach mal einen Gang zurückgeschaltet. Und es akzeptiert, dass mein German with Stories-Projekt nie wirklich erfolgreich sein wird, weil ich einfach kein Marketing-Typ bin. Letztlich habe ich im letzten Jahr für diese ganze Patreon/Membership-Geschichte für einen Stundenlohn von weniger als fünf Dollar gearbeitet. Auch die Bücher sollten längst mehr Einnahmen als 700-800 Dollar pro Monat bringen. Nun habe ich beschlossen, dass ich sämtliche Short Stories, die ich in den letzten Jahren geschrieben habe, in drei Büchern zusammenfasse, veröffentliche und das wird dann das Ende des Kapitels German with Stories und "Deutschlehrerin". Natürlich bleiben die Bücher auf Amazon und vielleicht schreibe ich weitere Bücher, aber alles anderes wird wegfallen.

Und jetzt? Ideal wäre es, wenn die Zusammenarbeit mit Sergio so perfekt klappen würde, dass wir beide gut von den Einnahmen leben könnten. Da sind wir uns auch einig, aber da geht natürlich nicht von heute auf morgen. 

Hier in Córdoba werde ich bis zum 31. Januar sein. Es ist ziemlich heiß (logisch, ist Sommer), aber ich hoffe, dass ich einige Ausflüge machen kann. Córdoba selbst finde ich bisher nicht so spannend. Heute (Sonntag) war im Zentrum total tote Hose. Alles geschlossen. Wirklich alles, nicht einmal ein Café habe ich gefunden. Zum Glück hatte ich Wasser mit.