31/03/2022

Hierve El Agua

 

Hierve El Agua  ("Koch das Wasser") liegt etwa 70 km südöstlich von Oaxaca City. Da kingt nicht viel, dauert aber gut anderthalb Stunden. Schuld daran sind die letzten 20 km, wo es über schmale Bergstraßen geht. Die meisten Tagestouren beinhalten auch Hierve El Agua. Ich hatte solch eine Tour kurz angedacht, aber ich zum einen hasse ich frühes Aufstehen und zum anderen mag ich nicht unter Zeitdruck vier bis fünf Sehenswürdigkeiten abklappern. Entsprechend habe ich mich letztendlich gegen eine Tour entschieden. 

Es ging also zunächst mit dem Taxi Colectivo nach Mitla, das waren die ersten 50 km, für die ich die lächerliche Summe von 50 Pesos (weniger als €2) bezahlt habe. Ein Taxi Colectivo fährt eine bestimmte Strecke und nimmt maximal fünf Passagiere zur gleichen Zeit mit, drei hinten und zwei auf dem Beifahrersitz. Geht nicht? Doch, in Mexiko geht das. Ich hatte Glück und saß hinten. 

In Mitla fahren dann Pickup-Trucks nach Hierve El Agua. Sie fahren ab, wenn sie 12 Passagiere zusammen haben. Das dauerte etwa eine Stunde. Kurz vor Hierve El Agua sollten wir plötzlich alle aussteigen. Es kam ein Typ mit einem Kanister auf uns zu, der uns von oben bis unten mit irgendeinem Desinfektionsmittel absprühen wollte. Zusammen mit einer Engländerin habe ich mich schlichtweg geweigert und das wurde dann auch so akzeptiert. Ich lass mich doch nicht mit irgendwelchen Chemikalien einsprühen. In mancher Hinsicht haben die Mexikaner echt einen Knall, wenn es um Covid geht. 

Naja, kurz darauf waren wir schließlich da und es war wirklich super. Hierve El Agua sind zum einen natürliche Pools, in denen man schwimmen bzw baden kann und zum zweiten gibt es einen versteinerten Wasserfall. Um zu diesem Wasserfall zu gelangen, muss man noch einmal eine ganze Weile bergauf und bergab laufen, was in der Mittagshitze gleich doppelt anstrengend war. 

Auf dem Rückweg habe ich in Mitla etwas gegessen und mir ein bisschen die Stadt angeschaut. Mitla hat eine archäologische Fundstätte, aber sie hatte schon geschlossen, so dass ich sie nicht besichtigen konnte. Nicht so tragisch, da ich eh ziemlich erledigt war. Das war nun mein letzter Tagesausflug in Oaxaca. Für die restlichen Tage hier ist Arbeiten angesagt. 

Versteinerte Wasserfälle





Mitla

Mitla

23/03/2022

Árbol Gigante / Giant Tree

Mittwoch ist aktuell mein freier Tag, d.h. kein Unterricht und auch sonst keine obligatorischen Aufgaben auf meiner to-do-Liste. Meistens mache ich natürlich trotzdem etwas, zumal wenn der Ausflug so wie heute nur kurz war. Ich bin nach El Tule gefahren. Das liegt etwa 10 km entfernt, eine halbe Stunde Fahrt mit einem regulären Bus. Für ganze 8 Pesos, das sind weniger als 50 Cent. 

In El Tule steht der größte Baum der Welt. Nicht der höchste, da habe ich im peruanischen Dschungel schon höhere Bäume gesehen, Aber der Baum in Tule ist 2000 Jahre alt, der Stamm ist riesig und die Baumkrone hat eine Spannweite von 50 Metern. Man muss 20 Pesos Eintritt bezahlen, um in den Park zu gelangen, wo der Baum steht, kann aber auch von außen Fotos machen. Direkt an den Baum darf man nicht, er ist eingezäunt. 

In El Tule selbst gibt es einige nette Cafés und recht viele Souvenir- und Mezcal-Geschäfte, aber es war wenig los. Vielleicht gegen Abend oder am Wochenende mehr. Oder wenn gerade ein Tour-Bus ankommt. Ich selber habe nur einen Frappé in einem kleinen Café getrunken und bin dann zurück nach Oaxaca gefahren. 







18/03/2022

Monte Albán


Da ich mich mit diesem Blog ja nicht stressen, aber trotzdem alles Wichtige dokumentieren möchte, gibt es diesmal nicht viel Text. Monte Albán war etwa 1000 Jahre lang die Hauptstadt der Zapoteken und liegt auf einer Plattform, etwa 10 km von Oaxaca Centro entfernt. Das war eine halbe Stunde Fahrt mit dem Van eines Tour-Unternehmens. Die archäologische Fundstätte liegt auf 2.000 Meter Höhe. Das hatte den Vorteil, dass es trotz Sonne nicht so heiß war, wie ich es bei einigen Maya-Ruinen in Yucatán erlebt hatte. Insgesamt war die Anlage ziemlich groß. Dort haben wohl mal bis zu 25.000 Menschen gelebt. Mich würde interessieren, wie sie das Problem mit der Wasserversorgung gelöst haben. Vielleicht erfahre ich das noch, denn in der Stadt Oaxaca gibt es ein Museum, das ich noch besuchen möchte. 






14/03/2022

Die ersten Tage in Oaxaca de Juárez

Der Flug von Cancún nach Oaxaca dauerte knapp zwei Stunden und da Oaxaca de Juárez zeitlich eine Stunde hinter Cancún liegt, kam ich vor 10 Uhr morgens dort an. Natürlich viel zu früh für mein Airbnb. Da mir das klar gewesen war, bin ich gleich vom Flughafen aus zum Selina gefahren. Die Selina Hostels sind gerade in Lateinamerika weit verbreitet und haben alle einen Coworking Space. Sie sind total schön, aber Einzelzimmer sind leider extrem teuer, sodass es zumindest momentan keine Option ist, sich dort mal einzumieten. Aber die Coworks kann man auch als Externe nutzen und hier sind die Preise ziemlich günstig. Für einen Tag habe ich ca 7 US-Dollar bezahlt, eine Woche kostet ca 26 USD und beinhaltet auch das Wochenende. Ich hatte befürchtet, dass vielleicht Maskenpflicht bestünde, aber zum Glück war das nicht der Fall und es hat auch niemand eine getragen. Ansonsten rennt hier in der Stadt aber so gut wie jeder mit Maske herum. Genauso schlimm wie in Lima, nur halt keine Doppelmasken. Nun gut, lassen wir das. 

Die Stadt ist jedenfalls total schön, sehr mexikanisches Feeling. Völlig anderes Klima als in Yucatán. Tagsüber ziemlich heiß, so um die 30°C, aber eine eher trockene Hitze. Morgens und abends frisch. Nachts gehen die Temperaturen sogar runter bis 6°C. Mein Airbnb ist ein kleines Studio. Ohne wirkliche Kochmöglichkeit, aber man kann sich ein kleines Frühstück machen und es gibt jede Menge Läden, Cafés und kleine Restaurants in der Nähe, in denen man preiswert essen, aber auch angenehm arbeiten kann.

Ab morgen hilft meine virtuelle Assistentin aus Argentinien mir, mein A1-Buch für Deutschlerner für spanische Muttersprachler zu adaptieren, d.h. Grammatikerklärungen auf Spanisch und Vergleiche zu Spanisch anstatt zu Englisch. Wenn es sich gut verkauft und somit lohnt, passe ich vielleicht alles für den spanischsprachigen Markt an. 

Auch der kleine Shop auf meiner Website ist gut gestartet und generiert die ersten Einnahmen. Fast die Hälfte meines Einkommens kommt jetzt aus "passiven" Einnahmen, während es im Februar 2021 gerade mal 72 Euro waren. Passiv in Anführungsstrichen, weil natürlich sehr viel Arbeit dahintersteckt. Aber es ist halt kein Tausch Zeit gegen Geld mehr und ich bin viel flexibler mit meiner Zeiteinteilung. Und auch die Abhängigkeit vom Internet ist nicht mehr so stark. 

Meine Straße an einem ruhigen Sonntagnachmittag

Der Hof von meinem Airbnb, der Host wohnt links. 

Es gibt hier viel Street Art. 

Santo Domingo de Guzmán Kathedrale

Frühstück in meinem Lieblingscafé

Museo Textil de Oaxaca

Centro

08/03/2022

Eine Woche in Cancún


Die Woche in Cancún war genauso ruhig und ereignislos, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Mein Airbnb lag in einer ruhigen Straße, aber trotzdem sehr zentral. Nach sieben Monaten Lima hat es zugebenermaßen ein paar Tage gedauert, bis ich wieder einen guten Rhythmus hatte. Selbst mit Yoga habe ich erst am vierten Tag nach meiner Ankunft wieder angefangen. 

Cancún ist keine schöne Stadt und es gibt im Zentrum auch nichts wirklich Interessantes zu sehen, aber das war mir ja klar gewesen. Ich war nur zwei Blocks entfernt von Mercado 28, wo man jede Menge teilweise wirklich hübsche mexikanische Souvenirs kaufen kann, aber als digitale Nomadin ohne Homebase macht das nun nicht wirklich Sinn. Es gab einige kleine Parks in der Nähe, mit viel Grün und Schatten. Um die Mittagszeit ist es auch jetzt im März schon sehr heiß. 

Ansonsten ist es einfach entspannend, in Mexiko zu sein. Ja, viele Mexikaner laufen weiterhin mit Maske auf der Straße herum, obwohl Quintana Roo laut Mexikos Ampelsystem momentan grün ist, d.h. Masken sind nur in öffentlichen Verkehrsmittel obligatorisch. Aber diesen Irrsinn mit Doppelmaske wie in Lima gibt es hier nicht. Und ich muss mich nicht fragen, ob jemand einen Impfnachweis sehen möchte, wenn ich in ein Restaurant oder Geschäft gehe. Nun gut, ich habe Hoffnung, dass diese Impf-Diktatur bald ein Ende hat. Selbst Frankreich setzt es ab Mitte März zumindest aus. Aber ich werde es niemals verzeihen oder vergessen, dass einige Menschen, die ich sehr mag, von irrsinnigen Politikern gegen ihren Willen zu dieser völlig sinnfreien Impfung genötigt wurden. 

Aber es ist jetzt Zeit, diesen Corona-Wahnsinn und auch vielen privaten Müll aus Lima hinter mir zu lassen und optimistisch in die Zukunft zu schauen. Morgen geht es weiter nach Oaxaca de Juárez. Dort ist aktuell die kanadische Freundin, die ich vor fast vier Jahren in Mérida kennengelernt hatte und vielleicht sind noch andere Nomaden dort. 

Ein kleiner Park in der Nähe

Mein Airbnb

Besuch

Cancún ist nicht hübsch, aber grün

Street Art gibt es auch

 

Mexican fast food, 3 tacos = 50 pesos (USD 2.40)

01/03/2022

Lima --> Cancún

 



Letztes Jahr bin ich mit LATAM von Lima nach Cancún geflogen. Damals waren noch Plastikvisiere notwendig, um in den Flughafen und ins Flugzeug zu kommen. Super nervig. Diesmal war die Vorgabe entweder eine FFP2-Maske oder zwei chirurgische Masken. Entsprechend hatte ich zwei Masken präpariert, d.h. das Innenleben entfernt, so dass nur zwei dünne Stoffstücke übrigblieben. In Sachen Impfpass hatte mir eine Freundin, die zwei Tage zuvor in die Dominikanische Republik geflogen war, schon gesagt, dass es bei internationalen Flügen keine Kontrolle am Eingang des Flughafens gibt. Oder vielleicht macht es einen Unterschied, wenn man in ein Land fliegt, das diesen Unsinn nicht mitmacht. Wie halt Mexiko oder die Dominikanische Republik.

Letztlich war alles total problemlos. Sobald ich im Flughafengebäude war, hatte sich das mit der Doppelmaske erledigt. Auch beim Boarding hat niemand etwas gesagt. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass im internationalen Teil des Flughafens von Lima mehr Menschen nur mit einer Maske herumliefen als auf der Straße. Auch der Flug mit SKY war stressfrei - mal davon abgesehen, dass wir mit 45 Minuten Verspätung abgeflogen sind und ich dringend auf die Toilette musste, weil ich am Flughafen einen Cappuccino getrunken hatte. Meine Maske saß maximal unter meiner Nase, meistens jedoch am Kinn oder war ganz ab und niemand hat etwas gesagt. Ich war nicht einmal die einzige, die das so gemacht hat, vermute aber mal, dass die meisten anderen auch Ausländer waren.

Im Flughafen von Cancún konnte man problemlos ohne Maske sein, ebenso im Bus zum Zentrum. Die meisten tragen zwar weiterhin eine Maske, aber solange man mich damit in Ruhe lässt, ist mir das egal. Es ist halt nur netter, wenn nicht JEDER um mich herum die blöde Gesichtswindel trägt. 

Vom Busbahnhof bis zum Airbnb war es diesmal nicht weit, sodass ich problemlos laufen konnte. Aber dann war ich drin im Airbnb, habe einmal von innen abgeschlossen - und bekam die Tür  nicht mehr auf. Ich habe es eine Viertelstunde versucht und schließlich meiner Gastgeberin eine Nachricht geschickt, dass ich eingesperrt bin. Sie kam eine Stunde später und hat mich befreit, aber diese Tür schließe ich jetzt ganz sicher nicht noch einmal von innen ab. 


Irgendwo über Südamerika - Sieht surreal aus. 

In der Nähe von Cancún

Irgendwo über Mittelamerika