Bin gerade aus dem Theater zurückgekommen. Wieder eine Adaption eines alten Hollywood-Films. "Legally blonde/Natürlich blond" hieß er und entsprechend "Legalmente rubia" auf Spanisch. Was die Argentinier in Sachen Theater auf die Beine stellen, muss sich nicht hinter dem Broadway oder Londons Westend verstecken. Die sind richtig, richtig gut. Hatte mir auch etwas Nettes verdient, denn die Woche war ziemlich doof.
Nachdem ich am 29. Juli erfolgreich mein Certificado de Domicilio bekommen und alle Dokumente bei Migraciones hochgeladen hatte, bekam ich schon am 1. August einen Termin bei Migraciones. Das war zwar in Sachen Wartezeit und Lautstärke supernervig, aber die Sachbearbeiterin war sehr nett. Ich musste ein Formular ausfüllen, wo ich die letzten drei Jahre verbracht habe, und das war zweisprachig: Spanisch und Russisch 😀. Tatsächlich sprach um mich herum fast alles Russisch.
Blöd war, dass ich das falsche Führungszeugnis aus Peru mitgebracht hatte. Aber Sergio hat es tatsächlich geschafft, mir innerhalb eines Tages das richtige zu besorgen. Kommt morgen per DHL an. Ich bekam trotzdem eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis und den Auftrag, ein Bankkonto zu eröffnen und 2000 Dollar nach Argentinien zu überweisen.
Tja, und da finden die Probleme an bzw haben die Banken mir die Woche versaut. Fünf Stück habe ich abgeklappert. Vier meinten, sie können mir nur ein Konto eröffnen, wenn ich die Aufenthaltserlaubnis und die argentinische ID-Karte habe und eine Bank meinte, es ginge nicht, weil mein Pass 9 Nummern bzw. Buchstaben hat, das System aber nur acht zulässt. Nach Bank 5 hatte ich keinen Bock mehr auf weitere Versuche.
Sergio hat nun seinen Bruder in La Plata auf das Problem angesetzt und meinte, notfalls käme er selber. In Peru ist das ja der gleiche Witz. Ohne Bankkonto keine Aufenthaltserlaubnis und ohne Aufenthaltserlaubnis kein Bankkonto - außer man kennt Leute in den Banken, die es doch machen. Wenn Sergio und sein Bruder es schaffen, in Argentinien so ein Netzwerk aufzubauen, dann kann er tatsächlich auch hier Klienten finden. Bei Migraciones hatte auch mehr als die Hälfte der Leute einen Babysitter (= Anwalt) dabei.
Sergio ist also optimistisch. Ich dagegen habe schon mal einen Blick auf Wohnungen in Ungarn geworfen 😁. Und war mehr als leicht schockiert. Die Airbnb-Preise sind unter aller Sau. Normal Wohnung mieten sieht besser aus. Aber ich will nicht aus Buenos Aires weg. Die Stadt ist genial (ja ich wiederhole mich, aber sie ist wirklich genial), sicher und die Argentinier sind mit Abstand die nettesten und höflichsten Latinos. An den Bushaltestellen bilden sie eine Warteschlange und es gibt kein Gedrängel beim Einsteigen in die U-Bahn. Wenn eine Bahn zu voll ist, versuchen sie nicht auf Teufel komm raus reinzukommen, sondern warten auf die nächste.
Die Fotos unten sind von einer Ausstellung, wo jede Provinz ihre Produkte vorgestellt hat. Viecher waren auch da. Dieses Land ist wirklich interessant.







