23/01/2023

Ostuni - La Città Bianca

 

Auf Ostuni bin ich zufällig gestoßen, als ich nach einem Aufenthaltsort in der Nähe von Brindisi gesucht habe. Geplant war eigentlich Lecce, aber dort habe ich einfach kein passendes Airbnb gefunden. Und dann stolperte ich über Ostuni, das den gleichen Beinamen hat wie Arequipa in Peru, "die weiße Stadt". Hier fand ich ein nettes Airbnb im Herzen des historischen Zentrums, in einem Haus, das vor 800 Jahren erstmals gebaut, aber seitdem mehrfach modernisiert wurde. Ostuni Centro besteht aus vielen Gassen und Treppen, die zum einem großen Teil per Auto nicht zugänglich sind. Total schön. 

Trotzdem fremdel ich noch etwas mit Italien. Zum Beispiel ist zwischen 13:00 und 16:00 Uhr fast alles geschlossen. Auch Bäckereien und Konditoreien, was meiner Meinung nach nicht so wirklich Sinn macht. Und ich verstehe jetzt, warum "das Café" auf Italienisch "il bar" ist. Es hat tatsächlich Bar-Charakter. Die Leute gehen rein und trinken ihren Kaffee am Thresen. Kleine Lokale haben tatsächlich oft keine Tische oder halt nur auf der Straße, was im aktuell doch etwas kühl ist. Falls es Tische gibt, bezahlt man mehr, als wenn man im Stehen trinkt. Zum Glück fand ich am vierten Tag endlich ein Café, wo ich vormittags in Ruhe sitzen und arbeiten kann. 

Eine SIM-Karte zu bekommen, gestaltete sich auch als recht aufwendig. Man bräuchte einen Codice Fiscale, eine Steuernummer. Das klang wie in Brasilien, also habe ich einfach mal behauptet, das geht auch mit Pass. Ja, tut es, aber es hat eine Viertelstunde gedauert, bis alles im System eingegeben und mein Pass zweimal fotokopiert war. Mamma mia. Dafür habe ich nun 70 GB mobile Daten. 

Eine Amazon-Bestellung und der Kauf meiner Zugtickets über die Website von trenitalia.com waren hingegen unproblematisch. Nun habe ich endlich ein gutes Mikrofon, mit dem ich meine Audioaufnahmen machen kann. 

Nicht so schön ist, dass es irgendwie richtig Winter geworden ist. Ja, ich sollte mich nicht beschweren, denn schneien tut es hier nicht. Aber ich mag keine Temperaturen unter 10°C und dann noch mit Wind und ziemlich viel Regen. Ich habe keine Jacke, also laufe ich mit drei Layern durch die Gegend und friere trotzdem. Nächstes Jahr um diese Zeit bin ich definitiv in Lateinamerika oder im südlichen Afrika. 

Meine Zeit in Ostuni ist nun schon halb vorbei. Bis zum 1. Februar bin ich noch hier, dann geht es weiter nach Neapel/Napoli. 

Rathaus

So sehen viele Gassen in Ostuni Centro aus


Ganz hinten kann man das Meer sehen

Mein Airbnb ist ein Stück weiter links







Kathedrale


Schwarze Katze :-)

Mehr Ostuni-Katzen

13/01/2023

Ankunft in Italien


Die letzten drei Tage in Vlora waren recht frisch, windig und regnerisch. Nicht extrem schlimm, aber 13°C ohne Sonne fühlen sich halt doch anders an als 18°C mit Sonne. Tja, und nun bin ich in Italien. 

Das erste Mal seit 2017 (damals von Buenos Aires nach Uruguay), dass ich per Fähre das Land gewechselt habe. Etwa 5,5 Stunden hat die Überfahrt gedauert. Das Einchecken war fast so nervig wie am Flughafen. Beim Ticketkauf hatte man mir gesagt, ich solle zwei Stunden vor Abfahrt kommen. Tatsächlich fing das Boarding dann erst eine Stunde später an und abgefahren sind wir um 15:00 statt um 14:00 Uhr. Das hatte ich befürchtet, denn ich hatte diese Fähre während meiner vier Wochen in Vlora ja oft Richtung Italien wegfahren sehen - und zwar nie um 14:00 Uhr. 

Die Fähre selbst muss ursprünglich in Skandinavien Dienst getan haben, denn die komplette Beschriftung war schwedisch/englisch. Da ich ja nun doch recht spät in Brindisi ankam, habe ich mir ein Taxi zum B&B genommen. Das war ein Fehler. 25 Euro für knapp 5 km. Ich bin definitiv nicht mehr auf dem Balkan oder in Lateinamerika. Ab jetzt nur noch öffentliche Verkehrsmittel. 

Brindisi ist nicht so super interessant, aber ich bin auch nur heute hier und habe halt einmal das Zentrum abgelaufen. Es gibt ein altes Schloss, dass ich eigentlich besichtigen wollte. Nun, hätte ich mir die Kommentare auf Google Maps durchgelesen, hätte ich vorher bemerkt, dass es ein Marinestützpunkt und keine Touristenattraktion ist. So hat mich natürlich jemand zurückgepfiffen, als ich versuchte, am Wachhäuschen vorbei auf das Gelände zu gelangen. 

Der Unterschied zu den Balkanländern ist enorm. Dort waren immer Menschen in den Cafés und fast alles war geöffnet. Hier musste ich heute morgen erstmal eine ganze Weile laufen, bis ich ein Café mit Tischen auf der Straße fand, wo ich in der Sonne einen Cappuccino trinken konnte. Man sieht auch mehr Menschen mit Masken. Nicht extrem viele, aber doch so einige, die mit den Kaffeefiltern auf der Straße herumlaufen. Nun gut, schauen wir mal, wie Italien so wird. Morgen geht es weiter nach Ostuni. Nicht weit, nur eine halbe Stunde mit dem Zug. 

San Giovanni al Sepolcro-Kirche

Monumento al Marinaio d'Italia

Das Schloss = Marinestützpunkt, das ich besichtigen wollte

Hier konnte man draußen Cappuccino trinken

Hauptkirche des Erzbistums Brindisi-Ostuni

Blick auf die Adria

Überbleibsel aus der Römerzeit

Links ist der Eingang zu meinem B&B

01/01/2023

Rückblick 2022 und Ausblick auf 2023


Nun war ich dieses Jahr tatsächlich in 9 verschiedenen Ländern: Peru, Mexiko, Schweiz, Deutschland, Serbien, Ungarn, Nordmazedonien, Kosovo und Albanien. Das hätte ich Silvester 2021 so wirklich nicht gedacht. Zwar war ich mir da schon sicher, dass ich Lima verlassen würde, aber geplant war erst einmal nur ein Escape nach Mexiko. Europa hatte ich gar nicht im Visier, denn da war ja noch Höhepunkt der Covid-Hysterie. Zum Glück ist dieser Irrsinn ja nun so gut wie Geschichte. Man weiß natürlich nie, was als nächstes kommt. Aber bleiben wir mal positiv. 

2022 war also reisemäßig, aber auch businessmäßig ein recht ereignisreiches Jahr. Es gibt jetzt sieben Bücher von mir auf Amazon und das achte steht sozusagen in den Startlöchern. Die Einnahmen sind stabil, steigen aber langsamer, als ich gehofft hatte. Immerhin haben sie sich seit letzten Dezember verdoppelt und entsprechend konnte ich die Anzahl meiner Unterrichtsstunden doch stark reduzieren. Ein oder zwei Stunden pro Tag mit wirklich netten Schülern ist kein Problem. Gut, manchmal sind es noch drei Stunden oder sogar fünf (dienstags), aber die Richtung stimmt. 

Hier noch einmal kurz alles aufgelistet nach Monaten: 

Januar/Februar: Das waren die letzten Wochen in Peru. Da hatte ich schon mein Flugticket nach Mexiko. Die letzten zwei Wochen in Peru waren aus diversen Gründen noch mal so richtig schön abartig. 

März - Juni: Mexiko, Bundesstaat Oaxaca in den Bergen und an der Küste, kurzer Abstecher nach Tepoztlán, um Freunde zu besuchen und schließlich ein Monat Mexiko City mit vielen vielen Masken. 

Juli: Flug von Cancún nach Zürich (keine Masken im Flugzeug), kurzer Besuch bei den Kindern und dann mein letzter Flug dieses Jahr: Stuttgart - Belgrad. In Serbiens Hauptstadt habe ich von einem netten Zahnarzt eine neue Krone bekommen und es war sehr heiß. 

August: Kurzer Abstecher nach Ungarn, um zwei Freundinnen zu besuchen. 

August/September: Nochmal eine Woche Belgrad und dann House- und Dog-Sitting in Südserbien. Dorfleben, sehr ruhig, sehr schöne Natur. 

Oktober: Ohrid-See und Skopje in Nordmazedonien. Ersteres total schön, letzteres irgendwie ereignislos. 

November: Zwei Wochen im Kosovo, in der Hauptstadt Pristina und in Prizren im Süden. Immer noch erstaunlich gutes Wetter. 

November/Dezember: Tirana und Vlora in Albanien. Anfangs mehr Regen, aber von den Temperaturen her sehr sehr angenehm. Außerdem weniger Raucher als in den anderen Balkanländern, so dass ich problemlos in Cafés gehen konnte.

Zehn Tage bin ich nun noch in Albanien und dann geht es nach Italien. Das wäre vor einem Jahr ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, denn ebenso wie Deutschland hat Italien Ungeimpfte massiv diskriminiert. Anders als in Deutschland haben die Italiener ihre Politiker aber bei den Wahlen abgestraft. Auf Italien freue ich mich, weil ich dort Italienisch sprechen kann. 

Insgesamt werde ich im ersten Halbjahr 2023 etwas schneller unterwegs sein und mehr Städte besuchen. Ende Juni komme ich in Deutschland an, weil ich einen neuen Pass beantragen muss. Vorher werde ich außer in Italien auch Zeit in Kroatien, Bosnien, Montenegro, Slowenien und Österreich verbringen. Das ist schon alles grob geplant und teilweise bereits gebucht. Danach folgt dann die Wartezeit auf den Pass und dann will ich wieder raus aus Europa. Asien wäre schön, aber leider beißt sich das mit meinen Unterrichtsstunden. Es wäre eine extrem schlechte Zeitzone, wenn ich mit meinen jetzigen Schülern weitermachen möchte. Also entweder noch einmal Lateinamerika oder Richtung Afrika. Es wird auch von den Flugpreisen und Einreisebedingungen abhängen. Noch einen Winter in Europa möchte ich jedenfalls nicht. Mit den Temperaturen habe ich ja bisher echt Glück gehabt, aber es nervt doch arg, dass es um halb fünf dunkel ist. 

Da ich den nächsten Eintrag mit Sicherheit erst in Italien schreiben werde, hänge ich noch ein paar Fotos aus Vlora an.

Mein Vormittagsbüro - Croissant und Cappuccino hat mir der Kellner ab meinem dritten Besuch einfach immer gebracht, sobald er mich sah. 

Die Bucht von Vlora

Es ist eine sehr kinderfreundliche Stadt, gibt auch viele Spielplätze

Theater mit einer etwas merkwürdigen Weihnachtsdeko