22/07/2022

Novi Sad

Es wurde mal wieder Zeit für einen Ausflug. Ich bin ja in Oaxaca gut gestartet, aber danach habe ich meine jeweiligen Aufenthaltsorte nicht mehr verlassen. In Puerto Escondido war ich aufgrund der Hitze recht faul und in Mexico City hatte mir der Maskenwahnsinn jegliche Lust auf Aktivitäten geraubt. 

Hier spielen Masken keine Rolle und die Kombination hohe Temperaturen + geringe Luftfeuchtigkeit macht mir nicht viel aus. 

Novi Sad liegt etwa 80 km nördlich von Belgrad und ist die zweitgrößte Stadt Serbiens. Ich hatte daran gedacht, nach Belgrad einen Monat in Novi Sad zu verbringen, aber da ich nun im August kurz nach Ungarn fahre und dann zum Housestitting nach Südserbien muss, hat sich ein längerer Aufenthalt in Novi Sad erst einmal erledigt. Ich wollte die Stadt aber wenigstens kurz besuchen und damit es nicht zu stressig wird, hatte ich mir für eine Nacht ein Hotelzimmer gebucht. 

Der Busbahnhof von Belgrad war dann die erste Herausforderung. Fast alles mit kyrillischen Buchstaben beschriftet und insgesamt ziemlich unübersichtlich. Zum Glück hatte ich im Internet gelesen, dass ich zustäzlich zu meinem online gekauften Ticket eine Gebühr bezahlen musste, um zu den Plattformen zu gelangen und dass es dazu einen speziell Schalter gibt. Schalter Nr. 12, um genau zu sein. Ich kam also glücklich durch, aber es gab etwa 40 Plattformen und keinerlei Anzeigetafel, welcher Bus wo abfährt. Wenn man das Ticket am Busbahnhof kauft, steht es wohl auf dem Fahrschein, aber auf meinem Online-Ticket stand leider nichts. Also fragen und da irgendwie niemand Englisch sprach, konnte ich da plötzlich super Serbisch üben. Ich habe meine Plattform gefunden und bin gut nach Novi Sad gekommen. 

Nachdem ich meine Sachen ins Hotel gebracht hatte, blieb mir der ganze Nachmittag, um die Stadt ein wenig zu erkunden. Zum Glück ist das Stadtzentrum nicht sehr groß, so dass die Zeit gereicht hat. In Novi Sad befindet sich eine von Serbiens 4 Synagogen. Von dieser aus wurden am 26. April 1944 die noch verbleibenden Juden Novi Sads in die Konzentrationslager der Nazis gebracht. Damals hat eine Mehrheit der Bevölkerung bestenfalls nicht eingegriffen und schlimmstenfalls mitgemacht. So wie heute so viele Menschen im Namen von angeblicher Pandemiebekämpfung oder Diversität/Multikulturalität irrsinnige Entscheidungen mittragen und bejubeln. Und weil ich mich intensiv mit der Nazizeit, mit Psychologie und Soziologie der Massen sowie mit Pharmaindustrie und Lobbyismus beschäftigt habe, habe ich wohl von Anfang an so stark und abwehrend auf alles reagiert, was seit Anfang 2020 passiert ist. 

Aber zurück zu Novi Sad. Dem Besuch der Synagoge folgte ein Spaziergang durchs Stadtzentrum und ein kurzer Besuch der Petrovaradin-Festung am anderen Donauufer. Die zwischen 1692 und 1780 erbaute Festung wurde nie erobert. Novi Sad wurde von Serben gegründet und war lange die größte fast ausschließlich von Serben bewohnte Stadt. Dies änderte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Novi Sad Teil von Österreich-Ungarn wurde. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Novi Sad Teil des Königreichs Serbien und später Jugoslawiens. Ebenso wie Belgrad wurde auch Novi Sad während des Kosovo-Kriegs 1999 von der NATO bombardiert. 

Am frühen Abend habe ich mir eine Portion Čevapis in einem hübschen Restaurant gegönnt und bin  früh ins Bett gefallen, weil ich nach knapp 14 km laufen ziemlich müde war. Am nächsten Vormittag ging es zurück nach Belgrad, wo mich um 14:00 Uhr ein Zahnarzttermin erwartete. 



Synagoge von Novi Sad

St. Georg-Kathedrale

Die Donau mit eine der neuen Brücken. Alle drei alten Brücken wurden bei den NATO-Bombardierungen 1999 zerstört. 

Donau und Festung

Orthodoxe Kirche


Rathaus

Abendessen

15/07/2022

Von Mexiko nach Serbien

 Es ist schon mehr zwei Wochen her, seit ich Mexico City verlassen habe. Damit es chronologisch bleibt, schreibe ich jetzt erst über meine Reisewoche und im nächsten Artikel dann über Belgrad.

Mein letzter Tag in Mexico war nicht gerade super. Das fing auf dem Flug von Mexico City nach Cancún an, wo ich wie immer meine Flasche in der Hand hatte, um die verdammte Maske nicht tragen zu müssen. Während das Fluges kein Problem, aber nach der Landung bekam ich Streit mit einem Flugbegleiter und einer Amerikanerin. Man drohte mir Geldstrafe und Flugverbot an. Ich habe sämtliche Drohungen ignoriert und bin ohne Maske aus dem Flugzeug. War ja eh mein letzter Flug in Mexiko. 

In Cancún hatte ich ein Hotel in de Nähe des Flughafens gebucht. Das war ein großer Fehler. Es gab nicht ein einziges Restaurant in der Nähe, dafür aber jede Menge Mücken. Dazu kaum vorhandenes Internet und zum Schluss noch einen Stromausfall, der mir das Ladegerät meines Macbooks zerstörte - was ich erst in Europa bemerkte. Außerdem waren außer mir nur noch zwei Brasilianer in diesem komischen Hotel. Die waren auch nicht begeistert. 

Am Flughafen konnte ich problemlos ohne Maske laufen, aber es kam alle 5 Minuten eine Durchsage auf Englisch und auf Spanisch, dass man sie tragen soll. Absolut nervig. Und dann das Boarding. Ich stehe im Flugzeug und fast niemand trägt eine Maske. So genial. Allein aufgrund dieser Tatsache war dieser Flug soviel angenehmer als die Reise nach Deutschland letztes Jahr. 

Am Freitag, den 1. Juli gegen 14:00 Uhr bin ich dann in Zürich gelandet. Ich habe es geschafft, bis 21:00 Uhr wach zu bleiben, aber gut geschlafen habe ich leider trotzdem nicht. Am Samstag ging es dann mit dem Zug zu meinen Kindern. Sobald wir die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland überquert hatten, kam auch schon die Durchsage, dass ab jetzt eine Maske zu tragen sei. Was ich natürlich ignoriert habe. In Freiburg setzte sich eine Studentin zu mir, die die Maske unter der Nase hatte und sie schließlich auch abnahm. Wir haben uns sehr nett unterhalten und sie meinte, dass 80% ihrer Kommilitonen den Nonsens der linksgrünen Corona- und Gender-Bubble gut finden würden. Armes Deutschland. 

Das Wochenende mit den Kids war sehr nett, aber auch sehr schnell vorbei. Aber wir können uns ja jetzt öfter mal sehen. Mindestens einmal im Jahr. 

Am Montag ging es nach Stuttgart, wo ich mich kurz mit einer ehemaligen Schülerin aus Aserbaidschan getroffen habe und dann zum Flughafen gefahren bin. Um kurz vor Mitternacht stand ich in meinem Airbnb in Belgrad und im nächsten Artikel schreibe ich dann, wie es mir so in Serbiens Hauptstadt gefällt. 

Hotel in Cancún

Teurer Cappuccino in Zürich und die Handtasche hat jetzt ihr Zuhause bei meiner Tochter, da sie zum Reise nicht sehr praktisch ist

Deutsche Maskenfanatiker auf Schweizer Territorium (wo keine Maskenpflicht herrscht)