Es wurde mal wieder Zeit für einen Ausflug. Ich bin ja in Oaxaca gut gestartet, aber danach habe ich meine jeweiligen Aufenthaltsorte nicht mehr verlassen. In Puerto Escondido war ich aufgrund der Hitze recht faul und in Mexico City hatte mir der Maskenwahnsinn jegliche Lust auf Aktivitäten geraubt.
Hier spielen Masken keine Rolle und die Kombination hohe Temperaturen + geringe Luftfeuchtigkeit macht mir nicht viel aus.
Novi Sad liegt etwa 80 km nördlich von Belgrad und ist die zweitgrößte Stadt Serbiens. Ich hatte daran gedacht, nach Belgrad einen Monat in Novi Sad zu verbringen, aber da ich nun im August kurz nach Ungarn fahre und dann zum Housestitting nach Südserbien muss, hat sich ein längerer Aufenthalt in Novi Sad erst einmal erledigt. Ich wollte die Stadt aber wenigstens kurz besuchen und damit es nicht zu stressig wird, hatte ich mir für eine Nacht ein Hotelzimmer gebucht.
Der Busbahnhof von Belgrad war dann die erste Herausforderung. Fast alles mit kyrillischen Buchstaben beschriftet und insgesamt ziemlich unübersichtlich. Zum Glück hatte ich im Internet gelesen, dass ich zustäzlich zu meinem online gekauften Ticket eine Gebühr bezahlen musste, um zu den Plattformen zu gelangen und dass es dazu einen speziell Schalter gibt. Schalter Nr. 12, um genau zu sein. Ich kam also glücklich durch, aber es gab etwa 40 Plattformen und keinerlei Anzeigetafel, welcher Bus wo abfährt. Wenn man das Ticket am Busbahnhof kauft, steht es wohl auf dem Fahrschein, aber auf meinem Online-Ticket stand leider nichts. Also fragen und da irgendwie niemand Englisch sprach, konnte ich da plötzlich super Serbisch üben. Ich habe meine Plattform gefunden und bin gut nach Novi Sad gekommen.
Nachdem ich meine Sachen ins Hotel gebracht hatte, blieb mir der ganze Nachmittag, um die Stadt ein wenig zu erkunden. Zum Glück ist das Stadtzentrum nicht sehr groß, so dass die Zeit gereicht hat. In Novi Sad befindet sich eine von Serbiens 4 Synagogen. Von dieser aus wurden am 26. April 1944 die noch verbleibenden Juden Novi Sads in die Konzentrationslager der Nazis gebracht. Damals hat eine Mehrheit der Bevölkerung bestenfalls nicht eingegriffen und schlimmstenfalls mitgemacht. So wie heute so viele Menschen im Namen von angeblicher Pandemiebekämpfung oder Diversität/Multikulturalität irrsinnige Entscheidungen mittragen und bejubeln. Und weil ich mich intensiv mit der Nazizeit, mit Psychologie und Soziologie der Massen sowie mit Pharmaindustrie und Lobbyismus beschäftigt habe, habe ich wohl von Anfang an so stark und abwehrend auf alles reagiert, was seit Anfang 2020 passiert ist.
Aber zurück zu Novi Sad. Dem Besuch der Synagoge folgte ein Spaziergang durchs Stadtzentrum und ein kurzer Besuch der Petrovaradin-Festung am anderen Donauufer. Die zwischen 1692 und 1780 erbaute Festung wurde nie erobert. Novi Sad wurde von Serben gegründet und war lange die größte fast ausschließlich von Serben bewohnte Stadt. Dies änderte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Novi Sad Teil von Österreich-Ungarn wurde. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Novi Sad Teil des Königreichs Serbien und später Jugoslawiens. Ebenso wie Belgrad wurde auch Novi Sad während des Kosovo-Kriegs 1999 von der NATO bombardiert.
Am frühen Abend habe ich mir eine Portion Čevapis in einem hübschen Restaurant gegönnt und bin früh ins Bett gefallen, weil ich nach knapp 14 km laufen ziemlich müde war. Am nächsten Vormittag ging es zurück nach Belgrad, wo mich um 14:00 Uhr ein Zahnarzttermin erwartete.













