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06/01/2025

Reflektionen in Córdoba

Vor zwei Tagen habe ich meine Wohnung in Buenos Aires übergeben und bin mit dem Bus nach Córdoba gefahren. Zehn Stunden Fahrt, also Kurzstrecke für argentinische Verhältnisse. Die Landschaft eher belanglos. Flach, grün, einige Kühe, einige Pferde. Angenehme Reise. Ich weiß ja mittlerweile, dass es sich lohnt, ein paar Pesos auszugeben und im "Business"-Bereich des Busses einen der Einzelsitze rechts zu buchen, sodass ein nerviger Sitznachbar nicht möglich ist. 

Mein Airbnb hier liegt sehr ruhig, und das ist nach der lauten Wohnung von Buenos Aires wirklich angenehm. Hier kann ich draußen sitzen und es gibt keinen Verkehrslärm. Ich habe eine hübsche Terrasse mit Pflanzen. Nervig sind allerdings die Mücken, aber gut, nichts ist perfekt. Da es in unmittelbarer Nähe auch kein nettes Café gibt (und da Argentinien mittlerweile extrem teuer geworden ist), habe ich gerade etwas Lustiges angefangen: Kochen mit Hilfe von ChatGPT. Ich bitte um einfache Rezepte mit wenigen Zutaten und bekomme Vorschläge inklusive Anleitung für Doofe. Oder ich sage, was ich noch an Lebensmitteln habe und frage, was man damit machen kann. Das funktioniert ausgesprochen gut, hatte ich schon über Weihnachten in Buenos Aires ausprobiert. 

Tja, und nun ist das Jahr 2024 Geschichte. Irgendwie war es ein komisches Jahr. 2025 hingegen wird definitiv ein Jahr der Veränderungen. Momentan habe ich einfach mal einen Gang zurückgeschaltet. Und es akzeptiert, dass mein German with Stories-Projekt nie wirklich erfolgreich sein wird, weil ich einfach kein Marketing-Typ bin. Letztlich habe ich im letzten Jahr für diese ganze Patreon/Membership-Geschichte für einen Stundenlohn von weniger als fünf Dollar gearbeitet. Auch die Bücher sollten längst mehr Einnahmen als 700-800 Dollar pro Monat bringen. Nun habe ich beschlossen, dass ich sämtliche Short Stories, die ich in den letzten Jahren geschrieben habe, in drei Büchern zusammenfasse, veröffentliche und das wird dann das Ende des Kapitels German with Stories und "Deutschlehrerin". Natürlich bleiben die Bücher auf Amazon und vielleicht schreibe ich weitere Bücher, aber alles anderes wird wegfallen.

Und jetzt? Ideal wäre es, wenn die Zusammenarbeit mit Sergio so perfekt klappen würde, dass wir beide gut von den Einnahmen leben könnten. Da sind wir uns auch einig, aber da geht natürlich nicht von heute auf morgen. 

Hier in Córdoba werde ich bis zum 31. Januar sein. Es ist ziemlich heiß (logisch, ist Sommer), aber ich hoffe, dass ich einige Ausflüge machen kann. Córdoba selbst finde ich bisher nicht so spannend. Heute (Sonntag) war im Zentrum total tote Hose. Alles geschlossen. Wirklich alles, nicht einmal ein Café habe ich gefunden. Zum Glück hatte ich Wasser mit. 





31/12/2023

Rückblick 2023 und Ausblick auf 2024

Die argentinischen Züge fahren nicht weit, sind eher wie S-Bahnen. Das hier ist Bahnhof Núñez

Ich habe mir gerade noch einmal meinen Rückblick/Ausblick-Artikel von vor einem Jahr durchgelesen. Äh, ist irgendwie mal wieder anders gelaufen, als ich so gedacht hatte. Vor einem Jahr war ich in Albanien, jetzt in Argentinien. Dieses Jahr  war ich in elf verschiedenen Ländern, aber manchmal nur sehr kurz: Albanien, Italien, Vatikan, San Marino, Kroatien, Deutschland, Aruba, Peru, Argentinien, Paraguay und Bolivien. 

Hier noch einmal Monat für Monat: 

Januar - März: Das waren Anfang Januar die letzten Tage in Vlora/Albanien und dann ging es mit der Fähre rüber nach Italien. Mit Ausnahme des wirklich schönen Aufenthalts auf Sizilien bin ich da viel zu schnell gereist und war Ende März entsprechend erledigt. Kurze Ausflüge in den Vatikan und nach San Marino gab es auch, was auf jeden Fall interessant war. 

April: Drei Wochen in Split/Kroatien. Geplant war eine Woche und dann weiter nach Bosnien, aber aufgrund von Reisemüdigkeit bin ich in Kroatien geblieben und von dort nach Deutschland geflogen. 

Mai: Besuch bei den Kindern und in Herford. Immer schön. Dann der Flug von Amsterdam nach Aruba, wo es mir gar nicht gefallen hat, sodass ich sehr froh war, als ich Mitte Mai dann nach knapp 15 Monaten Abwesenheit mal wieder in Lima landete. 

Juni/Juli: Argentinien. Erst Buenos Aires, dann per Bus in Etappen bis an die paraguayische Grenze. 

August/September: Drei Tage Paraguay und von dort zurück nach Lima, um meinen Pass abzuholen. 

September/Oktober: Mein Aufenthalt in Santa Cruz/Bolivien war entspannt in einem netten Airbnb, aber nicht wirklich ereignisreich. 

November: Ab nach Paraguay, um die Aufenthaltserlaubnis zu beantragen. Fünf Wochen Asunción waren zu lang. Das ist keine Stadt, wo ich nochmal längere Zeit verbringen möchte. 

Dezember: Zurück nach Buenos Aires, wo nun bis Mitte Februar bleiben werden. 

Arbeitsmäßig positiv war, dass ich tatsächlich keine neuen Schüler genommen habe bzw nehmen musste. Es sind jetzt noch 12, von denen eine Russin und ein Amerikaner zwei Stunden pro Woche machen. Also maximal 14 Stunden Unterricht pro Woche, aber durchschnittlich eher 10. Die Buchverkäufe sind stabil, sollten aber steigen. Das Problem ist, dass immer so viel zu machen ist bzw wäre und ich das irgendwie nie so richtig auf die Reihe bekomme. Ich bräuchte dringend eine Assistentin, aber dafür fehlt das Geld. 

Ausblick auf 2024: Ich werde nicht nach Europa fliegen. Jaci und Felix kommen auf jeden Fall, wenn auch erst im November und Thiago kann ich hoffentlich auch noch überreden. Plan ist, den größten Teil des Jahres in Argentinien zu verbringen, aber ich möchte auf jeden Fall auch Chile besuchen. Und vielleicht im hiesigen Winter für einige Wochen nach Brasilien. 

Bahnhof Tigre, Provinz Buenos Aires (ca 40 min mit dem Zug von Núñez)

Selbsterklärend

Gebäude an der Avenida del Libertador

Park in Palermo

Buenos Aires ist unglaublich grün

Das ist ein Café, aber ich war nicht drin

Nochmal Park in Palermo

Café gleich um die Ecke, perfekt, um schnell einen Cappuccino zu trinken

01/01/2023

Rückblick 2022 und Ausblick auf 2023


Nun war ich dieses Jahr tatsächlich in 9 verschiedenen Ländern: Peru, Mexiko, Schweiz, Deutschland, Serbien, Ungarn, Nordmazedonien, Kosovo und Albanien. Das hätte ich Silvester 2021 so wirklich nicht gedacht. Zwar war ich mir da schon sicher, dass ich Lima verlassen würde, aber geplant war erst einmal nur ein Escape nach Mexiko. Europa hatte ich gar nicht im Visier, denn da war ja noch Höhepunkt der Covid-Hysterie. Zum Glück ist dieser Irrsinn ja nun so gut wie Geschichte. Man weiß natürlich nie, was als nächstes kommt. Aber bleiben wir mal positiv. 

2022 war also reisemäßig, aber auch businessmäßig ein recht ereignisreiches Jahr. Es gibt jetzt sieben Bücher von mir auf Amazon und das achte steht sozusagen in den Startlöchern. Die Einnahmen sind stabil, steigen aber langsamer, als ich gehofft hatte. Immerhin haben sie sich seit letzten Dezember verdoppelt und entsprechend konnte ich die Anzahl meiner Unterrichtsstunden doch stark reduzieren. Ein oder zwei Stunden pro Tag mit wirklich netten Schülern ist kein Problem. Gut, manchmal sind es noch drei Stunden oder sogar fünf (dienstags), aber die Richtung stimmt. 

Hier noch einmal kurz alles aufgelistet nach Monaten: 

Januar/Februar: Das waren die letzten Wochen in Peru. Da hatte ich schon mein Flugticket nach Mexiko. Die letzten zwei Wochen in Peru waren aus diversen Gründen noch mal so richtig schön abartig. 

März - Juni: Mexiko, Bundesstaat Oaxaca in den Bergen und an der Küste, kurzer Abstecher nach Tepoztlán, um Freunde zu besuchen und schließlich ein Monat Mexiko City mit vielen vielen Masken. 

Juli: Flug von Cancún nach Zürich (keine Masken im Flugzeug), kurzer Besuch bei den Kindern und dann mein letzter Flug dieses Jahr: Stuttgart - Belgrad. In Serbiens Hauptstadt habe ich von einem netten Zahnarzt eine neue Krone bekommen und es war sehr heiß. 

August: Kurzer Abstecher nach Ungarn, um zwei Freundinnen zu besuchen. 

August/September: Nochmal eine Woche Belgrad und dann House- und Dog-Sitting in Südserbien. Dorfleben, sehr ruhig, sehr schöne Natur. 

Oktober: Ohrid-See und Skopje in Nordmazedonien. Ersteres total schön, letzteres irgendwie ereignislos. 

November: Zwei Wochen im Kosovo, in der Hauptstadt Pristina und in Prizren im Süden. Immer noch erstaunlich gutes Wetter. 

November/Dezember: Tirana und Vlora in Albanien. Anfangs mehr Regen, aber von den Temperaturen her sehr sehr angenehm. Außerdem weniger Raucher als in den anderen Balkanländern, so dass ich problemlos in Cafés gehen konnte.

Zehn Tage bin ich nun noch in Albanien und dann geht es nach Italien. Das wäre vor einem Jahr ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, denn ebenso wie Deutschland hat Italien Ungeimpfte massiv diskriminiert. Anders als in Deutschland haben die Italiener ihre Politiker aber bei den Wahlen abgestraft. Auf Italien freue ich mich, weil ich dort Italienisch sprechen kann. 

Insgesamt werde ich im ersten Halbjahr 2023 etwas schneller unterwegs sein und mehr Städte besuchen. Ende Juni komme ich in Deutschland an, weil ich einen neuen Pass beantragen muss. Vorher werde ich außer in Italien auch Zeit in Kroatien, Bosnien, Montenegro, Slowenien und Österreich verbringen. Das ist schon alles grob geplant und teilweise bereits gebucht. Danach folgt dann die Wartezeit auf den Pass und dann will ich wieder raus aus Europa. Asien wäre schön, aber leider beißt sich das mit meinen Unterrichtsstunden. Es wäre eine extrem schlechte Zeitzone, wenn ich mit meinen jetzigen Schülern weitermachen möchte. Also entweder noch einmal Lateinamerika oder Richtung Afrika. Es wird auch von den Flugpreisen und Einreisebedingungen abhängen. Noch einen Winter in Europa möchte ich jedenfalls nicht. Mit den Temperaturen habe ich ja bisher echt Glück gehabt, aber es nervt doch arg, dass es um halb fünf dunkel ist. 

Da ich den nächsten Eintrag mit Sicherheit erst in Italien schreiben werde, hänge ich noch ein paar Fotos aus Vlora an.

Mein Vormittagsbüro - Croissant und Cappuccino hat mir der Kellner ab meinem dritten Besuch einfach immer gebracht, sobald er mich sah. 

Die Bucht von Vlora

Es ist eine sehr kinderfreundliche Stadt, gibt auch viele Spielplätze

Theater mit einer etwas merkwürdigen Weihnachtsdeko