
Der Flug von Amsterdam nach Aruba war okay, auch wenn der Flughafen Schiphol genauso schrecklich ist wie Frankfurt und sich die 10 Stunden dahinzogen wie Kaugummi. Der Landeanflug war ziemlich spektakulär, weil die Landebahn nur wenige Meter von der Küste beginnt. Man schwebt also vor der Landung direkt über dem Meer.
Die Einreise war superschnell. Keine Schlange, da ich ja nicht auf Gepäck warten musste, Stempel in den Pass und fertig. Und danach wurde es blöd. Geld wechseln kann man am Flughafen nicht und der einzige Automat wollte US$ 5 Gebühren. Draußen stand dann noch ein anderer Automat, der sich mit US$ 3,50 zufrieden gab. Das Taxi, das mich in mein 4 km entferntes Airbnb brachte, kostete US$ 25. Ja, sag mal, spinnt ihr?
Die nächste Katastrophe war mein Airbnb. Ein Studio, für das ich immerhin knapp US$ 400 für eine Woche bezahlt hatte und das eigentlich eine Küche haben sollte. Nun, die besteht aus einem Kühlschrank, einer Spüle und einem Wasserkocher. Es gibt auch eine Pfanne, aber kann mir mal jemand erzählen, wie ich ohne Kochplatten eine Pfanne benutzen soll? Außerdem ist das Studio so mini, dass nicht einmal Platz für meine Yogamatte ist. Und die Stühle dermaßen unbequem, dass ich nach zwei Stunden Unterricht Rückenschmerzen hatte.
Oranjestad selbst ist ein Witz. Das sogenannte historische Zentrum besteht aus bunten Häusern, die total kitschig und unnatürlich aussehen, zwei Malls mit extrem teuren Geschäften (Gucci, Dolce & Gabbana, Chanel etc) und einigen Restaurants, wo ich nur die Preise sehen musste, um gleich wieder wegzulaufen. Der Rest der Stadt ist langweilig und irgendwie sieht man auch kaum Menschen. Einkaufen kann man in chinesischen Supermärkten, die wenig einladend aussehen und wo alles doppelt und dreifach in Plastik verpackt ist. Mir fehlen die netten kleinen Obst- und Gemüseläden, die es überall in Lateinamerika gibt.
Da diese Aruba-Woche eine ziemlich spontane Entscheidung war, weil ich so happy über den billigen Flug war, hatte ich dummerweise vergessen, mich etwas genauer über die Insel zu informieren. Aruba liegt außerhalb des Hurrikan-Gürtels, aber es ist das ganze Jahr über windig und besonders stark im Mai und Juni. Es mag sicherlich Leute geben, die das bei der Hitze angenehm finden, aber zu denen gehöre ich nicht. Ich finde es überhaupt nicht witzig, spazieren zu gehen, wenn mir ständig heißer Wind ins Gesicht bläst.
Gibt es irgendwas Schönes? Nein, sorry, gibt es nicht. Es ist einfach nur nervig und ich werde extrem happy sein, wenn ich am Montag in Lima ankomme. Insgesamt denke ich, dass sich das Thema Karibik für mich erledigt hat. Und auch alle anderen extrem touristischen Sonne-Strand-Meer-Orte. Ist nicht meine Welt, interessiert mich nicht. Mir ist Kultur und Geschichte wichtiger, dazu nette und nicht zu stressige Ausflüge in die Natur.
Unten einige Bilder. Kein Strand. Warum nicht? Nun, viele Strände gehören zu den Hotels und sind nicht öffentlich zugänglich. Oder man muss von Oranjestad einen Bus nehmen oder ein Auto mieten. Davon abgesehen habe ich bei dem Wind echt keine Lust, in die Nähe von Sand zu kommen. Das hatte ich 2019 in Ecuador, der ist dann schlichtweg überall.