Am Montag sind die Australier nach Belgrad zum Flughafen gefahren und natürlich mittlerweile gut in Australien angekommen. Am Sonntag haben sie mich noch ein bisschen durch die Gegend gefahren. Es gibt einige Klöster in der Nähe, aber sie sind nur in der Nähe, wenn man ein Auto hat. Bestimmt haben Mönche heutzutage auch ein Auto. Macht aber nichts, das Haus ist wirklich schön, die Aussicht genial und es ist nett, die Hunde als Gesellschaft zu haben. Im Dorf gibt es eine Bäckerei, zwei kleine Geschäfte, in denen ein liebeswertes Chaos herrscht, so dass man fragen muss, wenn man etwas Bestimmtes sucht. Bis in die Stadtmitte von Pirot laufe ich doch gut 30 Minuten, aber zurück kann ich für 300 Dinar mit dem Taxi fahren. Das sind etwa € 2,50 und macht Sinn, wenn ich im Supermarkt einen größeren Einkauf tätige. Es ist herrlich ruhig hier und ich bin sehr motiviert, an meinem Business zu arbeiten und Sprachen zu lernen. In Pirot gibt es durchaus auch einiges zu schauen. Das werde ich noch machen und fotografieren und dann noch mal etwas schreiben. Bin ja noch eine ganze Weile hier.
26/08/2022
Dorfleben
20/08/2022
Ein Nachmittag in Niš / Ankunft in Pirot
Die Busfahrt von Belgrad nach Niš (Serbiens drittgrößte Stadt) dauerte knapp vier Stunden und war semi-angenehm, denn während der ersten zwei Stunden saß eine ziemlich dicke Frau neben mir, deren Hinterteil sich zum einen ständig zur Hälfte auf meinem Sitzplatz befand und die zum anderen fast die ganze Zeit am Telefonieren war. Sowas stresst mich und als Folge habe ich mir dann erst einmal eine Migräne-Tablette eingeworfen. Anders als in Ungarn gibt es die Tabletten in Serbien zum Glück frei verkäuflich in der Apotheke und sie sind wesentlich billiger als in Deutschland oder Peru. Trotzdem habe ich keine Lust auf Migräne. Da es mit 40°C sehr heiß war, habe ich mir für die 2km bis zum Hotel ein Taxi gegönnt. Der Taxifahrer hat mich allerdings eine Runde abgezockt, wie ich am nächsten Morgen merkte. Busbahnhof - Hotel = 800 Dinar, Hotel - Busbahnhof = 230 Dinar. Minimaler Unterschied. Taxifahrer sind einfach weltweit zu 90% Arschlöcher. Klar, 800 Dinar sind nur knapp 7 Euro, aber es geht ums Prinzip und meine Erfahrung ist, dass Taxifahrer Touristen abzocken, wo sie nur können.
Nun denn, trotz der Hitze habe ich dann am späten Nachmittag noch einen Spaziergang durch Niš gemacht, aber im Vergleich zu Belgrad oder Novi Sad ist die Stadt ziemlich langweilig. Es gibt eine Festung, aber davon stehen nur noch Reste. Die Fußgängerzone ist nett, aber nicht überwältigend.
Heute morgen bin ich dann nach Pirot gefahren, wo mich das australische Ehepaar abgeholt hat. Wir haben mich bei der Polizei als Besuch angemeldet (ist in Serbien für Touristen Pflicht, hat aber mein Airbnb-Host in Belgrad nicht gemacht). Nun sitze ich in einem sehr hübschen Haus mit toller Aussicht und zwei netten Hunden etwas außerhalb der Stadt, aber trotzdem nur 20 Minuten zu Fuß bis ins Zentrum. Die Australier werden sich am Montag verabschieden und dann bin ich hier bis Ende September alleine.
19/08/2022
Noch eine Woche in Belgrad
Von Szeged aus bin ich mit einem serbischen Van-Service zurück nach Belgrad gefahren. Die haben mich in Szeged am Busbahnhof einsortiert und in Belgrad an meinem Airbnb abgesetzt. Das einzige Problemchen war die Überquerung der Grenze. Das hat auf der ungarischen Seite fast eine Stunde gedauert, obwohl die Schlange vor uns wirklich nicht lang war. Keine Ahnung, was die Ungarn da alles gemacht und geprüft haben. Normalerweise dauert es nicht so lange, ein Land zu verlassen. Auf der serbischen Seite ging es alles superschnell. Kurz Pässe vorzeigen, bei mir Stempel rein und fertig.
Die Woche in Belgrad verlief dann relativ ereignislos. Einmal war ich mit meinem Airbnb-Host essen, der in Sachen Corona genauso denkt wie ich und letztes Jahr einen gut bezahlten Job in Abu Dhabi aufgegeben hat, weil er sich nicht impfen lassen wollte. Novak Djoković scheint nicht der einzige Serbe mit Prinzipien zu sein :-).
Auch meinen Juli-Nachbarn vom anderen Airbnb habe ich noch einmal getroffen. Das war ein Amerikaner, der praktisch nur die Hauptstädte besucht und dort in zwei oder drei verschiedenen Stadtteilen wohnt, jeweils für einen Monat. Drei Monate wäre mir zu lange für eine Stadt, aber jeder ist anders.
Snickers, die Airbnb-Katze, war an den ersten zwei Tagen nach meiner Rückkehr erst etwas zurückhaltend und kam nur, um sich Futter abzuholen. Danach hat sie mir aber doch noch mal ihr Vertrauen geschenkt und kam auch wieder zum Schlafen und Kuscheln. Ich bin heute morgen weg und heute Abend tritt Snickers ihre Reise nach Schweden zu ihrer neuen Familie an. Und für mich beginnt mein Housesitting nahe der bulgarischen Grenze. Dort werde ich bis Ende September sein.
11/08/2022
Szeged, Südungarn
Zwischen 2012 und 2015 war ich viel in Ungarn, aber immer in Budapest und von dort einige Ausflüge in die nähere Umgebung. Nun also Szeged, weil hier eine ehemalige Schülerin von mir wohnt. Sie ist so alt wie meine Tochter, aber wir haben uns von Anfang an gut verstanden und ich hatte Lust, sie auch einmal persönlich kennenzulernen. Wir haben uns zweimal getroffen und der Eindruck vom Skypen bestätigte sich. War bisher eigentlich immer so. Wenn ich mich mit jemandem online gut verstanden habe, klappte das auch im wirklichen Leben. Und Szeged war ebenfalls eine gute Wahl. Die Innenstadt ist wirklich wunderschön. Man kann alles Wichtige erlaufen, aber es fahren auch Busse und Straßenbahnen. Acht Tage waren natürlich viel zu kurz. Überhaupt denke ich, dass ich nächstes Jahr noch einmal eine längere Zeit in Ungarn verbringen werde. Auch wegen der Sprache. Ich muss sagen, dass mir Europa auch deswegen gerade richtig Spaß macht. Ich habe wieder verschiedene Sprachen um mich herum.
Am Freitag nach meiner Ankunft ging es mir übrigens so beschissen, dass ich mir echt überlegt habe, ob ich nun Covid hatte. Mir tat mein ganzer Körper weh, das ist mir noch nie passiert. Am Samstag war allerdings alles wieder gut. Falls es also tatsächlich Covid war, war es ein Witz. Wahrscheinlich werde ich es nie erfahren.
Hier nun ein fotografischer Spaziergang durch Szeged:
07/08/2022
Kecskemét und Kunadacs
Bevor ich nach Serbien geflogen war, hatte ich eine Busfahrkarte nach Budapest gekauft, weil Serbien ja nicht in der EU ist und ich mir nicht sicher war, ob vielleicht jemand nach einem Ticket aus dem Land heraus fragen würde. Ist nicht passiert, aber ich hatte nun dieses Busticket und ein Abstecher nach Ungarn ist ja nie falsch. Da die Airbnbs in Budapest aber unglaublich teuer waren und ich in der Vergangenheit ja nun oft genug in der Stadt war, bin ich gleich weiter nach Kecskemét gefahren. Das ist mit etwa 100.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt Ungarns und sie liegt etwa 90 km südlich von Budapest. Dort habe ich zwei Nächte in einem Hotel übernachtet und mir die Stadt angeschaut. Und zum ersten Mal nach sechs Jahren wieder ein bisschen Ungarisch gesprochen. Ich lerne es seit einiger Zeit wieder aktiv. Ich mag diese Sprache einfach, auch wenn sie wahnsinnig kompliziert ist.
Von Kecskemét ging es 35 km weiter nach Westen, nach Kunadacs. Das ist ein Dorf in der ungarischen Puszta. Dort war gerade meine Freundin Bärbel, die ich das letzte Mal vor knapp fünf Jahren in Uruguay gesehen hatte. Sie passte dort auf den Hof und die Tiere eines Schweizer Ehepaars auf, während diese im Urlaub waren. Das war mal ein ganz anderes Erlebnis. Ein Dutzend Katzen und fünf Hunde im Haus und Garten, dazu noch vier Esel, zwei Alpakas, einige Schafe, Wellensittiche, Hühner und ein Truthahn. Und ich habe 24 Stunden meinen Laptop nicht angerührt.
Am nächsten Tag ging es zurück nach Kecskemét und von dort mit dem Zug nach Szeged, ganz im Süden von Ungarn. Davon berichte ich dann im nächsten Artikel.
06/08/2022
Sommer in Belgrad
Mittlerweile sind die vier Wochen Belgrad schon Vergangenheit, aber in einigen Tagen geht es noch einmal für eine Woche dorthin zurück. Dass ich in Belgrad gelandet bin, war mehr oder weniger Zufall. Ich hatte auch Airbnb-Hosts in Bukarest und Sofia angeschrieben und der Belgrader Host hat als erster geantwortet. Ich war 2015 schon einmal in Serbiens Hauptstadt, aber nur für eine Woche. Es hatte mir aber gut gefallen und dieser Eindruck hat sich jetzt noch einmal bestätigt.
Mein Airbnb war nicht im Zentrum, sondern im sehr hübschen Stadtteil Zemun, direkt an der Donau und mit Cafés und Geschäften gleich um die Ecke. Da Serbien ziemlich preisgünstig ist, bin ich fast jeden Tag essen gegangen oder habe zumindest irgendwo einen Cappuccino getrunken. Im Nachbar-Airbnb wohnte während der ersten Hälfte meines Aufenthalts ein Amerikaner, der kurz vor Beginn der Pandemie sein Nomadenleben gestartet hatte. Der hat sich tatsächlich erst in Brasilien zweimal impfen lassen und dann in Südafrika noch einen Booster. Das hat mich erstaunt und ihn hat es erstaunt, dass ich nicht geimpft bin. Wir haben uns trotzdem gut verstanden und waren ein paarmal zusammen essen.
Insgesamt war Belgrad nach dem maskenbesessenen Mexico City einfach nur herrlich. Es macht einen Riesenunterschied, ob um dich herum normale Menschen sind oder die Mehrheit einen Kaffeefilter vor der Nase trägt.
Natürlich war ich auch ein paarmal im Stadtzentrum, was mit dem Bus ganz unproblematisch und günstig ist. Man kann eine Karte kaufen und sie aufladen. Jede Fahrt kostet 90 Dinar, das sind etwa 80 Cent. Belgrad ist einerseits sehr modern und mit vielen Geschäften, die man auch aus Deutschland kennt (dm, Lidl, deichmann), aber es gibt auch noch Gebäude aus kommunistischen Zeiten, die an Hässlichkeit kaum zu überbieten sind und Leute, die auf der Straßen Waren anbieten, wie ich es aus Lateinamerika kenne.
Nervig ist die Tatsache, dass sehr viele Leute rauchen und es weiterhin auch drinnen erlaubt ist. Im Sommer ist kein großes Problem, weil ich mich draußen hinsetzen kann, aber so ab Oktober könnte das blöd werden, denn in anderen Balkanländern scheint das genauso zu sein.
Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, wieder nach Europa zurückzugehen. Macht einfach Spaß. Auch, weil ich hier nicht auf Flüge angewiesen bin, sondern alles auf dem Landweg machen kann.
Unvergesslich bleiben wird mir auch die Katze Snickers, die mich jeden Tag besuchen kam.























































