27/09/2025

Von Uyuni nach La Plata

 


Von Uyuni bin ich also zur bolivianisch-argentinischen Grenze gefahren. Also, erst mit dem Bus nach Villazón (Bolivien) und von dort zu Fuß nach La Quiaca (Argentinien). Es war wieder schnell und unproblematisch. Schwupps, stand ich in Argentinien und in einer anderen Welt. Alles viel moderner und hübscher, selbst im kleinen La Quiaca. Dort habe ich einmal übernachtet und dann stand die letzte Busfahrt nach Salta an. Mit acht Stunden war es die längste, aber argentinische Busse sind viel bequemer (und haben eine Toilette) und die Straßen sind natürlich besser. Allerdings sind die argentinischen Busse notorisch unpünktlich. Diese Erfahrung hatte ich ja 2023 schon gemacht. Eigentlich sollte die Fahrt nach Salta nämlich nur sieben Stunden dauern, das hatte man mir gesagt. Mit Ausnahme von der Fahrt Copacabana - La Paz war ich in Bolivien immer pünktlich oder sogar früher angekommen. 

Egal, ich kam in Salta an, hatte ein nettes Airbnb-Studio mit Balkon in Zentrumsnähe und habe mir eine ruhige Woche gemacht. Salta und Jujuy wären einen längeren Aufenthalt wert gewesen. Vielleicht ein andermal. 









Gestern ging es dann Buenos Aires, ein zweistündiger Flug von Salta aus. Von dort mit dem Bus nach La Plata. Die Unterkunft hatte Sergio organisiert - und das war ein Fehler. Es war ein privates Arrangement mit der Besitzerin des Airbnbs, wo Sergio im Februar ein paar Tage gewesen war. Aber nicht die gleiche Wohnung, sondern eine andere und die stellte sich als "sehr basic" heraus. Und definitiv nicht geeignet für zwei Personen, die beide Wert auf Privatsphäre legen. Sergio wird ja ab dem 9. Oktober auch hier sein, 

Letztlich habe ich mit der Besitzerin darauf geeinigt, dass ich zwei Wochen alleine hier verbringe und die Hälfte des vereinbarten Preises bezahle (obwohl 500 Dollar für zwei Wochen für diese Wohnung völlig überteuert sind). Für die zwei Wochen mit Sergio habe ich dann ein nettes Airbnb ein paar Straßen weiter gefunden. Mit mehr Platz, einer schöneren Küche und einen Balkon. Also alles okay. 

Keine Ahnung, ob es noch einen weiteren Bericht aus La Plata gibt. So extrem interessant ist die Stadt nicht. Bin bis zum 24. Oktober hier. 

16/09/2025

Salar de Uyuni

 


Tja, was soll ich sagen? Der Salar de Uyuni ist einen Besuch wert. Die Landschaft ist surreal, als wäre man auf einem anderen Planet. Die Stadt Uyuni selbst ist entsetzlich, aber damit kann man für zwei Tage leben. Weitaus problematischer sind die Touren. Es ist nicht möglich, den Salar auf eigene Faust zu besuchen und die kürzeste Tour ist eine 1-Tage-Tour. Start morgens um 10:30 Uhr, Rückkehr eigentlich um 19:00 Uhr, in der Realität 20:30 Uhr. Eigentlich würde ein dreistündiger Ausflug vollkommen ausreichen. Stattdessen besteht mehr als die Hälfte der Tour aus Foto-Sessions, bei denen die spektakuläre Natur nur eine Nebenrolle spielt.

Es startet mit dem Friedhof der Züge. Die Provinz Potosí ist bekannt für seine Bergwerke. Früher vor allem Silber, Zink und Blei, heute spielen die enormen Lithium-Vorkommen gerade hier um Uyuni herum eine immer wichtigere Rolle. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Mineralien per Zug abtransportiert, aber irgendwann zogen sich die europäischen Firmen zurück und die Züge verrotteten. So entstand der Friedhof der Züge, der dann zur Touristenattraktion wurde. Man kann auf den Zügen herumklettern und natürlich Fotos machen. Dieser erste Stop dauerte fast eine Stunde und das fand ich schon viel zu lang. 






Der nächste Stopp war der obligatorische Souvenir-Läden-Stop, der auch Infos zur Salzherstellung beinhaltete. Das war interessant und mit einer halben Stunde okay. 

Danach ging es endlich zum Salar. Um diese Jahreszeit ist er größtenteils trocken, aber es gab auch einen Teil mit Wasser. Wir bekamen alle Gummistiefel und haben dort zu Mittag gegessen. Unser Tourguide hatte Tische und Hocker mitgebracht und Futter. Das war schön. Wir waren so gegen 14:00 Uhr fertig und ab dem Moment wurde es nervig, weil danach nur noch Fotosession-Stops folgten. Ein wenig gerettet hat mich eine Brasilianerin, die ebenfalls allein unterwegs war und sich freute, als ich ihr anbot, sie zu fotografieren. So ging die Zeit zunächst ein bisschen schneller herum. 

Zuerst der "Rallye Paris-Dakar"-Stop. Die Rallye fand tatsächlich einige Jahre in Bolivien statt, also haben sie auch daraus eine "Touristen-Attraktion" gemacht. 




Danach folgte der Stop "Salz-Kunstwerke". Das war nett, aber mehr als eine Stunde Aufenthalt war wieder übertrieben: 




Mittlerweile war es fast 17:00 Uhr und ich dachte, ich hätte es fast überstanden, da man mir bei der Buchung der Tour ja gesagt hatte, wir seien gegen 19:00 Uhr zurück in Uyuni. Pustekuchen. Es standen noch drei Foto-Sessions auf dem Programm. Diese schwachsinnigen Fotos, wo es so aussieht, als sei ein Dino hinter dir her oder die ganze Gruppe muss in die Luft springen oder merkwürdige Posen einnehmen. Das ist alles total fake, aber leider sind diese Fotos Teil der Tour. Ich habe das nicht mitgemacht und musste also warten. Foto-Session 2 war Sonnenuntergang mit Wein auf dem Wasser-Teil des Salars (wegen der Reflexionen). Auch das dauerte ewig und unsere Gruppe war eine der letzten, die endlich abfuhren, als es schon stockdunkel war. Dummerweise folgte dann noch ein Stopp. Im Dunkeln mit irgendwelchen Lichtern, die der Guide mitgebracht hatte. Ich saß im Auto und habe vor mich hingeflucht. Und ich war so müde. Um 20:30 Uhr waren wir dann endlich zurück in Uyuni. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht einmal bedankt habe, sondern einfach nur aus dem Auto gesprungen und so schnell wie möglich ins Hotel gelaufen bin. 

Nie wieder eine Tour, die länger als vier Stunden dauert. Das ist Stress pur. Zum Glück habe ich heute Ruhetag. Dafür muss ich morgen um 6:00 Uhr morgens am Busbahnhof sein. Das wird dann meine letzte Busfahrt in Bolivien. Und ich glaube, noch einmal werde ich das Land nicht besuchen. Es war nett und interessant, aber die sind in vielerlei Hinsicht einfach noch auf dem Stand der 1990er und ich merke, dass ich dafür keine Geduld mehr habe. Ich brauche einfach Zivilisation und funktionierende Städte, in denen alles vorhanden ist, was ich so brauche. 

Zum Schluss noch einige Fotos vom eigentlichen Salar: 










14/09/2025

Zwischenstop Potosí

 


Potosí liegt auf über 4000 Meter Höhe. Es ist die alte Minenstadt Bolivien und eigentlich hatte ich hier gar keinen Stop geplant. Aufgrund der ersten Buserfahrung von Copacabana nach La Paz habe ich mir dann aber überlegt, dass ich statt einer siebenstündigen Busfahrt lieber zwei kürzere Fahrten mache. Die Straßen sind hier nämlich wirklich gewöhnungsbedürftig. Wobei es zwischen Copacabana und La Paz schlimmer war. Da ich weiterhin im (auf dem) Altiplano unterwegs bin, gibt es auch keine fiesen Kurven. Man hat es kaum bemerkt, dass es 1200 Meter weiter nach oben ging. 

Ähnlich wie in La Paz hat der blöde Bus wieder keinen richtigen Busbahnhof angefahren, sondern plötzlich hieß es "alle aussteigen". Finde ich wirklich nicht witzig, wenn ich mit meinem ganzen Gepäck an irgendeiner Straßenecke stehe und weit und breit die einzige Gringa bin. Ich wusste, dass es in Potosí kein Uber gibt, musste also ein Taxi anhalten. 10 Bolivianos (= € 1,20) für 3 km ins Zentrum. Bei solchen Preisen diskutiere ich gar nicht. Wenn der Taxifahrer mir doppelt so viel berechnet wie einem Bolivianer, gönne ich ihm das. 

Mein Hotel ist mit € 50 pro Nacht sehr teuer für Bolivien, aber ein bisschen Luxus muss ja ab und zu sein. Mein Zimmer hat sogar eine Heizung. Die hat mir Schlafprobleme verursacht 😀. Tatsächlich ist es hier weniger kalt, als ich erwartet hat, aber selbst, wenn dem nicht so wäre: Mit voll aufgedrehter Heizung kann ich genauso wenig schlafen wie mit Klimaanlage. Heute morgen habe ich Bescheid gesagt und jetzt ist sie aus. 

Potosí hat ein hübsches Zentrum mit Fußgängerzone, das war eine positive Überraschung. Nicht sehr groß, sodass ich mit zwei Spaziergängen gestern und heute einen guten Eindruck bekommen habe. Man muss sich ja nicht stressen. Ich muss mich schließlich mental auf die Uyuni-Tour am Montag oder Dienstag vorbereiten. Da Uyuni relativ klein ist, hoffe ich, dass der verdammte Bus mich morgen ausnahmsweise mal in der Nähe meines nächsten Hotels absetzt. 












Sucre - die Geburtsstadt Bolivien


Die 10 Tage in Sucre vergingen schnell und relativ ereignislos. Mein Airbnb war extrem gemütlich und das hat dann ja gerne zur Folge, dass ich gerne drinnen bleibe. Außerdem hat mich ein Schnupfen erwischt. Nichts Dramatisches, nur laufende Nase, aber somit hatte ich eine weitere Ausrede, es mir zu Hause gemütlich zu machen. 

Natürlich habe ich ein bisschen etwas von Sucre gesehen. Mit den vielen weißen Gebäuden im Zentrum erinnerte es mich an Arequipa in Peru. Aber Bolivien ist insgesamt noch quirliger. Viele kleine Geschäfte, viele Straßenverkäufer. Und überhaupt keine morgendliche Café-Kultur. Das war mir ja vor zwei Jahren schon in Santa Cruz aufgefallen. Bei meinen täglichen Cappuccinos saß ich immer mutterseelenallein im Café. 

Da Bolivien dieses Jahr am 6. August 200 Jahre Unabhängigkeit gefeiert hat und die Unabhängigkeitserklärung in Sucre unterschrieben wurde, hingen in der ganzen Stadt noch sehr viele bolivianische Flaggen. Ok, vielleicht ist das immer so. Die Bolivianer sind sehr traditionell und sehr stolz auf ihr Land, das war ganz klar mein Eindruck. Bolivien ist irgendwie anders. Leben möchte ich hier nicht, aber irgendwie mag ich das Land.