04/12/2025

Olinda, Pernambuco



Für die Rückfahrt nach Recife habe ich einen Bus erwischt, der aus Natal kam und als Endziel São Paulo hatte (nein, ich mag nicht wissen, wie lange das dauert). In João Pessoa fuhr er um 11 Uhr ab und um 12 Uhr gab es dann eine einstündige Mittagspause. Hurrah, somit dauerte meine Rückfahrt drei statt zwei Stunden. Zum Glück war dann am Busbahnhof sofort ein Uber verfügbar, das mich nach Olinda gebracht hat. 

Die zweite Hälfte João Pessoa war wie erwartet ereignislos. Allerdings habe ich es geschafft, mir den kleinen Zeh zu prellen, indem ich ihn gegen die Schlafzimmertür gedonnert habe. Er tut immer noch leicht weh, wenn ich Sandalen trage. Aus dem Grund latsche ich momentan ständig in Flipflops durch die Gegend, da drückt nichts gegen den Zeh. 

Das Beste an Olinda ist meine Unterkunft. Es ist nämlich ein ehemaliges Kloster und mein Zimmer hat eine wunderschöne Terrasse. Außerdem ist es herrlich ruhig, ich werde morgens von Vogelgezwitscher geweckt. Bei der Ankunft war ich erst leicht irritiert, weil nirgends ein Name steht. Es sieht also überhaupt nicht wie ein Hotel aus. 




Olinda selbst hatte ich mir irgendwie interessanter und hübscher vorgestellt. Es gibt halt ein paar bunte alte Häuser und einen schönen Ausblick aufs Meer, aber das war es auch schon. Nur wenige Schritte von meiner Unterkunft entfernt ist eine Aussichtsplattform mit einer Reihe von Souvenirläden und das war es auch schon. Der Rest der Stadt ist ziemlich hässlich. Heute Abend sprach mich eine junge Frau an, die nur noch die Hälfte ihrer Zähne besaß und fragte, ob ich ihr etwas zu essen kaufen könne. Sie war so dünn, dass ich ein extrem schlechtes Gewissen gehabt hätte, wenn ich es nicht getan hätte. Sie bat um einen Hamburger und den hat sie bekommen. 

Das Laufen hier macht tagsüber keinen Spaß, weil es hügelig mit Schatten ist. Abends ist es wesentlich angenehmer und dann sind auch mehr Leute auf der Straße. Tagsüber wirkt Olinda ziemlich ausgestorben. Ist vielleicht am Wochenende anders, aber das werde ich nicht herausfinden, weil ich morgen Abend nach Manaus fliege. 







Grüne Kokosnuss = Agua de Coco *yummy*



Im Hintergrund sieht man die Hochhäuser von Recife. 

16/11/2025

Halbzeit in João Pessoa

 


Es gibt wieder eine Hängematte auf dem Balkon und ich kann darin tatsächlich gut arbeiten. Diese Stadt ist der östlichste Punkt des kompletten amerikanischen Kontinents. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, dass ich um 6 Uhr morgens aufwache und es um 17 Uhr dunkel wird. Dafür gibt es keine Mosquitos. 

Es ist ruhig hier und ich mache nicht viel. Ok, das ist nicht ganz korrekt. Ich arbeite fleißig und ich denke nach. Aber ich habe keine Lust auf Sightseeing. Mein Balkon ist wirklich bequem und der Rest der Wohnung auch. Soll heißen: Ich bin ein Haustier und es gefällt mir. Meistens gehe ich nur morgens zum Supermarkt oder in die Bäckerei. Es gibt nicht viel Schatten in den Straßen. Mit 30°C ist es zwar nicht übermäßig heiß, aber die Sonne ist sehr stark. 

Tja, ich denke darüber nach, wie mein Leben nächstes Jahr verlaufen soll. Natürlich habe ich Pläne im Kopf, aber ich halte lieber meine Klappe. Wenn ich mich recht erinnere, haben sich alle meine Pläne und Ideen der letzten drei Jahre zerschlagen und es kam alles ganz anders. Genieße ich also einfach das schöne Wetter und hoffe, dass mein finanzielles Konstrukt nicht zusammenbricht, bevor ich wieder einen offiziellen Wohnsitz habe. Banken mögen es bekanntlich nicht, wenn man keinen Steuer- und Adressnachweis bringen kann. 

Keine Ahnung, ob ich noch einmal aus João Pessoa schreibe. Am 1. Dezember fahre ich für ein paar Tage nach Olinda, ein Stückchen nördlich von Recife. 











04/11/2025

Recife, Pernambuco













Das war eine schöne Woche in Recife. Aber ich darf nicht mehr so viel Pão de Queijo futtern und ständig Guaraná trinken, das ist schlecht für die Diät. Beides lacht mich hier halt ständig an. 

Mein Stadtteil Boa Viagem war ruhig mit allem in der Nähe, was man so braucht. Ich habe mir ein Buch gekauft, "Jantar Secreto", um endlich mal wieder etwas auf Portugiesisch zu lesen. 

An einem Tag bin ich ins Zentrum gefahren. Nach Recife Antigua, um exakt zu sein. Das ist eine Insel und dort wurde Recife im 17. Jahrhundert von den Holländern gegründet. Damals war nämlich Olinda die wichtige Siedlung hier, ein Stück nördlich vom heutigen Recife. 

Man sieht, dass sie in Recife Antigua viel machen, um die alten Häuser zu erhalten und zu renovieren, aber es gibt noch sehr viel zu tun. Einige sehen sehr schön aus und andere sind Ruinen. Hier gibt es auch die älteste Synagoge des amerikanischen Kontinents, ebenfalls zur Zeit der Holländer gegründet.

29/10/2025

Olá Brasil!

 

Blick vom Balkon meines Airbnbs in Recife

Von La Plata bis Recife sind es schlappe 5000 km. Das waren drei Flüge für mich. Der erste Flug brachte mich letzten Freitag von Buenos Aires nach Puerto Iguazú. Da Aerolíneas Argentinas mir einfach mal den Abflug-Airport geändert hatte, bin ich nicht von Buenos Aires' nettem Stadt-Flughafen Aeroparque abgeflogen, sondern musste nach Ezeiza, wo es einen Mini-Terminal für nationale Flüge gibt. Mein Uber-Fahrer war ein Peruaner, der erst seit zwei Wochen mit Uber unterwegs war und sich prompt verfahren hat. Zum Glück hatte ich genug Zeit eingeplant, da es Freitag wie aus Eimern schüttete. Mein Flug ist dann auch mit zwei Stunden Verspätung abgeflogen, was mich nicht so wirklich überrascht hat. 

Der Rest war unproblematisch. Mit dem Shuttle zum Busbahnhof Iguazú und dort fragen, wo die Busse nach Brasilien abfahren. Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt und in Foz do Iguaçu konnte ich in der Nähe meines Airbnbs aus dem Bus hüpfen und zum Airbnb laufen. 

Am Samstagvormittag bin ich zum Vogelpark Parque das Aves gefahren. Um mich herum nur brasilianische Besucher. Die internationalen Touristen besuchen den Park normalerweise nach den Wasserfällen. Ich selbst hatte keine Lust, mir die Wasserfälle an einem Wochenende anzutun. Der Vogelpark liegt ja direkt gegenüber und ich hatte schon bei der Ankunft gesehen, dass dort jede Menge Menschen waren. 

Am Sonntag war im Zentrum von Foz do Iguaçu tote Hose. Wie in Deutschland, alles geschlossen. Gut, fast alles, habe einen offenen Supermarkt gefunden. 

Am Montag standen dann zwei Flüge auf dem Programm, mit der brasilianischen Airline Azul. Die hat mich beeindruckt. Supermoderne Flugzeuge mit Bildschirm an jedem Sitz und definitiv mehr Platz als bei Aerolíneas Argentinas. Für meine Sitzplätze hatte ich allerdings zwangsweise bezahlen müssen, es gab keine andere Option. Zumindest nicht beim Online-Check-in. 

Zuerst ging es nach Campinas. Das liegt in der Nähe von São Paulo und der Flughafen ist um einiges größer, als ich gedacht hatte. Der Flug dauerte anderthalb Stunden. Der zweite Flug nach Recife war dann doppelt so lang. Über Recife hing eine dicke, dunkle Wolkendecke, die fast ein bisschen furchterregend war, aber die Landung war völlig problemlos. 

Mittlerweile haben immer mehr Flughäfen Bereiche, wo man auf sein Uber wartet. So auch Recife. Klappte also alles reibungslos. Mein Airbnb ist schön und der Stadtteil gefällt mir auch. Sehr modern und die Leute laufen mit Handy in der Hand auf der Straße, also sicher. Das Wetter ist genial. Tropisch und um die 30°C. Nicht zu heiß. Schauen wir mal, wie die eine Woche hier wird. 

Fotos vom Parque das Aves (Schmetterlinge gab es auch):