25/06/2022

Mexico City

 Ich hatte so meine Zweifel gehabt, ob ich mir Mexico City antun will. Die Stadt ist etwa doppelt so groß wie Lima, mehr als 20 Millionen Menschen in der Metropolregion CDMX. Tatsächlich ist Mexico City aber wesentlich netter als Lima. Sehr grün, sehr viele Bäume, sehr viele Straßencafés. Zumindest in der Gegend meines Airbnbs. Und jede Menge Tacos. An jeder Ecke ein Taco-Stand. Mein Airbnb ist zum ersten Mal seit Medellín 2019 nur ein Zimmer und ich muss Küche und Bad mit anderen teilen. Diese anderen sind alle Männer und auch, wenn sie meistens nicht da sind, nervt es total. Mache ich nie wieder für so einen langen Zeitraum. Dann doch lieber mehr arbeiten und mehr für die Unterkunft bezahlen. 

Der zweite Minuspunkt, der mir die Stadt zugegebenermaßen extrem verleidet, ist der Maskenwahnsinn. Genauso schlimm wie in Lima. Vielleicht sollte es mir egal sein, wenn 70% der Leute mit Kaffeefilter im Gesicht auf der Straße herumlaufen, obwohl es nicht obligatorisch ist, aber es macht mich aggressiv. Kann ich leider nicht ändern. Von daher: Eigentlich mag ich die Stadt, aber trotzdem zähle ich die Tage, bis ich in Serbien bin und hoffentlich keine Masken mehr sehen werde. Ich mag dieses Covid-Theater auch nicht mehr mitmachen. Deshalb gehe ich nur spazieren und setze mich in Straßencafés. Zweimal war ich im Zentrum, aber ansonsten habe ich nichts wirklich Touristisches gemacht. 

Trotzdem bin ich nicht so unzufrieden, wie ich wahrscheinlich gerade klinge. Wie gesagt, es gibt wirklich viele Straßencafés, d.h. jede Menge Cappuccinos, man kann wunderbar durch die Straßen laufen und der Bosque de Chapultepec ist gleich um die Ecke. Das ist ein riesiger Park mit See, sehr preiswerten Essenständen und auch sehr ruhigen Ecken. 

Ansonsten lerne ich Serbisch, Russisch und frische mein Ungarisch auf. Letzteres, weil ich wahrscheinlich nach Belgrad zumindest kurz nach Szeged in Südungarn fahren werde. Dort lebt eine sehr nette Schülerin von mir, die ich gerne persönlich kennenlernen würde. Serbisch macht übrigens wirklich Spaß und ist nicht so schwierig. 

Insgesamt war dieser Monat in Mexico City also nicht sehr ereignisreich, aber irgendwie doch ein passender Abschluss für meine mehr als fünf Jahre in Lateinamerika. 

So, den nächsten Eintrag gibt es dann wohl aus Belgrad. 

Eingang zum Bosque de Chapultepec

Eingang der Kathedrale in Centro

Ángel de la Indepencia

See im Bosque de Chaputepec

Mein Stadtteil hat viele Straßennahmen von mexikanischen Städten und europäischen Hauptstädten

Mexico City hat ein paar wirklich beeindruckende Gebäude

05/06/2022

Hurrikan Agatha / Ankunft Mexico City

 Hurrikan Agatha

Nachdem Agatha angekündigt worden war, habe ich natürlich erst einmal eine Menge über Hurrikans gelesen, wie das so meine Art ist. Eigentlich ist es total ungewöhnlich, dass es so früh im Jahr schon einen Hurrikan gibt und tatsächlich war es seit Beginn der Aufzeichnung der bisher stärkste Mai-Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 km/h. Er traf dann an einem unbewohnten Punkt auf Land und verlor sofort an Stärke.  Der Regen startete am Sonntagnachmittag. Nicht nur ein bisschen, sondern richtig heftig. Das dauerte  etwa 24 Stunden. Am Montag traf Agatha dann  gegen 15:30 Uhr etwa 60 km von hier auf Land. Circa zwei Stunden später war dann endlich mal eine Regenpause und ich habe einen kleinen Spaziergang gemacht. Es war noch recht windig und alle Geschäfte geschlossen, aber außer einigen Ästen auf den Straßen war im Zentrum von Puerto Escondido alles normal. Das Internet hatte sich seit Montagnachmittag mehr oder weniger erledigt. Am Dienstag (also nach dem Hurrikan) war es über Stunden ganz weg, sowohl Wifi als auch mobiles Internet. Und ich habe mich zu meiner Entscheidung beglückwünscht, im Juli nach Europa zurückzugehen, denn nach dieser Erfahrung hier, würde ich mal sagen, dass ich in Mittelamerika wohl während der ganzen Regenzeit Internetprobleme gehabt hätte und das muss ja nun wirklich nicht sein. 

  
Nach dem Hurrikan. Es ist noch alles geschlossen. 

Ankunft Mexico City 

Der Flug war pünktlich und dauerte nur gut eine Stunde. Volaris ist definitiv besser als Viva. Endlich mal wieder eine Stadt mit U-Bahn. Offiziell noch mit Maskenpflicht. Hat aber niemand etwas gesagt, und es gibt immer noch einige andere Rebellen, habe ich festgestellen. Mein Airbnb ist eine Wohngemeinschaft. Hatte leider kein preiswertes Studio gefunden, Mexico City ist relativ teuer und ich wollte nicht so viel ausgeben, weil ich in den nächsten Wochen mein Business von Peru in die USA umziehen und dafür auch Geld auf den Tisch legen muss.  Jedenfalls sind meine Mitbewohner alle ruhig und nicht so oft hier, von daher alles okay. Ich mag die Atmosphäre von Mexico City. Obwohl es viel Verkehr gibt, ist es ruhiger als Lima. Die Leute hier hupen nicht so viel, fahren nicht wie die Verrückten und Taxis und Busse sind moderne Fahrzeuge. Mein Stadtteil hat sehr sehr viele Cafés und Restaurants. Die Preise sind relativ hoch, mit US$ 10-15 pro Restaurant muss man rechnen. Aber es gibt auch jede Menge Street Food-Stände, wo man dann nur US$ 2-4 bezahlt. Da das Airbnb eine vernünftige Küche hat, werde ich hier aber nicht so häufig essen gehen wie in Puerto Escondido. Ich denke, die vier Wochen hier werden schnell vorbeigehen. Es gibt soviel zu sehen und arbeiten muss ich ja auch. 

Mein Flugzeug von Puerto Escondido nach Mexico City

Anflug auf Mexico City

Erste Eindrücke