21/12/2022

Ausflug zur Insel Zvernec

 

Heute stand nach längerer Zeit mal wieder ein Ausflug auf dem Programm. Die Insel Zvernec liegt in der Nalta-Lagune, etwa 12 km nördlich von Vlora. Natürlich gibt es keinen Bus. Also habe ich mir gedacht, ich leiste mir hin ein Taxi und laufe dann zurück nach Vlora. Das hat auch wunderbar geklappt. Gut, mir taten die Füße weh und ich war erstmal ziemlich erledigt, als ich wieder im Airbnb ankam. Bin halt nicht der sportlichste Mensch. Egal. Das Wetter war optimal (Sonne und ungefähr 16°C) und der Ausflug hat sich gelohnt. Auf der Insel ist ein kleines orthodoxes Kloster mit Kirche aus dem Mittelalter. Die Insel ist heute nicht mehr so wirklich eine Insel, weil es einen Steg gibt. Soll heißen, sie liegt nicht weit vom Festland entfernt. Es war wohl auch früher für die Mönche kein Problem, mit dem Boot überzusetzen. Auf dem Rückweg habe ich durch Zufall eine Konditorei entdeckt, die total leckeres Tiramisu hatte. Da gehe ich bestimmt nochmal hin. 







Der Rückweg zog sich wahrscheinlich auch deswegen, weil es fast nur geradeaus ging und es nicht wirklich viel zu sehen gab. Ich hatte gehofft, dass ich direkt am Meer entlang laufen könnte, aber das war leider nicht möglich. 



Ecuador ist nicht weit von Albanien :-D

Manchmal ist albanisch einfach. Manastiri = Kloster = monastery = monasterio 

Es ging ein ganzes Stück durch ein Waldgebiet

Am Stadtrand von Vlora sind einige Häuser, die wirklich schlimm aussehen. Dieses hier haben sie zumindest nett bemalt, aber wohnen möchte ich dort trotzdem nicht.

16/12/2022

Zurück am Meer

 


Nach mehr als einem halben Jahr habe ich nun wieder das Meer vor der Haustür. Die Adria diesmal. Von Tirana aus ging es am Mittwoch mit einem Minibus nach Vlora. Etwas mehr als zwei Stunden Fahrt, Kostenpunkt etwa 9 Euro. Am Ankunftstag war es sehr stürmisch und kühl, so dass ich schon befürchtete, doch noch dickere Winterkleidung zu brauchen. Stattdessen waren es dann am Donnerstag 21°C und heute 23°C und es war gar keine Jacke mehr nötig. Mein Airbnb hat einen Balkon, aber es gibt auch wieder jede Menge Cafés und Restaurants gleich um die Ecke. Es sind zwar kaum Touristen hier, aber trotzdem hat alles geöffnet. 

Gestern habe ich den Nachmittag mit einem deutschen Neunomaden verbracht, der mit dem Auto gekommen ist. Albanien ist seine erste Station. Es war wirklich nett, aber irgendwann kam das Gespräch doch auf Corona und es stellte sich heraus, dass der gute Mann sich vor seiner Abfahrt noch eine vierte Impfung abgeholt hatte, sämtliche Corona-Maßnahmen total sinnvoll fand und der Meinung war, dass Deutschland gut durch die Pandemie gekommen ist. Er konnte es zwar akzeptieren, dass ich nicht geimpft bin, war aber gleichzeitig der Meinung, dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht sinnvoll ist und meinte, er würde es als Mord betrachten, wenn eine ungeimpfte Alterpflegerin einen Bewohner mit Covid ansteckt und der dann stirbt. Ich hätte gerne gefragt, ob es dann nur fahrlässige Tötung ist, wenn die Altenpflegerin geimpft ist, aber als er dann auch noch damit ankam, dass es ja bewiesen wäre, dass Geimpfte zum einen einen weniger schweren Verlauf und zum anderen eine geringere Viruslast hätten, wenn sie Corona bekämen, habe ich meine Klappe gehalten. Manche Menschen sind leider dermaßen hirngewaschen, denen ist beim besten Willen nicht mehr zu helfen. Nun denn, es war sein letzter Tag in Vlora, also werden wir uns kein zweites Mal treffen. Am besten ist es wohl, dieses Thema zukünftig komplett zu vermeiden. Außer, man weiß genau, wie der andere tickt. 

Die Strandpromenade ist ein bisschen wie der Malecón in Lima

Blick vom Balkon Richtung Berge

Blick vom Balkon Richtung Meer

Die Muradie-Moschee ist ungefähr 500 Jahre alt.  Man kann wohl auch reingehen, muss ich noch mal schauen. 

Unabhängigkeitsdenkmal

Vloras historisches Zentrum ist nur diese eine Straße

Erste Katzenbekanntschaft. Insgesamt gibt es hier aber mehr Straßenhunde. 

Skyline von Vlora sozusagen

Hier wurde 1912 die Unabhängigkeitserklärung von Albanien unterschrieben. Ist heute ein Museum, das ich irgendwann in den nächsten Wochen besuchen werde. 

11/12/2022

Tirana, Albanien - Teil 2

 

Das Foto oben zeigt den Eingang zum Bunker des albanischen Innenministers. Es ist heute ein Museum. In ganz Albanien gibt es fast 200.000 solcher Bunker. Schon auf der Fahrt von Pristina nach Tirana habe ich einige gesehen. Die meisten natürlich kleiner. Gebaut wurden sie auf Befehl des kommunistischen Diktators Enver Hoxha in den Siebziger Jahren. Der Mann war wohl total paranoid und hat überall Feinde gewittert und einen Überfall auf das völlig unwichtige Albanien befürchtet. Tatsächlich war Albanien lange wie Nordkorea, komplett isoliert und mit einer verarmten und oft Hunger leidenden Bevölkerung plus einem Diktator, der einen Personenkult um sich aufbaute. Enver Hoxha starb 1985, aber anders als die anderen osteuropäischen Länder fand Albanien erst 1991 den Weg zurück in die Demokratie. Die Witwe von Hoxha lebte übrigens bis 2020 in Tirana, die war weit über 90, als sie starb. Ich wüsste zu gerne, was die über die Veränderung des Landes gedacht hat. Wie die Mehrheit aller Osteuropäer haben auch die Albaner die halbherzigen Corona-Restriktionen ihrer Regierung weitgehend ignoriert. Impfquote unter 50%, Boosterquote so gut wie inexistent. 

Das Foto unten zeigt das Arbeitszimmer des Innenministers im Bunker. Tatsächlich trat niemals die Situation ein, dass jemand in die Bunker ging. Nicht einmal während der Proteste 1991, die die kommunistische Diktatur beendeten. 


Im Zentrum von Tirana wurden und werden viele neue und sehr moderne Gebäude gebaut, während in der Nachbarschaft immer noch hässliche alte Häuser aus den Zeiten des Kommunismus stehen. So etwas wie eine Altstadt gibt es nicht. 

Skanderbeg-Platz

Zwischen 1967 und 1991 war Albanien das einzige atheistische Land der Welt. Religionsausübung war verboten. Ich halte Religionen für absoluten Schwachsinn, aber wenn jemand irgendeinen Gott anhimmeln möchte, soll er das bitte schön tun. 

Katzen gibt es natürlich auch

Das Toptani ist ein fünfstöckiges Einkaufszentrum mit zum Teil ziemlich teuren Geschäften. 

Eine der Brücken über den Lana-Fluss (der sehr mini ist)

Es gibt so einige Weihnachtsbäume im Zentrum

Wie schon erwähnt ist der Stadtpark wirklich schön

Zumal sich im ganzen Park Cafés finden, in denen man bei gutem Wetter tatsächlich auch im Dezember noch draußen sitzen kann. 

Das ist ein Theater

Ein bisschen Grün, nur zwei Minuten zu Fuß von meinem Airbnb

"Fress- und Trink-Meile :-)"

Am 6. Dezember fand der EU-Westbalkan-Gipfel in Tirana statt. Alles war geschmückt und abgesperrt wegen der vielen "wichtigen" Politiker, Scholz, Macron, Meloni, von der Leyen (extra kotz), Orban etc.

Einer der Eingänge zum Bunkersystem von Enver Hoxha

Und neben dem Bunker ein Stück Berliner Mauer

Blick aus meinem Schlafzimmerfenster :-D

Das Lana-Flüsschen

Wenn man die Häuser bunt anmalt, sehen sie gleich hübscher aus. 

Tja, und am Mittwoch geht es nun weiter nach Süden, in die Küstenstadt Vlora. Nach gut sechs Monaten wieder am Meer. Albanien war bisher eine sehr positive Überraschung. Angenehmes Wetter, nette Menschen, gutes Essen und ein bisschen Lateinamerika-Touch. 

02/12/2022

Tirana, Albanien - Teil 1

 


Von Prizren ging es mit dem Bus weiter nach Tirana. Ein Minibus brachte mich zunächst vom Busbahnhof zur Autobahn, wo der große Bus wartete, der aus Pristina kam. Im Minibus saß ich neben einem argentinischen Ehepaar. Auch Dauerreisende und sogar noch älter als ich. Es war so nett, mal wieder Spanisch sprechen zu können. Ich vermisse es irgendwie doch ein bisschen, mein Lateinamerika. 

Der große Bus war total voll, was mich überraschte. So viele Leute unterwegs an einem Mittwochvormittag im November. Nun gut, ich saß ganz hinten bei einer Gruppe junger Kosovaren. Einer lebte in Kanada und hatte auch kanadische Staatsangehörigkeit und erzählte mir, dass er als Security für Justin Trudeau gearbeitet hatte und dass der Typ total unsympathisch und arrogant wäre. Wieso hat mich das so gar nicht überrascht?

Zwischen Kosovo und Albanien gibt es keine richtigen Grenzkontrollen. Wir haben zwar kurz angehalten, aber niemand wollte meinen Pass sehen. Man hatte mir zwar versichert, dass das so alles in Ordnung wäre, aber ich war doch etwas verunsichert und bin am nächsten Tag zur Immigration in Tirana gefahren. Dort haben sie mir noch einmal bestätigt, dass ich bei meiner Ausreise den Einreisestempel vom Kosovo und eventuell meine Hotelreservierung in Prizren zeigen soll, falls jemand fragt. Soll wohl heißen, dass ich offiziell gar nicht in Albanien bin. 

Die erste Woche hier hat es nur geregnet, den ganzen lieben langen Tag lang. Trotzdem war mir die Stadt von Anfang an sympathisch. Der gleiche chaotische Verkehr wie in Lima. Und dabei sind die Zebrastreifen hier so schön bunt. Trotzdem hält niemand an bzw erst dann, wenn du regelrecht vor das Auto springst. 

Ansonsten jede Menge Cafés, kleine Geschäfte, Bäckereien. Ähnlich wie im Kosovo sind die Cafés nie leer. Auch die Albaner scheinen ständig Kaffee zu trinken. Während der Kosovo eher einen deutschen Touch hat, überwiegt in Albanien ganz klar das Italienische. Viele Produkte im Supermarkt kommen aus Italien und selbst meine Migränetabletten sind italienisch. Die Italiener haben auch eine ziemlich große Botschaft hier. Mein Airbnb ist zwar in einem ziemlich alten und hässlichen Haus, aber der Stadteil ist genial.


Es ist tatsächlich noch warm genug, um draußen zu sitzen

Der Mariott-Komplex sieht ziemlich futuristisch aus. 

Universität Tirana

Der Stadtpark mit See ist total schön

Hier nochmal von der anderen Seite

Mal wieder Selfie-Alarm. Irgendwie ist die neue Frisur fotofreundlicher, auch wenn ich mich immer noch nicht wirklich an die kurzen Haare gewöhnt habe. 

Weihnachtlich sieht es auch schon aus. Im Hintergrund das höchste Gebäude Tiranas. Ist aber noch nicht fertig. 

Am 28. November war Unabhängigkeitstag und überall hingen albanische Flaggen

Kein Schloss, sondern ein Restaurant

Ich werde noch einen Artikel über Tirana schreiben. Sowohl die Stadt als auch das Land Albanien sind bisher eine sehr positive Überraschung.