11/12/2022

Tirana, Albanien - Teil 2

 

Das Foto oben zeigt den Eingang zum Bunker des albanischen Innenministers. Es ist heute ein Museum. In ganz Albanien gibt es fast 200.000 solcher Bunker. Schon auf der Fahrt von Pristina nach Tirana habe ich einige gesehen. Die meisten natürlich kleiner. Gebaut wurden sie auf Befehl des kommunistischen Diktators Enver Hoxha in den Siebziger Jahren. Der Mann war wohl total paranoid und hat überall Feinde gewittert und einen Überfall auf das völlig unwichtige Albanien befürchtet. Tatsächlich war Albanien lange wie Nordkorea, komplett isoliert und mit einer verarmten und oft Hunger leidenden Bevölkerung plus einem Diktator, der einen Personenkult um sich aufbaute. Enver Hoxha starb 1985, aber anders als die anderen osteuropäischen Länder fand Albanien erst 1991 den Weg zurück in die Demokratie. Die Witwe von Hoxha lebte übrigens bis 2020 in Tirana, die war weit über 90, als sie starb. Ich wüsste zu gerne, was die über die Veränderung des Landes gedacht hat. Wie die Mehrheit aller Osteuropäer haben auch die Albaner die halbherzigen Corona-Restriktionen ihrer Regierung weitgehend ignoriert. Impfquote unter 50%, Boosterquote so gut wie inexistent. 

Das Foto unten zeigt das Arbeitszimmer des Innenministers im Bunker. Tatsächlich trat niemals die Situation ein, dass jemand in die Bunker ging. Nicht einmal während der Proteste 1991, die die kommunistische Diktatur beendeten. 


Im Zentrum von Tirana wurden und werden viele neue und sehr moderne Gebäude gebaut, während in der Nachbarschaft immer noch hässliche alte Häuser aus den Zeiten des Kommunismus stehen. So etwas wie eine Altstadt gibt es nicht. 

Skanderbeg-Platz

Zwischen 1967 und 1991 war Albanien das einzige atheistische Land der Welt. Religionsausübung war verboten. Ich halte Religionen für absoluten Schwachsinn, aber wenn jemand irgendeinen Gott anhimmeln möchte, soll er das bitte schön tun. 

Katzen gibt es natürlich auch

Das Toptani ist ein fünfstöckiges Einkaufszentrum mit zum Teil ziemlich teuren Geschäften. 

Eine der Brücken über den Lana-Fluss (der sehr mini ist)

Es gibt so einige Weihnachtsbäume im Zentrum

Wie schon erwähnt ist der Stadtpark wirklich schön

Zumal sich im ganzen Park Cafés finden, in denen man bei gutem Wetter tatsächlich auch im Dezember noch draußen sitzen kann. 

Das ist ein Theater

Ein bisschen Grün, nur zwei Minuten zu Fuß von meinem Airbnb

"Fress- und Trink-Meile :-)"

Am 6. Dezember fand der EU-Westbalkan-Gipfel in Tirana statt. Alles war geschmückt und abgesperrt wegen der vielen "wichtigen" Politiker, Scholz, Macron, Meloni, von der Leyen (extra kotz), Orban etc.

Einer der Eingänge zum Bunkersystem von Enver Hoxha

Und neben dem Bunker ein Stück Berliner Mauer

Blick aus meinem Schlafzimmerfenster :-D

Das Lana-Flüsschen

Wenn man die Häuser bunt anmalt, sehen sie gleich hübscher aus. 

Tja, und am Mittwoch geht es nun weiter nach Süden, in die Küstenstadt Vlora. Nach gut sechs Monaten wieder am Meer. Albanien war bisher eine sehr positive Überraschung. Angenehmes Wetter, nette Menschen, gutes Essen und ein bisschen Lateinamerika-Touch. 

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