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23/10/2025

La Plata und Abschied von Argentinien

 


Ich habe lange nichts geschrieben, weil es nichts zu erzählen gibt. La Plata ist nett, aber es ist natürlich nicht Buenos Aires. Die Stadt ist geplant und deshalb haben alle Straßen Nummern statt Namen. Das ist ein bisschen nervig. 

Die zwei Wochen mit Sergio waren auch eher nervig, um ehrlich zu sein. Statt produktiv zu sein, hat er sich ständig mit Familie und Freunden getroffen. Außerdem wird seine Handy-Abhängigkeit immer schlimmer. Der kann nicht fünf Minuten mit mir reden, ohne sein Handy in die Hand zu nehmen. 

Es passierten dann noch einige andere unlustige Sachen, die dazu geführt haben, dass ich die letzten zwei Nächte in La Plata in einem Hotel verbracht habe. Das hat den eh schon teuren Aufenthalt nochmals um 100 Euro teurer gemacht. Ich kann es nicht ändern. 

Aber ich habe alle Unterkünfte bis Anfang Januar reserviert und freue mich jetzt sehr auf die gut zwei Monate in Brasilien. Vor allem, weil es in Landesteile geht, wo ich noch nie war. Ich habe in den letzten Wochen mein Portugiesisch aufgefrischt und denke, es wird nett sein, mal ein paar Wochen kein Spanisch zu sprechen. 










27/09/2025

Von Uyuni nach La Plata

 


Von Uyuni bin ich also zur bolivianisch-argentinischen Grenze gefahren. Also, erst mit dem Bus nach Villazón (Bolivien) und von dort zu Fuß nach La Quiaca (Argentinien). Es war wieder schnell und unproblematisch. Schwupps, stand ich in Argentinien und in einer anderen Welt. Alles viel moderner und hübscher, selbst im kleinen La Quiaca. Dort habe ich einmal übernachtet und dann stand die letzte Busfahrt nach Salta an. Mit acht Stunden war es die längste, aber argentinische Busse sind viel bequemer (und haben eine Toilette) und die Straßen sind natürlich besser. Allerdings sind die argentinischen Busse notorisch unpünktlich. Diese Erfahrung hatte ich ja 2023 schon gemacht. Eigentlich sollte die Fahrt nach Salta nämlich nur sieben Stunden dauern, das hatte man mir gesagt. Mit Ausnahme von der Fahrt Copacabana - La Paz war ich in Bolivien immer pünktlich oder sogar früher angekommen. 

Egal, ich kam in Salta an, hatte ein nettes Airbnb-Studio mit Balkon in Zentrumsnähe und habe mir eine ruhige Woche gemacht. Salta und Jujuy wären einen längeren Aufenthalt wert gewesen. Vielleicht ein andermal. 









Gestern ging es dann Buenos Aires, ein zweistündiger Flug von Salta aus. Von dort mit dem Bus nach La Plata. Die Unterkunft hatte Sergio organisiert - und das war ein Fehler. Es war ein privates Arrangement mit der Besitzerin des Airbnbs, wo Sergio im Februar ein paar Tage gewesen war. Aber nicht die gleiche Wohnung, sondern eine andere und die stellte sich als "sehr basic" heraus. Und definitiv nicht geeignet für zwei Personen, die beide Wert auf Privatsphäre legen. Sergio wird ja ab dem 9. Oktober auch hier sein, 

Letztlich habe ich mit der Besitzerin darauf geeinigt, dass ich zwei Wochen alleine hier verbringe und die Hälfte des vereinbarten Preises bezahle (obwohl 500 Dollar für zwei Wochen für diese Wohnung völlig überteuert sind). Für die zwei Wochen mit Sergio habe ich dann ein nettes Airbnb ein paar Straßen weiter gefunden. Mit mehr Platz, einer schöneren Küche und einen Balkon. Also alles okay. 

Keine Ahnung, ob es noch einen weiteren Bericht aus La Plata gibt. So extrem interessant ist die Stadt nicht. Bin bis zum 24. Oktober hier. 

01/03/2025

Nun ist der Februar schon vorbei

Und damit mein letzter kompletter Monat in Argentinien. Der Umzug von Tigre nach Buenos Aires war eine Uber-Fahrt von 20 Minuten, weil mein Airbnb ganz im Norden von Buenos Aires liegt, im Stadtteil Saavedra. Man kommt mit dem Zug oder mit dem Bus in die "interesssanteren" Stadtteile, aber ich habe mich hier ganz gut eingerichtet. 

Sergio war knapp drei Wochen in Buenos Aires und La Plata und ist heute zurück nach Lima geflogen. Es geht voran mit der Implementierung von Automatisierungstools und wir machen weiter. Auch seine Website werde ich nochmals optimieren, da ist ja seit Mai 2023 gar nichts mehr passiert. Er wird mir nun jeden Monat etwas Geld überweisen, was für den Start in Sizilien natürlich hilfreich sein wird. 

Wir sind einmal zum Riverplate-Stadium gelaufen und er hat dort jede Menge Fotos gemacht. Riverplate ist seine Lieblings-Fußballmannschaft und das Stadium ist nicht so weit von hier, ca 30 Minuten zu Fuß. Allerdings habe ich gerade festgestellt, dass ich an dem Tag nicht ein einziges Foto mit meinem Handy gemacht habe. Das muss daran liegen, dass ich Fußball nicht interessant finde. 

Immerhin habe ich ein Foto von einem Matebecher mit Messi im Park gemacht. Der Parque Saavedra liegt zwei Straßen weiter und von Freitag bis Sonntag gibt es dort Verkaufsstände. Gekauft habe ich allerdings nichts. Einmal war ich in einer Mall, habe mich aber entschieden, kein Geld mehr für die teure und qualitativ katastrophale Kleidung hier auszugeben. Stattdessen wird mich ein Amazon-Paket bei Jutta erwarten. Hurra. 

Meine Ausreisegenehmigung für Argentinien habe ich auch schon. Hat wie erwartet knapp 40 Euro gekostet und es gab keinerlei Fragen, warum ich mein Visum vier Monate überzogen habe. 


Mate-Zubehör ist GANZ wichtig

Und diese Mieze hätte ich am liebsten adoptiert. Sehr freundlich und sehr fluffig. 


So landen die Flugzeuge in Aeroparque. 

Río de la Plata

Park am Río de la Plata

Aussichtshügel am Río de la Plata

Im März wird es ein Länder-Hopping geben: Argentinien - Brasilien - Spanien - Deutschland - Schweiz - Italien. Trotz aller Probleme und trotz der unglaublich hohen Preise, die wir hier jetzt haben, wird mir der Abschied von Buenos Aires schwerfallen. Aber ich freue mich auf die gut zwei Wochen in Deutschland und bin dann natürlich gespannt, was mich im April in Sizilien erwartet. Eine Woche Airbnb in Catania habe ich gebucht, um entspannt anzukommen. 

07/02/2025

Eine zum Glück doch nicht komplett verpatzte Woche in Tigre

 

Am 31. Januar ging es von Córdoba aus zurück nach Tigre. Mein Airbnb-Host war so nett mich gegen Zahlung von 10.000 Pesos vom Busbahnhof in El Talar abzuholen. Ohne den verdammten Koffer hätte ich einen Bus nehmen können. Nie wieder Koffer. Ich werde so froh sein, wenn ich das Teil in Herford abgeladen habe. 

Der Start in Tigre war nicht gut. Erst hatte ich eine Migräne und als die am Montag endlich weg war, war es so heiß, dass ich auf nichts Lust hatte. Am Mittwoch hat es schließlich den ganzen Tag geregnet, aber gestern und heute habe ich dann doch noch erfolgreich mit Sightseeing verbracht. Zwei Tage reicht ja auch, aber normalerweise finde ich zwei Tage Sightseeing hintereinander nicht so super. Aber es hilft, dass Tigre klein ist. Mein Airbnb ist nur 10-15 Minuten zu Fuß von allem Wichtigen entfernt. 

Stadt Tigre und Malecón

Das Boot ist eine lancha colectiva, sozusagen  ein Bus. 

Viele Leute paddeln mit diesen kleinen Booten, man kann sie mieten. 







Kunstmuseum in einem ziemlich beeindruckendem Gebäude




Museo de la Reconquista

Irgendwie waren die Argentinier und die Engländer sich nie so wirklich grün. 1806 lagen die Engländer vor Buenos Aires, aber da haben die Argentinier gewonnen. 1833 haben sie dann die von Argentinien beanspruchten Falkland-Inseln dem British Empire einverleibt und der argentinische Versuch, die Inseln 1982 zurückzukommen ist bekanntlich gescheitert. In dem Museum ging es aber auch um das Delta vor Ankunft der Europäer. Da gab es mal Säbelzahntiger. Heute existieren noch einige Jaguare, sie sind geschützt, weil sie vom Aussterben bedroht sind. 



Übersetzung:  

Die "Propheten des Waldes" nutzen Worte, um den neuen Generationen den Sinn ihrer Kosmogonie zu vermitteln.

Nanderuvuçú, der Schöpfer, und sein Begleiter, Mma'ecuaahá, kamen vom Himmel herab, um die Welt zu erschaffen: Nanderuvuçú gab den Bäumen Leben und bedeckte alles mit einem prächtigen Wald. Er schuf auch Nandesí, die erste Frau, die Urmutter. Beide teilten ihre Liebe und zeugten mit ihr Zwillingsjungen: Tupí und Guaraní. Jedoch verachtete Nandesí sie, und sie verließen sie in dem gerade erschaffenen Wald, um in den Himmel zurückzugehen. Die Frau, schwanger und verloren, wanderte ziellos umher und erreichte das Land der Jaguare. Die Großmutter der Raubkatzen wollte sie in einem Gefäß verstecken, doch die wilden Tiere witterten sie und verschlangen sie. Der Schöpfer und sein Begleiter, die jetzt bereuten, dass sie Nandesí im Wald zurückgelassen hatten, konnten nur ihre Kinder retten, die von der Großmutter aufgezogen wurden.

Als sie heranwuchsen und unfehlbare Jäger wurden, erzählten ihnen einige Vögel die Geschichte ihrer Mutter und sie beschlossen, sich zu rächen.

Sie täuschten die Jaguare, indem sie ihnen erzählten, dass sie sich in die Großen Wasser begeben und dort, wo der Tag beginnt, in ein paradiesisches Land reisen müssten, in dem es kein Übel gibt. Die Raubkatzen, wiegten sich in Sicherheit und stiegen in große Kanus, aber als sie mitten auf dem Wasser waren, entfesselten die Zwillinge, die Elemente beherrschend, einen schrecklichen Sturm. Die Jaguare starben und wurden in allerlei Tiere verwandelt, die die Erde neu bevölkerten. Die Zwillinge stiegen in den Himmel auf und verwandelten sich in die Sonne und den Mond.






Bootsfahrt durch das Delta zusammen mit vier Polen und zwei Brasilianern: 






23/01/2025

Kondore, ein argentinischer Heiliger und ein portugiesischsprachiger Nachmittag

 


Ich habe tatsächlich eine zweite Exkursion geschafft, wieder mit Nativo Viajes. Letzte Woche war es mit Temperaturen zwischen 35 und 40°C viel zu heiß, aber am Freitag hat es stark geregnet und gewittert (nur einmal ein kurzer Stromausfall, ich war positiv überrascht) und das brachte Abkühlung. 

Die Tour ging wieder in die Berg, ins Valle de Traslasierra. Und dort gibt es Kondore. Das hatte ich nicht gewusst. Die sind hier ein bisschen kleiner als die Andenkondore, die ich 2018 im Colca-Canyon in Peru gesehen hatte (nur 3 Meter Flügelspannweite statt 3,20 Meter 😁), aber genauso beeindruckend - auch wenn der Colca-Canyon landschaftlich natürlich noch viel beeindruckender ist. 





Der nächste Stopp war das Örtchen Nono, wo wir 15 Minuten herumlaufen durften. Und in jedem Ort gibt es auf dem Hauptplatz eine argentinische Flagge. 







Danach sind wir weitergefahren nach Villa Cura Brochero. Ich habe erfahren, dass José Gabriel Brochero ein katholischer Priester war, der 2016 heilig gesprochen wurde. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist er der erste original argentinische Heilige und in Villa Cura Brochero gibt es eine Kirche mit Überresten von diesem Priester. Die haben sie nach der Heiligsprechung extra wieder ausgegraben. Der gute Mann ist 1914 gestorben und war entsprechend lange begraben. Und die Leute stehen dann in der Kirche und knutschen das Glas, hinter dem diese Überreste ausgestellt sind. Nun ja, besser als die Messerattentäter, die Deutschland unsicher machen. Habe gerade von dem Afghanen gelesen, der in Aschaffenburg zwei Kinder und einen Erwachsenen abgestochen hat. Natürlich psychisch krank und natürlich hätte er längst abgeschoben werden müssen. Deutschland schafft sich mit seiner kranken Toleranz selbst ab. Die Amis haben es mehrheitlich begriffen und es sieht so aus, als würde Trump jetzt aufräumen. Kein Gender-Gaga und keine Pseudo-Flüchtlinge mehr. Mir hat vor kurzem ein venezolanischer Uber-Fahrer gesagt, dass Venezuela seit 2022 wesentlich sicherer ist. Weil nämlich die ganzen kriminellen Venezolaner ab in die USA sind, wo die Biden-Administration ja auch eine Politik der offenen Grenzen betrieben hatte. 

Ok, zurück zum argentinischen Heiligen. Voilà, hier ist er: 





Unser letzter Stopp war die Stadt Mina Clavero. Dort hatten wir ein spätes Mittagessen und ich habe sehr viel Portugiesisch gesprochen. Die Gruppe war nämlich internationaler als letztes Mal. Außer mir gab es noch an Ausländern noch eine peruanische Familie und ein brasilianisches Ehepaar. Mit den Brasilianern habe ich mich gut verstanden und da sie auch nicht im Fluss baden wollten, haben wir uns mit dem Mittagessen Zeit gelassen, sind dann ein bisschen durch die Stadt gelaufen und haben schließlich noch ein Eis gegessen. 




Gegen 19 Uhr waren wir zurück in Córdoba. Für die nächsten Tage ist Regen angesagt. Eventuell klappt nächsten Mittwoch noch ein letzter Ausflug, bevor ich am 31.01. wieder Richtung Buenos Aires fahre.