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29/08/2025

Sillustani

 

Blick auf Puno und den Titicaca-See (bzw einen Teil davon)

Heute stand eine Nachmittagstour auf dem Programm. Ziel war Sillustani, eine Grabstätte, die schon vor den Inkas genutzt wurde. Sie errichteten Türme, in denen die gesamte Familie begraben wurde, wenn das Familienoberhaupt starb. Das heißt, Ehefrauen und andere Verwandte mussten dem Familienoberhaupt in den Tod folgen, damit die Familie zusammenblieb. Nur die Kinder blieben logischerweise verschont. 

Auf dem Weg nach Sillustani haben wir erst an einem Mirador Halt gemacht, von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf Puno und den Titicaca-See hatte. Gut, Puno sieht nicht wirklich schön aus, weil sie halt aus steuertechnischen Gründen ihre Häuser im halbfertigten Zustand lassen. 

Der nächste Halt war der obligatorische Tourist Trap, wo man uns in einem Dorf vor einem Haus absetzte, um Souvenirs zu kaufen und Fotos mit Lamas zu machen. Da meine Gruppe anders als gestern irgendwie nicht sympathisch war, bin ich einfach abgehauen und durch das Dorf spaziert. Plötzlich hat mich dann eine winzige alte Frau in einer Mischung aus Aymara und Spanisch in ihr Haus eingeladen. Das war auch winzig. Und dunkel. Aber sie hatte Coca-Bonbons und die wollte sie mir unbedingt verkaufen. Nun, sie hat es geschafft. Ich habe ihr 20 Soles gegeben und bekam dafür eine Handvoll Bonbons. War zwar etwas überteuert, aber ich mag die Dinger und irgendwie hatte ich den Eindruck, die alte Frau brauchte diese umgerechnet 5 Euro dringender als ich. 

An Sillustani selbst fand ich die Grabstätte gar nicht so beeindruckend, aber das Ganze liegt an einem wunderschönen See, der Laguna de Umayo und die Aussicht war spektakulär. Allerdings war es oben fies kalt und windig. Nichts ist perfekt. 

Morgen geht es nun weiter nach Bolivien. 




Cuys - werden irgendwann auf dem Teller landen





Das ist so ein Grabturm (Chullpa)




Mit der Insel hat man nichts gemacht, die ist von Natur aus so platt. 


28/08/2025

Islas Flotantes Uros

 


Die Woche in Lima ging sehr schnell herum. Viel Arbeit, viel Zeit mit Sergio und Jessica. Gestern bin ich dann nach Juliaca geflogen. Gut eine Stunde Flugzeit von Lima aus und der nächstgelegene Flughafen, wenn man den Titicaca-See besuchen möchte. Danach noch einmal eine Stunde Fahrt bis Puno. Sowohl Juliaca als auch Puno sind ziemlich hässliche Städte. Die bauen ihre Häuser nicht fertig, weil sie dann weniger Steuern bezahlen. Als Folge davon ist das Stadtbild einfach hässlich. Völlig normal in Peru, auch in den weniger schicken Stadtteilen von Lima. 

Gut, aber ich wollte ja keine Stadtbesichtigung machen. Mein Hotel hier in Puno ist leider auch nicht schön. Ich hasse es, wenn mein Zimmer kein Fenster hat. Und so leicht anstrengend ist die Höhe von knapp 4000 Meter auch wieder. Kopfschmerzen und wenig Energie. Aber genug mit der Meckerei. Ich bin ja wegen des Sees und der Kultur hier, also habe ich heute die Islas Flotantes (Uros) besucht. Wie nennt man das auf Deutsch? Schwimmende Inseln? Das fand ich immer faszinierend und es war genial, es nun einmal in natura gesehen zu haben. 

Man fährt von Puno aus 30 Minuten mit dem Boot nach Uros. Die Bewohner bestimmen, welche Inseln besucht werden dürfen, denn viele sind sehr klein und jede Gruppe bekommt so die Gelegenheit, ca zweimal im Monat etwas direkt an Touristen verkaufen zu können. Ich habe das nicht privat gemacht, sondern mit einer kleinen Tour. Wir waren drei Portugiesen (mal was anderes), zwei Peruaner aus Lima und ich). 

Ja, wenn man auf der Insel ist, sieht man, dass sie sich bewegt. Wegschwimmen kann sie nicht, weil sie verankert ist. Aber die Bewohner können entscheiden, ihre Insel woanders hinzubringen. Machen sie aber nicht oft. Früher haben sie vom Fischfang gelebt. Heute fangen sie nur noch für den Eigenbedarf Fische und ihre sonstigen Einnahmen kommen vom Tourismus. Da keinerlei Landwirtschaft und auch Hühnerhaltung nicht möglich ist, müssen sie Obst, Gemüse, Eier und Fleisch in Puno kaufen. 

Normale Geburten finden auf den Inseln statt und es gibt auch eine Krankenstation auf einer der größeren Inseln. 

Das ist noch Puno. 

Candelaria - Wichtiges Fest in Puno

Hier geht es zum Hafen

Das ist schon die kleine Isla Flotante, die wir besucht haben. 

Wenn Besucher kommen, breiten sie alles aus, was sie hergestellt haben. 

Das ist Jenny, "la presidenta" der Mini-Insel

So sehen ihre Häuser von innen aus. Ein Raum, eigentlich nur ein Bett, das war's. 



Überraschung, es gab eine Katze auf der Mini-Insel

Besucher und Bewohner

Dieses Boot hat uns nach Uros gebracht

Mit diesem Boot haben wir eine 20minütige Fahrt gemacht. 




12/07/2025

Lima-Update

 

Lima Centro

Eigentlich gibt es gar nichts erzählen. Wir sind fleißig, Jessica, Sergio und ich. Das Wetter ist wie erwartet beschissen. Welche Farbe hatte nochmal die Sonne? Ich habe sie leider bisher nur einmal gesehen. Netterweise an dem Tag, an dem wir ins Zentrum gefahren sind, um ein wenig für Website und Social Media zu fotografieren und zu filmen. Da es mal wieder Proteste von irgendwelchen Minenarbeitern und deren Vertretern gibt, war der Plaza de Armas leider gesperrt (sieht man oben auf dem Foto). 

Aber ich bin froh, wieder in Südamerika zu sein. Dieser Kontinent lässt mich einfach nicht los. Meine Kinder werden für mich immer mehr Brasilianer als Deutsche sein, obwohl sie das wahrscheinlich anders sehen. Ein Chilene und ein Argentinier, die für immer einen Platz in meinem Herzen haben werden. Zwei Sprachen, die ich lieber höre, als meine Muttersprache. Und vielleicht sollte ich es akzeptieren, dass ich wahrscheinlich erst wieder sesshaft werde, wenn ich zu alt und klapprig bin. Keine Ahnung, woher ich diese Zigeunerhafte habe. Meine rationale Seite kämpft ja arg dagegen, verliert aber regelmäßig. 

Lassen wir es also mit rationalen und vernünftigen Überlegungen. Funktioniert eh nicht. Habe ja gesehen, was aus meinen Argentinien- und Italien-Plänen geworden ist. Wohnsitz Ungarn war zwischendurch auch noch ein Thema. Bleibe ich weiter Zigeunerin, solange es funktioniert. Es gibt noch viel zu entdecken und hier gibt es keine islamische Invasion. Nur unpünktliche und laute Latinos 😃. 

Am 23. Juli fliege ich nach Quito/Ecuador. Ein weiterer Lima-Post lohnt sich wahrscheinlich nur, wenn es noch weitere nette Fotos gibt - was bei dem scheiß grauen Wetter allerdings schwierig ist. 

Hotel Bolívar - Centro

Mercado de Surquillo

Plaza de Armas

Plaza San Martín - Centro
 
Im Büro

Mit Jessica

Mit Sergio

29/06/2024

Lima Gris

 

Flughafen Santa Cruz de la Sierra, Bolivien

Und da bin ich mal wieder in Lima Gris, im grauen Lima. Temperatur tagein, tagaus um die 18°C, was sich wie immer kälter anfühlt, keine Sonne. Das übliche triste Lima-Winterwetter. 

Die Anreise war etwas nervig, weil mein zweiter Flug zwei Stunden Verspätung hatte. Nun gut, besser, als wenn es der erste gewesen wäre. Der ist pünktlich in São Paulo abgeflogen. In Santa Cruz wurde ich zusammen mit 4 weiteren Passagieren, die weiter nach Lima wollten, durch den Flughafen gelotst. Wir mussten durch die Passkontrolle, die hatten eine Liste mit unseren Namen. Irgendwie scheint es in Santa Cruz keinen wirklichen Transitbereich zu geben. 

Statt um 17:30 Uhr ging es so um 20:15 Uhr nach Lima, aber zum Glück kam ich relativ schnell durch die Passkontrolle und war dann so um 23:30 Uhr in Barranco. 

Mal abgesehen vom Wetter war der Aufenthalt aber wirklich nett und ich habe jetzt alle Papiere zusammen, um den Wohnsitz in Argentinien beantragen zu können. Hoffe ich zumindest. 

Und mein ideales Leben würde ich mir gerade folgendermaßen vorstellen: September - Mai Argentinien mit ein bis zwei Ausflügen nach Peru und Juni bis August Ungarn mit Besuchen in Deutschland am Anfang und am Ende des Aufenthaltes 😀. Falls es mit dem Wohnsitz in Argentinien nicht klappt, dann andersrum: April bis Dezember Ungarn mit Ausflügen nach Deutschland (oder Besuch aus Deutschland 😊) plus Januar bis März Argentinien mit Ausflug nach Peru. So ungefähr. Schauen wir mal. Auf jeden Fall brauche ich wie immer mehr Mäuse🐁💰😀. 

Es gibt keine Fotos, weil ich nicht fotografiert habe. Wie gesagt, alles grau in grau in Lima, mit fiesem Nieselregen. Achja, zwei Mini-Erdbeben gab es auch. Beim ersten hatte ich gerade Unterricht, aber mit meiner Schülerin aus Taiwan. Die kennt das ja auch. Das zweite hat es sogar in die deutsche Presse geschafft. Das war in der Nacht von Donnerstag auf Freitag und ein bisschen stärker und vor allem länger. Ich wache ja immer auf, wenn mein Bett wackelt. 

Mehr gibt es nicht zu erzählen. Ich sollte aufhören, auf X Nachrichten aus Deutschland zu lesen, weil ich mich ständig aufrege über den linksgrünwoken Irrsinn und damit wertvolle Lebenszeit verschwende. 

Am 2. Juli fliege ich zurück nach Buenos Aires. Leider über Nacht. Aber dort bleibe ich dann ja ganz sesshaft, bis Jaci und Felix im November kommen. 

14/03/2024

Mal wieder Abschied aus Lima

 

Letzte Woche war es dann mal wieder soweit, dass Sergio und ich unseren üblichen Streit hatten. Sas Thema war nicht neu: Fehlende Kommunikation seinerseits. Mich und übrigens auch Jessica nervt es, dass er seine Reisepläne nicht oder extrem spät kommuniziert und auch im Alltag einfach nichts sagt. Wir hören oft von irgendwelchen Sachen, während er telefoniert. Oder Jessica sitzt hier und will eigentlich nach Hause, hat aber keine Ahnung, ob er nun noch einmal ins Büro kommt oder nicht. Von ihm kommt dann die reizende Antwort, dass er alles sagt, was wichtig ist und alles andere privat ist. Früher waren unsere Streitereien dramatischer. Heute knallt es einmal kurz und am nächsten Tag tun wir beide so, als wäre nichts passiert. Der Mann wird sich nicht ändern. Man muss ihn nehmen, wie er ist.

Also werden wir uns morgen freundlich voneinander verabschieden und dann geht es ab nach Chile. So richtig sesshaft werde ich in Buenos Aires wohl doch nicht, zumindest noch nicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, es ist ganz schwierig, dieses Nomadische wieder abzulegen. Nach Lima werde ich dieses Jahr jedenfalls kein zweites Mal fahren. Vielleicht nächstes Jahr. Vielleicht auch nicht. 


Barranco hat jetzt eine Mafalda, sehr bekannte argentinische Comic-Figur



29/02/2024

Sommer in Barranco

 

Mal wieder ein paar Wochen mit meinem verrückten Argentinier 😀. Und Jessica natürlich. Bin wieder im Büro einquartiert, wie in den guten alten Pandemie-Zeiten 😂. Der Flug von Buenos Aires war genauso abartig, wie ich es mir gedacht hatte. Um 1 Uhr morgens sind wir zum Flughafen gefahren und um kurz vor fünf ging es dann los. Allerdings hatte ich Riesenglück. Eigentlich war der Platz neben mir als besetzt angezeigt worden. Also, Sergio hatte seinen Sitzplatz schon im Ticketpreis und ich hatte für mich den Platz in der Mitte gebucht. Und der Fensterplatz blieb doch frei. Hurrah!! Im Flugzeug bin ich ja immer happy, dass ich klein bin. So hatte ich zwei Plätze, auf denen ich mich mehr oder weniger hinlegen konnte. Natürlich schlafe ich nicht, aber es ist einfach angenehmer. Wir sind überpünktlich gelandet und ganz schnell durch Migraciones gekommen, sodass ich um 9 Uhr in meinem Bett lag. Mittags war ich wieder halbwegs munter. 

Naja, und hier ist es jetzt im Sommer wirklich nett. Viel Sonne, warm, leckeres Essen und jedesmal entdecke ich ein neues Café, wenn ich wieder in Barranco bin. Und im Larcomar-Shoppingcenter gibt es jetzt H&M 😀. Das ist praktisch, um Unterwäsche zu kaufen, die nicht nach zweimal Waschmaschine kaputt ist. 

Tja, und und das nächste Ziel ist nun Santiago de Chile 😀. Chile fehlt mir noch. Naja, und Venezuela, aber da ist die Situation immer noch nicht so super. 

So bin ich also noch zwei Wochen hier in Lima, quatsche viel mit Sergio und Jessica und futtere leckeres peruanisches Essen. 

Nette Dekoration zum Chinesischen Neujahrsfest

Hotel und Restaurant B - sehr teuer, war nie drin, obwohl es gleich um die Ecke liegt

Am Ende der Straße ist der Pazifik

Cappuccino darf nicht fehlen

Sonnenuntergang am Malecón