10/09/2022

Ruhige Septembertage


Nun ist schon Halbzeit in Pirot für mich. So ein Detox vom Stadtleben ist sehr angenehm, muss ich sagen. Und es ist auch sehr nett mit den Hunden. Poppy ist eine recht ruhige Hundedame, die gerne mal mit der Mieze schmust. Die Mieze hat sich die Australier als Futtergeber ausgesucht. Sie kommt morgens und dann meistens nachmittags noch einmal. Ansonsten geht sie ihrer Wege. Sie hat keinen Namen, daher nenne ich sie Mačka. Das ist das serbische Wort für "Katze". 

Poppy und Mačka auf dem Balkon

Nach Pirot laufe ich so alle vier Tage, um einzukaufen. Zurück geht es mit dem Taxi. Einmal bin ich zu Fuß zurück. Es ist eigentlich nicht weit und auch nicht so tragisch, dass es bergauf geht, aber es gibt so gut wie keinen Schatten und da es noch ziemlich warm ist, ist das dann einfach nur nervig. Wenn ich Glück habe, treffe ich auf meinem Weg zur Stadt auf eine Herde Schafe und Ziegen. Das ist ziemlich lustig. 


Pirot selber ist eine nette kleine Stadt mit allem, was man so zum Leben braucht. Die Burg aus dem 14. Jahrhundert ist wirklich schön. Man kann sie kostenlos besichtigen und sogar die Türme hochsteigen. Ich war bisher zweimal dort und jedesmal komplett alleine. Wahrscheinlich kommen am Wochenende nationale Touristen oder vielleicht auch Bulgaren. Tatsächlich wurde die Burg von Bulgaren erbaut. 



Im Dorf ist es sehr interessant, dass sehr viele Leute Paprika trocknen. Eine Frau hat mir erklärt, dass sie daraus Paprikapulver herstellen. Auch sonst scheint jeder seinen Gemüsegarten zu haben und bei einigen laufen zusätzlich Hühner herum. Sprachlich ist es etwas schwierig. Die meisten sprechen kein Englisch und der Dialekt hier in der Gegend ist sehr speziell. Sie benutzen zum Beispiel viele bulgarische Wörter. Das hat zur Folge, dass die Leute mein A1-Serbisch zwar verstehen, aber dann kommt eine Antwort und ich gucke verständnislos. 



Was die Arbeit betrifft, so habe ich italki für neue Schüler geschlossen und hoffe, dass das auch so bleibt. Gut, vielleicht macht es aus marketingtechnischen Gründen Sinn, in einigen Monaten noch einmal zu öffnen. Ich mache momentan noch ca 15 Unterichtsstunden pro Woche und mehr ist nicht notwendig, weil der Verkauf der Bücher von Monat zu Monat besser läuft. Es macht einfach mehr Sinn, mich darauf zu fokussieren. Zudem ist der September natürlich ein total preiswerter Monat, weil ich keine Unterkunftskosten habe. 

Nachdem ich einige Zeit überlegt hatte, den Winter in Griechenland und der Türkei zu verbringen, habe ich mich nun entschieden, doch an meinem ursprünglichen Plan festzuhalten und mich langsam über Albanien, Montenegro und Kroatien wieder Richtung Deutschland zu bewegen.