30/03/2026

So adoptiert man eine peruanische Katze

 


Nachdem ich beschlossen hatte, nun doch in Lima zu bleiben, war mir klar, dass ein Haustier bei mir einziehen sollte. Ich hatte an Hund, Katze oder Kaninchen gedacht. Mit Hunden habe ich keinerlei Erfahrung, ich dachte nur, es wäre nett, mit einem Hund spazieren zu gehen. Kaninchen finde ich niedlich. Meerschweinchen auch, aber die bekommt man in Peru nicht im Tiergeschäft, sondern die liegen im Restaurant auf dem Teller. 

Letztlich hat mir die Idee, zweimal am Tag mit einem Hund Gassi gehen zu müssen, nicht wirklich gefallen und da ich nicht so recht wusste, wo ich einen Kaninchenkäfig hinstellen sollte, fiel die Wahl letztlich auf eine Katze. 

Ich wollte aber vernünftig sein und erst eine Katze adoptieren, nachdem ich mein Visum hatte. Also habe ich nur schon mal in Facebook-Gruppen geschaut und dabei festgestellt, dass fast nur junge Katzen zur Adoption angeboten wurden. Meine Idee war, eine etwas ältere Katze zu adoptieren, bei der die Persönlichkeit schon klar war. Eine ruhige und anhängliche Katze, die nicht ständig irgendwelchen Unsinn macht. 

Tja, ich war gerade mal vier Tage in Lima, als ich den Post zu Stella las. Sie war mit 9 Monaten zwar jünger, als ich mir vorgestellt hatte, schien aber ansonsten perfekt zu passen. Also habe ich die Vermittlerin einfach mal angeschrieben. 

Vier Tage später zog Stella bei mir ein. Solche Adoptionen funktionieren in Peru komplett anders als in Deutschland. Die Tierheime in Lima sind meistens kleine private Initiativen und man kann dort nicht einfach hingehen. Sie machen ihre Adresse nicht öffentlich, weil sonst zu viele Tiere abgegeben würden. 

Wenn man sich per Fotos und Videos für ein Tier entscheidet, bringen sie es zu dir. Es gibt keine Schutzgebühr und niemand schaut sich vorher die Wohnung an. Ich musste zwar ein Formular ausfüllen und versprechen, dass ich in den ersten drei Monaten Updates per Foto oder Video schicke, aber ich habe so die Vermutung, ich bin die einzige, die das tatsächlich macht. 

Stella ist sterilisiert, aber dazu gibt es keine Unterlagen, weil es hier zwar oft kostenlose Aktionen für sowas gibt, es aber nicht dokumentiert wird. 

In den ersten zwei Wochen hockte Stella den ganzen Tag unter dem Sofa und kam nur kurz zum Vorschein, wenn sie Hunger hatte. Irgendwann wurde sie bei mir zutraulicher und versteckte sich nur noch, wenn Besuch kam. Mittlerweile kennt sie Sergio und Jessica, auch wenn sie noch misstrauisch guckt. So nach dem Motto: "Ihr schon wieder, wann verschwindet ihr wieder?"

Ansonsten ist sie fast perfekt. Sie folgt mir fast überallhin, aber manchmal will sie auch ihre Ruhe haben und schläft auf dem Balkon oder in einem anderen Zimmer als ich. Nachts macht sie keinerlei Stress. Sie darf nicht ins Schlafzimmer und wartet morgens brav, bis ich wach werde. Kotzen tut sie (bisher) auch nicht. Nur mit dem Kratzen ist es manchmal problematisch. Sie bearbeitet manchmal das Sofa oder die Stühle, obwohl sie genau weiß, dass es verboten ist. 






21/03/2026

Von Manaus über Kolumbien nach Lima

 



Ich solle doch wieder den Blog schreiben, hat die liebe Jutta mir gesagt. Na, dann mache ich das doch. In Manaus habe ich sehr deutlich gemerkt, dass ich auf das alles keine Lust mehr habe und vor allem das Jahr 2025 viel zu stressig war. Es war mir ja vorher schon klar gewesen, deshalb hatte ich schließlich 2024 in Argentinien bleiben wollen. Aber in Brasilien war dann endgültig die Luft raus. Ich habe geschaut, ob ich früher nach Lima zurückkehren konnte, aber der Dezember ist zum einen nicht gerade der beste Monat für günstige Flüge und außerdem ist man von Manaus bis Lima fast genauso lange unterwegs wie bis nach Europa und zudem noch nachts. Der Flug von Recife nach Manaus war schon nervig mit Ankunftszeit um 2:30 Uhr nachts. Somit bin ich wie geplant knapp vier Wochen in Manaus geblieben. 

Mein erstes Airbnb war wirklich schön, aber es gab nichts Interessantes in der Nähe und zudem war es eh viel zu heiß, um lange herumzulaufen. Über Weihnachten war ich dann noch 8 Tage im Zentrum. Da hatte ich zwar jede Menge Geschäfte um mich herum und den Amazonas praktisch vor der Nase, aber es war unglaublich laut und Amazonas in der Nähe hieß in dem Fall,  dass der Hafen von Manaus nur fünf Minuten zu Fuß entfernt war. Da kann man nicht nett am Fluss spazieren gehen. Und auf Aktivitäten hatte ich halt keine Lust. 

Über Weihnachten war ich dann zu allem Überfluss auch noch erkältet. Ich hatte in einem Café mit einer Monster-Klimaanlage gesessen, die auf 18°C eingestellt war. Die spinnen doch. Zum Glück habe ich mich schnell wieder erholt und am 29. Dezember ging es dann mit einem Mini-Flugzeug nach Tabatinga, die brasilianische Stadt im Dreiländereck Brasilien, Peru, Kolumbien. 

Vom Flughafen ging es direkt nach Leticia, Kolumbien rüber, mit Zwischenstopp bei der Policia Federal, um einen Ausreisestempel zu holen. Für den kolumbianischen Einreisestempel musste ich am nächsten Tag extra zum Flughafen gurken, weil Migraciones in der Stadt Urlaub machte. Ansonsten war Leticia netter, als ich gedacht hatte. Über Silvester war ich in einem kleinen Hotel im Dschungel 10 km von Leticia entfernt. Das war total hübsch und ruhig und sie hatten Starlink-Internet, das meistens funktioniert hat. 

Am 4. Januar bin ich abends von Leticia nach Bogotá geflogen, habe dort eine Nacht geschlafen und dann weiter nach Cartagena. Ja, Cartagena ist hübsch und ich habe das Zentrum angeschaut. Nur zum Fotografieren hatte ich keine Lust. Stattdessen habe ich ein hübsches Notizbuch gekauft, das ich jetzt als Tagebuch nutze und einen Katzenroman. 

Und am 8. Januar ging es dann endlich zurück nach Lima. Das war ein Donnerstag und Elvis' Geburtstag. 91 Jahre alt wäre er geworden, wenn er noch leben würde. 

Ich verspreche, dass der nächste Eintrag nicht nur Gemecker besteht. Tatsächlich bin ich nämlich jetzt gar nicht mehr genervt. Es war halt in den Monaten vor meiner Ankunft alles zu viel und das ist auch der Grund, warum ich beschlossen habe, mich 2026 nicht aus Lima wegzubewegen.