Nachdem ich beschlossen hatte, nun doch in Lima zu bleiben, war mir klar, dass ein Haustier bei mir einziehen sollte. Ich hatte an Hund, Katze oder Kaninchen gedacht. Mit Hunden habe ich keinerlei Erfahrung, ich dachte nur, es wäre nett, mit einem Hund spazieren zu gehen. Kaninchen finde ich niedlich. Meerschweinchen auch, aber die bekommt man in Peru nicht im Tiergeschäft, sondern die liegen im Restaurant auf dem Teller.
Letztlich hat mir die Idee, zweimal am Tag mit einem Hund Gassi gehen zu müssen, nicht wirklich gefallen und da ich nicht so recht wusste, wo ich einen Kaninchenkäfig hinstellen sollte, fiel die Wahl letztlich auf eine Katze.
Ich wollte aber vernünftig sein und erst eine Katze adoptieren, nachdem ich mein Visum hatte. Also habe ich nur schon mal in Facebook-Gruppen geschaut und dabei festgestellt, dass fast nur junge Katzen zur Adoption angeboten wurden. Meine Idee war, eine etwas ältere Katze zu adoptieren, bei der die Persönlichkeit schon klar war. Eine ruhige und anhängliche Katze, die nicht ständig irgendwelchen Unsinn macht.
Tja, ich war gerade mal vier Tage in Lima, als ich den Post zu Stella las. Sie war mit 9 Monaten zwar jünger, als ich mir vorgestellt hatte, schien aber ansonsten perfekt zu passen. Also habe ich die Vermittlerin einfach mal angeschrieben.
Vier Tage später zog Stella bei mir ein. Solche Adoptionen funktionieren in Peru komplett anders als in Deutschland. Die Tierheime in Lima sind meistens kleine private Initiativen und man kann dort nicht einfach hingehen. Sie machen ihre Adresse nicht öffentlich, weil sonst zu viele Tiere abgegeben würden.
Wenn man sich per Fotos und Videos für ein Tier entscheidet, bringen sie es zu dir. Es gibt keine Schutzgebühr und niemand schaut sich vorher die Wohnung an. Ich musste zwar ein Formular ausfüllen und versprechen, dass ich in den ersten drei Monaten Updates per Foto oder Video schicke, aber ich habe so die Vermutung, ich bin die einzige, die das tatsächlich macht.
Stella ist sterilisiert, aber dazu gibt es keine Unterlagen, weil es hier zwar oft kostenlose Aktionen für sowas gibt, es aber nicht dokumentiert wird.
In den ersten zwei Wochen hockte Stella den ganzen Tag unter dem Sofa und kam nur kurz zum Vorschein, wenn sie Hunger hatte. Irgendwann wurde sie bei mir zutraulicher und versteckte sich nur noch, wenn Besuch kam. Mittlerweile kennt sie Sergio und Jessica, auch wenn sie noch misstrauisch guckt. So nach dem Motto: "Ihr schon wieder, wann verschwindet ihr wieder?"
Ansonsten ist sie fast perfekt. Sie folgt mir fast überallhin, aber manchmal will sie auch ihre Ruhe haben und schläft auf dem Balkon oder in einem anderen Zimmer als ich. Nachts macht sie keinerlei Stress. Sie darf nicht ins Schlafzimmer und wartet morgens brav, bis ich wach werde. Kotzen tut sie (bisher) auch nicht. Nur mit dem Kratzen ist es manchmal problematisch. Sie bearbeitet manchmal das Sofa oder die Stühle, obwohl sie genau weiß, dass es verboten ist.







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