Auf Ostuni bin ich zufällig gestoßen, als ich nach einem Aufenthaltsort in der Nähe von Brindisi gesucht habe. Geplant war eigentlich Lecce, aber dort habe ich einfach kein passendes Airbnb gefunden. Und dann stolperte ich über Ostuni, das den gleichen Beinamen hat wie Arequipa in Peru, "die weiße Stadt". Hier fand ich ein nettes Airbnb im Herzen des historischen Zentrums, in einem Haus, das vor 800 Jahren erstmals gebaut, aber seitdem mehrfach modernisiert wurde. Ostuni Centro besteht aus vielen Gassen und Treppen, die zum einem großen Teil per Auto nicht zugänglich sind. Total schön.
Trotzdem fremdel ich noch etwas mit Italien. Zum Beispiel ist zwischen 13:00 und 16:00 Uhr fast alles geschlossen. Auch Bäckereien und Konditoreien, was meiner Meinung nach nicht so wirklich Sinn macht. Und ich verstehe jetzt, warum "das Café" auf Italienisch "il bar" ist. Es hat tatsächlich Bar-Charakter. Die Leute gehen rein und trinken ihren Kaffee am Thresen. Kleine Lokale haben tatsächlich oft keine Tische oder halt nur auf der Straße, was im aktuell doch etwas kühl ist. Falls es Tische gibt, bezahlt man mehr, als wenn man im Stehen trinkt. Zum Glück fand ich am vierten Tag endlich ein Café, wo ich vormittags in Ruhe sitzen und arbeiten kann.
Eine SIM-Karte zu bekommen, gestaltete sich auch als recht aufwendig. Man bräuchte einen Codice Fiscale, eine Steuernummer. Das klang wie in Brasilien, also habe ich einfach mal behauptet, das geht auch mit Pass. Ja, tut es, aber es hat eine Viertelstunde gedauert, bis alles im System eingegeben und mein Pass zweimal fotokopiert war. Mamma mia. Dafür habe ich nun 70 GB mobile Daten.
Eine Amazon-Bestellung und der Kauf meiner Zugtickets über die Website von trenitalia.com waren hingegen unproblematisch. Nun habe ich endlich ein gutes Mikrofon, mit dem ich meine Audioaufnahmen machen kann.
Nicht so schön ist, dass es irgendwie richtig Winter geworden ist. Ja, ich sollte mich nicht beschweren, denn schneien tut es hier nicht. Aber ich mag keine Temperaturen unter 10°C und dann noch mit Wind und ziemlich viel Regen. Ich habe keine Jacke, also laufe ich mit drei Layern durch die Gegend und friere trotzdem. Nächstes Jahr um diese Zeit bin ich definitiv in Lateinamerika oder im südlichen Afrika.
Meine Zeit in Ostuni ist nun schon halb vorbei. Bis zum 1. Februar bin ich noch hier, dann geht es weiter nach Neapel/Napoli.
Rathaus
So sehen viele Gassen in Ostuni Centro aus
Ganz hinten kann man das Meer sehen

















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