Tja, was soll ich sagen. Valparaíso ist nicht mein Ding. Noch weniger als Santiago. Die Wohnsituation? Naja, mehr Privatsphäre als in dem Airbnb in Santiago. Habe die Woche ja nun in einem Hostel verbracht. Mein Zimmer ist auf zwei Etagen. Nur oben gibt es ein kleines Fenster. Der Schreibtisch steht unten und dort brauchte ich immer Licht. Positiv war das Frühstück, das ja im Preis inbegriffen war. Das war gut und reichhaltig. Ok, mal abgesehen vom Brot, auf das ich ab Tag 2 dankend verzichtet habe. Brot können die Latinos einfach nicht, nirgends. Fühlt sich an wie Pappe und schmeckt auch so. Aber ich bekam jeden Morgen Rührei und konnte mit Müsli, Obst und Cornflakes kombinieren. Dazu Kaffee und Saft. Ab Mittag war der Futterplatz dann ein normales Restaurant und die Hostelgäste bekommen 15% Rabatt. Da hat mich ein Essen inklusive Getränk 11 Euro gekostet. Sonst habe ich nichts ausgegeben, war also völlig okay.
Da das Wetter mies war und mir die Stadt nicht gefiel, habe ich viel gearbeitet und wenig Geld ausgegeben. Das ist ja auch nicht schlecht. Es war tatsächlich gut 10°C kälter als in Santiago und außerdem haben die den gleichen fiesen Nebel und grauen Himmel wie Lima im Winter. Oder vielleicht habe ich einfach eine schlechte Woche erwischt, kann auch sein. Ich habe jedenfalls die ganze Zeit eine Jacke angehabt und auch einmal den Pullover, den ich fast in Lima gelassen hätte. Zum Glück gab es nebenan eine Wäscherei, die mir innerhalb eines Tages meine Klamotten gewaschen haben. Hat zwar etwa 7 Euro gekostet, aber war ja nur einmal.
Wenn man Street Art und Graffiti mag, findet man Valparaíso sicherlich toll. Ich habe die Stadt als ziemlich heruntergekommen empfunden. Natürlich bin ich nicht jeden Hügel hochgestiegen. Das ist ziemlich steil und nicht so wirklich lustig. Im unteren, flachen Stadtteil konnte man leider auch nicht gut laufen, weil überall Straßenverkäufer sind. Ich glaube, ich habe es schon bei Santiago geschrieben und kann es hier nur wiederholen: Chile wirkt ärmer als Argentinien, obwohl es das nicht ist.
Nun denn, morgen geht es zurück nach Santiago, dort noch einmal übernachten und dann mit dem Bus über die Anden nach Mendoza.
Hier sind noch ein paar Fotos von Viña del Mar, die Nachbarstadt von Valparaíso. Eigentlich gehen die Städte ineinander über. Viña ist hübscher, ist der wohl bekannteste Badeort von Chile. Aber diese Unmengen von Straßenverkäufern gibt es dort auch. Und in den Zügen wollen mehr Leute etwas verkaufen als in Argentinien. Ich bleibe dabei: Etwas stimmt nicht mit diesem Land. Das ist mehr Schein als Sein.











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