22/07/2022

Novi Sad

Es wurde mal wieder Zeit für einen Ausflug. Ich bin ja in Oaxaca gut gestartet, aber danach habe ich meine jeweiligen Aufenthaltsorte nicht mehr verlassen. In Puerto Escondido war ich aufgrund der Hitze recht faul und in Mexico City hatte mir der Maskenwahnsinn jegliche Lust auf Aktivitäten geraubt. 

Hier spielen Masken keine Rolle und die Kombination hohe Temperaturen + geringe Luftfeuchtigkeit macht mir nicht viel aus. 

Novi Sad liegt etwa 80 km nördlich von Belgrad und ist die zweitgrößte Stadt Serbiens. Ich hatte daran gedacht, nach Belgrad einen Monat in Novi Sad zu verbringen, aber da ich nun im August kurz nach Ungarn fahre und dann zum Housestitting nach Südserbien muss, hat sich ein längerer Aufenthalt in Novi Sad erst einmal erledigt. Ich wollte die Stadt aber wenigstens kurz besuchen und damit es nicht zu stressig wird, hatte ich mir für eine Nacht ein Hotelzimmer gebucht. 

Der Busbahnhof von Belgrad war dann die erste Herausforderung. Fast alles mit kyrillischen Buchstaben beschriftet und insgesamt ziemlich unübersichtlich. Zum Glück hatte ich im Internet gelesen, dass ich zustäzlich zu meinem online gekauften Ticket eine Gebühr bezahlen musste, um zu den Plattformen zu gelangen und dass es dazu einen speziell Schalter gibt. Schalter Nr. 12, um genau zu sein. Ich kam also glücklich durch, aber es gab etwa 40 Plattformen und keinerlei Anzeigetafel, welcher Bus wo abfährt. Wenn man das Ticket am Busbahnhof kauft, steht es wohl auf dem Fahrschein, aber auf meinem Online-Ticket stand leider nichts. Also fragen und da irgendwie niemand Englisch sprach, konnte ich da plötzlich super Serbisch üben. Ich habe meine Plattform gefunden und bin gut nach Novi Sad gekommen. 

Nachdem ich meine Sachen ins Hotel gebracht hatte, blieb mir der ganze Nachmittag, um die Stadt ein wenig zu erkunden. Zum Glück ist das Stadtzentrum nicht sehr groß, so dass die Zeit gereicht hat. In Novi Sad befindet sich eine von Serbiens 4 Synagogen. Von dieser aus wurden am 26. April 1944 die noch verbleibenden Juden Novi Sads in die Konzentrationslager der Nazis gebracht. Damals hat eine Mehrheit der Bevölkerung bestenfalls nicht eingegriffen und schlimmstenfalls mitgemacht. So wie heute so viele Menschen im Namen von angeblicher Pandemiebekämpfung oder Diversität/Multikulturalität irrsinnige Entscheidungen mittragen und bejubeln. Und weil ich mich intensiv mit der Nazizeit, mit Psychologie und Soziologie der Massen sowie mit Pharmaindustrie und Lobbyismus beschäftigt habe, habe ich wohl von Anfang an so stark und abwehrend auf alles reagiert, was seit Anfang 2020 passiert ist. 

Aber zurück zu Novi Sad. Dem Besuch der Synagoge folgte ein Spaziergang durchs Stadtzentrum und ein kurzer Besuch der Petrovaradin-Festung am anderen Donauufer. Die zwischen 1692 und 1780 erbaute Festung wurde nie erobert. Novi Sad wurde von Serben gegründet und war lange die größte fast ausschließlich von Serben bewohnte Stadt. Dies änderte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Novi Sad Teil von Österreich-Ungarn wurde. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Novi Sad Teil des Königreichs Serbien und später Jugoslawiens. Ebenso wie Belgrad wurde auch Novi Sad während des Kosovo-Kriegs 1999 von der NATO bombardiert. 

Am frühen Abend habe ich mir eine Portion Čevapis in einem hübschen Restaurant gegönnt und bin  früh ins Bett gefallen, weil ich nach knapp 14 km laufen ziemlich müde war. Am nächsten Vormittag ging es zurück nach Belgrad, wo mich um 14:00 Uhr ein Zahnarzttermin erwartete. 



Synagoge von Novi Sad

St. Georg-Kathedrale

Die Donau mit eine der neuen Brücken. Alle drei alten Brücken wurden bei den NATO-Bombardierungen 1999 zerstört. 

Donau und Festung

Orthodoxe Kirche


Rathaus

Abendessen

15/07/2022

Von Mexiko nach Serbien

 Es ist schon mehr zwei Wochen her, seit ich Mexico City verlassen habe. Damit es chronologisch bleibt, schreibe ich jetzt erst über meine Reisewoche und im nächsten Artikel dann über Belgrad.

Mein letzter Tag in Mexico war nicht gerade super. Das fing auf dem Flug von Mexico City nach Cancún an, wo ich wie immer meine Flasche in der Hand hatte, um die verdammte Maske nicht tragen zu müssen. Während das Fluges kein Problem, aber nach der Landung bekam ich Streit mit einem Flugbegleiter und einer Amerikanerin. Man drohte mir Geldstrafe und Flugverbot an. Ich habe sämtliche Drohungen ignoriert und bin ohne Maske aus dem Flugzeug. War ja eh mein letzter Flug in Mexiko. 

In Cancún hatte ich ein Hotel in de Nähe des Flughafens gebucht. Das war ein großer Fehler. Es gab nicht ein einziges Restaurant in der Nähe, dafür aber jede Menge Mücken. Dazu kaum vorhandenes Internet und zum Schluss noch einen Stromausfall, der mir das Ladegerät meines Macbooks zerstörte - was ich erst in Europa bemerkte. Außerdem waren außer mir nur noch zwei Brasilianer in diesem komischen Hotel. Die waren auch nicht begeistert. 

Am Flughafen konnte ich problemlos ohne Maske laufen, aber es kam alle 5 Minuten eine Durchsage auf Englisch und auf Spanisch, dass man sie tragen soll. Absolut nervig. Und dann das Boarding. Ich stehe im Flugzeug und fast niemand trägt eine Maske. So genial. Allein aufgrund dieser Tatsache war dieser Flug soviel angenehmer als die Reise nach Deutschland letztes Jahr. 

Am Freitag, den 1. Juli gegen 14:00 Uhr bin ich dann in Zürich gelandet. Ich habe es geschafft, bis 21:00 Uhr wach zu bleiben, aber gut geschlafen habe ich leider trotzdem nicht. Am Samstag ging es dann mit dem Zug zu meinen Kindern. Sobald wir die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland überquert hatten, kam auch schon die Durchsage, dass ab jetzt eine Maske zu tragen sei. Was ich natürlich ignoriert habe. In Freiburg setzte sich eine Studentin zu mir, die die Maske unter der Nase hatte und sie schließlich auch abnahm. Wir haben uns sehr nett unterhalten und sie meinte, dass 80% ihrer Kommilitonen den Nonsens der linksgrünen Corona- und Gender-Bubble gut finden würden. Armes Deutschland. 

Das Wochenende mit den Kids war sehr nett, aber auch sehr schnell vorbei. Aber wir können uns ja jetzt öfter mal sehen. Mindestens einmal im Jahr. 

Am Montag ging es nach Stuttgart, wo ich mich kurz mit einer ehemaligen Schülerin aus Aserbaidschan getroffen habe und dann zum Flughafen gefahren bin. Um kurz vor Mitternacht stand ich in meinem Airbnb in Belgrad und im nächsten Artikel schreibe ich dann, wie es mir so in Serbiens Hauptstadt gefällt. 

Hotel in Cancún

Teurer Cappuccino in Zürich und die Handtasche hat jetzt ihr Zuhause bei meiner Tochter, da sie zum Reise nicht sehr praktisch ist

Deutsche Maskenfanatiker auf Schweizer Territorium (wo keine Maskenpflicht herrscht)

25/06/2022

Mexico City

 Ich hatte so meine Zweifel gehabt, ob ich mir Mexico City antun will. Die Stadt ist etwa doppelt so groß wie Lima, mehr als 20 Millionen Menschen in der Metropolregion CDMX. Tatsächlich ist Mexico City aber wesentlich netter als Lima. Sehr grün, sehr viele Bäume, sehr viele Straßencafés. Zumindest in der Gegend meines Airbnbs. Und jede Menge Tacos. An jeder Ecke ein Taco-Stand. Mein Airbnb ist zum ersten Mal seit Medellín 2019 nur ein Zimmer und ich muss Küche und Bad mit anderen teilen. Diese anderen sind alle Männer und auch, wenn sie meistens nicht da sind, nervt es total. Mache ich nie wieder für so einen langen Zeitraum. Dann doch lieber mehr arbeiten und mehr für die Unterkunft bezahlen. 

Der zweite Minuspunkt, der mir die Stadt zugegebenermaßen extrem verleidet, ist der Maskenwahnsinn. Genauso schlimm wie in Lima. Vielleicht sollte es mir egal sein, wenn 70% der Leute mit Kaffeefilter im Gesicht auf der Straße herumlaufen, obwohl es nicht obligatorisch ist, aber es macht mich aggressiv. Kann ich leider nicht ändern. Von daher: Eigentlich mag ich die Stadt, aber trotzdem zähle ich die Tage, bis ich in Serbien bin und hoffentlich keine Masken mehr sehen werde. Ich mag dieses Covid-Theater auch nicht mehr mitmachen. Deshalb gehe ich nur spazieren und setze mich in Straßencafés. Zweimal war ich im Zentrum, aber ansonsten habe ich nichts wirklich Touristisches gemacht. 

Trotzdem bin ich nicht so unzufrieden, wie ich wahrscheinlich gerade klinge. Wie gesagt, es gibt wirklich viele Straßencafés, d.h. jede Menge Cappuccinos, man kann wunderbar durch die Straßen laufen und der Bosque de Chapultepec ist gleich um die Ecke. Das ist ein riesiger Park mit See, sehr preiswerten Essenständen und auch sehr ruhigen Ecken. 

Ansonsten lerne ich Serbisch, Russisch und frische mein Ungarisch auf. Letzteres, weil ich wahrscheinlich nach Belgrad zumindest kurz nach Szeged in Südungarn fahren werde. Dort lebt eine sehr nette Schülerin von mir, die ich gerne persönlich kennenlernen würde. Serbisch macht übrigens wirklich Spaß und ist nicht so schwierig. 

Insgesamt war dieser Monat in Mexico City also nicht sehr ereignisreich, aber irgendwie doch ein passender Abschluss für meine mehr als fünf Jahre in Lateinamerika. 

So, den nächsten Eintrag gibt es dann wohl aus Belgrad. 

Eingang zum Bosque de Chapultepec

Eingang der Kathedrale in Centro

Ángel de la Indepencia

See im Bosque de Chaputepec

Mein Stadtteil hat viele Straßennahmen von mexikanischen Städten und europäischen Hauptstädten

Mexico City hat ein paar wirklich beeindruckende Gebäude

05/06/2022

Hurrikan Agatha / Ankunft Mexico City

 Hurrikan Agatha

Nachdem Agatha angekündigt worden war, habe ich natürlich erst einmal eine Menge über Hurrikans gelesen, wie das so meine Art ist. Eigentlich ist es total ungewöhnlich, dass es so früh im Jahr schon einen Hurrikan gibt und tatsächlich war es seit Beginn der Aufzeichnung der bisher stärkste Mai-Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 km/h. Er traf dann an einem unbewohnten Punkt auf Land und verlor sofort an Stärke.  Der Regen startete am Sonntagnachmittag. Nicht nur ein bisschen, sondern richtig heftig. Das dauerte  etwa 24 Stunden. Am Montag traf Agatha dann  gegen 15:30 Uhr etwa 60 km von hier auf Land. Circa zwei Stunden später war dann endlich mal eine Regenpause und ich habe einen kleinen Spaziergang gemacht. Es war noch recht windig und alle Geschäfte geschlossen, aber außer einigen Ästen auf den Straßen war im Zentrum von Puerto Escondido alles normal. Das Internet hatte sich seit Montagnachmittag mehr oder weniger erledigt. Am Dienstag (also nach dem Hurrikan) war es über Stunden ganz weg, sowohl Wifi als auch mobiles Internet. Und ich habe mich zu meiner Entscheidung beglückwünscht, im Juli nach Europa zurückzugehen, denn nach dieser Erfahrung hier, würde ich mal sagen, dass ich in Mittelamerika wohl während der ganzen Regenzeit Internetprobleme gehabt hätte und das muss ja nun wirklich nicht sein. 

  
Nach dem Hurrikan. Es ist noch alles geschlossen. 

Ankunft Mexico City 

Der Flug war pünktlich und dauerte nur gut eine Stunde. Volaris ist definitiv besser als Viva. Endlich mal wieder eine Stadt mit U-Bahn. Offiziell noch mit Maskenpflicht. Hat aber niemand etwas gesagt, und es gibt immer noch einige andere Rebellen, habe ich festgestellen. Mein Airbnb ist eine Wohngemeinschaft. Hatte leider kein preiswertes Studio gefunden, Mexico City ist relativ teuer und ich wollte nicht so viel ausgeben, weil ich in den nächsten Wochen mein Business von Peru in die USA umziehen und dafür auch Geld auf den Tisch legen muss.  Jedenfalls sind meine Mitbewohner alle ruhig und nicht so oft hier, von daher alles okay. Ich mag die Atmosphäre von Mexico City. Obwohl es viel Verkehr gibt, ist es ruhiger als Lima. Die Leute hier hupen nicht so viel, fahren nicht wie die Verrückten und Taxis und Busse sind moderne Fahrzeuge. Mein Stadtteil hat sehr sehr viele Cafés und Restaurants. Die Preise sind relativ hoch, mit US$ 10-15 pro Restaurant muss man rechnen. Aber es gibt auch jede Menge Street Food-Stände, wo man dann nur US$ 2-4 bezahlt. Da das Airbnb eine vernünftige Küche hat, werde ich hier aber nicht so häufig essen gehen wie in Puerto Escondido. Ich denke, die vier Wochen hier werden schnell vorbeigehen. Es gibt soviel zu sehen und arbeiten muss ich ja auch. 

Mein Flugzeug von Puerto Escondido nach Mexico City

Anflug auf Mexico City

Erste Eindrücke

29/05/2022

Puerto Escondido - Teil II

Also, arbeitstechnisch war es definitiv eine sinnvolle Entscheidung, hier sechs Wochen zu bleiben. Für mein allgemeines Wohlbefinden und meine Nerven war es eher schlecht und ich bin froh, dass ich in drei Tagen hier weg bin. Warum? Nun, zunächst einmal gab es abends häufig Musik, die zum einen zu laut und zum anderen so gar nicht mein Geschmack war. Und zwar stundenlang und teilweise bis weit nach Mitternacht. Als Konsequenz habe ich oft schlecht geschlafen und war nicht sonderlich gut gelaunt. 

Zweitens ist diese Stadt auf Dauer nicht mein Ding. Die Strände sind schön, ganz klar, aber so nach vier Wochen hatte ich dann keine Lust mehr auf Strand und die Stadt ist einfach langweilig. Anders als in Oaxaca de Juárez gibt es keine hübschen Häuser, so dass es nicht wirklich Spaß macht, durch die Straßen zu laufen. Hinzu kommt die Hitze und extrem hohe Luftfeuchtigkeit kurz vor der Regenzeit. Da machen lange Spaziergänge einfach keinen Spaß. 

Dann habe ich überlegt, wohin es nach Mexiko gehen soll. Geplant war Zentralamerika, aber irgendwie stellte ich fest, dass ich keine Lust mehr auf Lateinamerika habe. Nicht einmal mehr auf ständig Spanisch um mich herum. So habe ich dann vor zwei Wochen sehr spontan entschlossen, nach Europa zurückzugehen. Ich fliege also Anfang Juli, besuche kurz die Kinder und schaue mir dann mal die Balkanländer genauer an. Aber vorher bin ich noch vier Wochen in Mexico City. 

Wie gesagt, vom Arbeiten her war es okay hier. Das neue Buch ist auf Amazon und über meine Website erhältlich. Mit dem Launchplan hat es nicht ganz so geklappt, aber die ersten Exemplare sind verkauft. Natürlich merke ich finanziell auch die Folgen der Inflation überall auf der Welt, sowohl bei den Buchverkäufen als auch bei den Buchungen der Deutschstunden. Aber ich bleibe optimistisch und werde mich jetzt erst einmal einige Monate auf mein Marketing konzentrieren, bevor ich mich auf das nächste Buch stürze. Das ist noch sehr sehr viel zu optimieren. 

Seit ein paar Tagen ist hier Regenzeit und für morgen ist ein Hurrikan der Kategorie 2 angekündigt. Das ist nicht so sehr stark, aber möglicherweise fallen Internet und Strom für einige Zeit aus. Schauen wir mal. Ich werde davon und von der Ankunft in Mexico City in einigen Tagen berichten, denke ich. 

Die Hostel-Katze hat mich oft besucht. 

Tasty Frappé











12/05/2022

Puerto Escondido - Teil I

 

Nun ist die Hälfte meiner Zeit hier schon herum und habe immer noch nichts geschrieben. Die Anreise hat diesmal problemlos geklappt. Ebenso alles mit meiner Unterkunft, die ich diesmal über Instagram arrangiert hatte. Ein Privatzimmer in einem Hostel mit Coworking Space. Da mein Zimmer direkt neben dem Coworking liegt und ich entsprechend das schnelle Wifi dort problemlos nutzen kann, arbeite ich jedoch von meinem Zimmer aus. Anders als die Selina Coworks ist der Raum hier nicht besonders hübsch oder komfortabel. Das Hostel ist okay, manchmal etwas laute Musik. Aber es liegt zentral, und bei der Hitze hier ist es sehr angenehm, wenn man nur ein paar Meter bis zum nächsten Laden laufen muss. 

Es ist tatsächlich genauso heiß wie in Yucatán. Hätte ich nicht gedacht, weil es ja die Pazifikseite von Mexiko ist. Ansonsten ist dieser Ort mit seinen vielen wunderschönen Stränden wirklich ein Traum, zumal diese wochentags nicht überfüllt sind. Eine Hotelzone wie in Cancún oder Tulum gibt es hier nicht. Eigentlich wollte ich vier Wochen bleiben, aber ich habe um zwei Wochen verlängert und bin also nun bis zum 1. Juni hier. Das macht auch deshalb Sinn, weil ab 16. Mai eine zweiwöchige Challenge für Deutschlerner stattfindet, die ich vorbereiten und betreuen muss und am 26. Mai ein neues Buch erscheint. Kurz, es wird eine arbeitsreicher Mai und auch dafür ist Puerto Escondido ideal. Keine Touren, einfach eine nette Mischung aus Arbeit und Ausflügen zum Strand. Es ist eh zu heiß für anstrengende Aktivitäten. Morgens gehe ich meist eine Runde schwimmen, bin dann aber meist um 10:00 Uhr schon zurück und mache dann erst nach 19:00 Uhr noch einmal einen längeren Spaziergang.  

Die Entscheidung zu Peru ist mittlerweile klar: Ich gehe nicht zurück. Ich kann und will nicht wieder in ein Land, das seine Bevölkerung weiterhin mit diesen verdammten Impfungen und Covid-Pässen terrorisiert.  Mein Touristenvisum für Mexiko gilt bis Ende August. Im Juni werde ich in Mexico City sein, soweit reicht die Planung immerhin schon. 

Ich werde noch einen zweiten Eintrag zu Puerto Escondido schreiben, mit mehr Fotos. 



19/04/2022

Tepoztlán

 



Die Anreise war zunächst einmal eine ziemliche Katastrophe. Tepoztlán liegt nur etwa 400 km von Oaxaca de Juárez entfernt, aber die Busfahrt wäre mit zweimal Umsteigen durch die Berge gegangen. Also habe ich mich für einen gut einstündigen Flug nach Mexico City entschieden. Dummerweise hatte dieser Flug fast drei Stunden Verspätung (danke, Viva Aerobus), so dass ich statt um 14:00 Uhr erst um 17:00 Uhr im Bus nach Cuernavaca saß. Also genau zum Feierabendverkehr und dann noch Beginn der Osterferien. Entsprechend dauerte es knapp zwei Stunden, bis wir endlich aus Mexico City heraus waren und dann noch mal eine Stunde bis Cuernavaca. Also drei Stunden für eine Distanz von 90km. Hurra! Von Cuernavaca dauert es mit dem Taxi eine halbe Stunde bis Tepoztlán. Natürlich fährt auch ein Bus, aber ich hatte keine Lust mehr. Wie üblich kannte der Taxifahrer sich nicht aus, aber da er ja aus Cuernavaca kam und nicht aus Tepoztlán, muss man das verzeihen. Zum Glück gibt es GoogleMaps. 

In Tepoztlán bin ich gelandet, weil hier ehemalige Klienten von Sergio wohnen. Ein deutsch-russisches Ehepaar, das zwei Jahre in den Anden gelebt hat und letztes Jahr aufgrund des Corona-Irrsinns in Peru nach Mexiko geflüchtet ist. Wir hatten immer mal wieder Kontakt über WhatsApp, hatten uns aber nie persönlich kennengelernt. Nun gut, manchmal ist die Sache heute einfach. Wenn jemand gegen Masken und Impfungen ist, ist die Wahrscheinlichkeit fast 100%, dass man sich gut versteht. So war es dann auch. 

Interessanterweise war Tepoztlán zudem noch ein faszinierendes Beispiel dafür, was die Corona-Politik auch hier in Mexiko, das ja einen absolut vernünftigen Präsidenten hat, mit den Menschen gemacht hat. Das mexikanische Ampelsystem ist schon seit einigen Wochen für ganz Mexiko grün, d.h. Masken sind nur im öffentlichen Verkehrsmitteln obligatorisch. Dem folgt seit kurzem auch der Gouverneur des Bundesstaates Morelos, in dem Tepoztlán liegt. Natürlich zu meiner großen Freude, denn bekanntlich hasse ich nichts so sehr wie Masken und Impfzertifikate. Letztere sind glücklicherweise in Mexiko eh kein Thema. 

Ausgerechnet hier hat man mich dann zweimal aus einem Laden geworfen, weil ich keine Maske trug und auch keine aufsetzen wollte und eine Holländerin hat man in einem Restaurant nicht ohne Maske auf die Toilette gehen lassen. In anderen Restaurants und Läden hingegen trug niemand eine Maske, auch nicht die Kellner und Kassierer. 

Tepoztlán ist eines von Mexikos Pueblos Mágicos mit Hippie-Flair. Es gibt jede Menge Kunsthandwerk und esoterische Sachen zu kaufen. Am Freitag waren wir auf einem informellen und internationalen Markt, wo es hausgemachtes veganes und vegetarisches Essen gab, Kunsthandwerk verkauft und Tarot-Karten gelegt wurden und Menschen musizierten und tanzten. Weit und breit keine Gesichtswindel zu sehen und ich bezweifle, dass irgendjemand geimpft war. Dafür interessante Gespräche über eine mögliche Zukunft in Communities, falls das System tatsächlich kollabiert oder in einer New World Order à la George Orwell endet - wovon einige überzeugt waren, während ich weiterhin optimistisch bleibe, dass sich doch wieder alles normalisiert. 



Das Internet war mit einem Download-Speed von 8 Mbps und einem Upload-Speed von 0,5 Mbps erschreckend langsam, aber meine Videocalls haben dennoch problemlos geklappt. Das macht Mut für Mittelamerika. Ansonsten habe ich hier zu 80% eine Entscheidung bezüglich Peru getroffen, aber davon schreibe ich erst, wenn es zu 100% sicher ist. 

Nach sechs Wochen Bergen geht es nun mal wieder ans Meer, diesmal an die Pazifikküste. 





Arabic restaurant with view to the main plaza, the Zócalo. 




 

08/04/2022

Oaxaca de Juárez - Essen :-)

Mein Airbnb in Oaxaca City war ein nettes Studio mit einem Mini-Kühlschrank und einem Wasserkocher, aber ohne richtige Küche. Das war okay für mich, da ich schon in den letzten Wochen in Lima keine Lust mehr zum Kochen gehabt hatte. Zudem liebe ich mexikanisches Essen und hatte dann noch das Glück, nur fünf Minuten Fußweg von meinem Airbnb ein total schönes Garten-Café zu finden, in dem ich entweder ein ausgiebiges Frühstück oder einen Smoothie am Nachmittag mit einer Schreibsession von zwei bis drei Stunden verbinden konnte. Eine gute Mahlzeit am Tag ist für mich völlig ausreichend, sodass das auch finanziell unproblematisch war. Hier sind also einige meiner Futter-Fotos.


Tlayuda Tajaso

Siete Moles de Oaxaca

Huevos Rancheros

Wafles con frutas, granola y miel

Sandwich jamón y queso con ensalada

Tacos de cerdo con tisana "Mate Coco Dream" (Tee)

Wafle con frutas y miel

Pizza gibt es auch in Oaxaca, aber mit Parmesan fand ich es ein bisschen merkwürdig. 

Chilaquiles con salsa verde

Mole oaxaqueña con pollo y arroz

Gringa