15/08/2025

Laguna Quilotoa

 


Vor vielen Jahren hatte ich eine Kinderpatenschaft für ein Mädchen, das irgendwo hier in der Nähe lebte. Ganz ehrlich, hier zu leben, ist extrem hart aufgrund der klimatischen Bedingungen. Quilotoa liegt auf knapp 4000 Meter Höhe, d.h. es ist eigentlich immer kalt. Mit Sonne geht es, aber wenn es so ist wie heute (windig, neblig, Nieselregel) kann man eigentlich nur mit dicker Decke im Bett bleiben. Ganze 7°C sind es. Eigentlich wollte ich nach unten zum Seeufer laufen und habe mich auch trotz fehlender Sonne auf den Weg gemacht. Nach 50 Metern habe ich kehrt gemacht, weil mir der Wind schon Tränen in die Augen getrieben hat und es angefangen hat zu nieseln. Muss ich nicht haben. Mein Hotel ist direkt gegenüber von der Aussichtsplattform, von der aus man den See wie auf dem Foto oben sieht. Das muss reichen. Der See liegt übrigens in einem Vulkankrater. In gewisser Weise stand ich jetzt also mal oben auf einem Vulkan.

Die Anfahrt war leicht abenteuerlich. Zuerst mit dem Uber zum südlichen Busbahnhof Quitumbe in Quito. Süd-Quito ist kein Ort, wo man als Gringo einfach so durch die Straßen laufen sollte, aber der Busbahnhof selbst scheint recht neu zu sein und liegt etwas außerhalb der tatsächlichen Stadtviertel. 

Zuerst musste ich nach Latacunga. Das liegt ca 100 km südlich von Quito, das Busticket kostete US$ 2,70 und die Fahrt dauert gut 2,5 Stunden. Wir haben alle naselang angehalten, damit Leute ein- und aussteigen konnten und ambulante Verkäufer kamen in den Bus. Mich hat man ca 500 Meter vom Busbahnhof Latacunga an der Panamerica "rausgeschmissen". Da hatte ich verstanden, warum bei manchen Bussen in Quito "Latacunga Terminal" stand und bei manchen nur "Latacunga". Nun gut, zum Glück habe ich nicht übermäßig viel Gepäck und am Busbahnhof (Terminal) angekommen, fand ich auch schnell einen Bus nach Quilotoa. Nochmals knapp zwei Stunden Fahrt für ca 70 km. Diesmal ging es hoch und die Vegetation wurden immer karger. Anders als in Peru in den Anden waren aber mehr Schafe als Lamas oder Alpakas zu sehen. 

In den Bussen und hier in Quilotoa tragen die Frauen fast alle ihre traditionelle Kleidung. Und diese Haare, hach, da kommt Neid auf. Egal, wie alt, alle haben sie einen geflochtenen Zopf bis zum Po. Und die meisten sind ein Stück kleiner als ich. Untereinander sprechen sie Quechua. Ich mag diese ganzen andinen Traditionen sehr. 

Gestern habe ich mit einem Engländer zu Abend gegessen, den ich nachmittags kennengelernt hatte, weil er auf der Suche nach einem Geldautomaten war, den es aber leider nicht gibt. Das Problem ist, dass fast alles über Bargeld läuft. Bei kleinen Beträgen finde ich das gut, aber wenn du auch deine Unterkunft bar bezahlen musst und damit nicht gerechnet hattest, ist das natürlich blöd. Das ganze Dorf Quilotoa besteht größtenteils aus Souvenirgeschäften, aber keine Kartenzahlung. Wechselgeld ist auch ein Problem. Als ich gestern meinen Kaffee mit einem 20-Dollar-Schein bezahlen wollte, ist die Bedienung fast in Ohnmacht gefallen und musste erst einmal irgendwohin laufen, um sich Kleingeld zu besorgen. 

Tja, ansonsten habe ich jetzt doch mehr Zeit im Bett hockend und mit Arbeit verbracht, als ich gedacht hatte, aber das ist nun einmal so. Es folgen in den nächsten Wochen noch drei Orte auf großer Höhe und mit entsprechenden Temperaturen und dann fängt mein Frühling/Sommer an, so ab Oktober. 






13/08/2025

Eindrücke aus Quito Centro


Die 10 Tage im Zentrum von Quito sind recht schnell vorbeigegangen. Hier geht es in den Straßen mehr auf und ab und es ist typisch Südamerika mit vielen Straßenverkäufern und natürlich auch mehr sichtbarer Armut. Quito galt mal als problematisch in Sachen Kriminalität, aber davon habe ich nichts gemerkt. Es war relativ viel Polizeipräsenz, aber das kann auch aufgrund des Unabhängigkeitstages am 10. August der Fall gewesen sein. Das Stadtzentrum ist wirklich sehr schön. Die Häuser im Kolonialstil sind wesentlich besser erhalten als in Lima. 

Mein AirBnB war in so einem Haus, aber das hatte den Nachteil, dass es drinnen ziemlich kalt und dunkel war. Zudem war die Dusche maximal lauwarm. Aber ich will mich nicht beschweren bei einem Preis von US$ 150 für 10 Tage. 

In diesem Haus habe ich gewohnt.

Das ist der Patio, meine Wohnung war links unten

Ein sehr nettes Café habe ich auch schnell gefunden, mit wirklichen lieben Besitzern. Überhaupt hat sich mein Eindruck bestätigt, dass die Ecuadorianer extrem freundlich sind. Vielleicht liegt es daran, dass es nicht so extrem viele Ausländer hier gibt und auch nicht übermäßig viele Touristen. 

Ich glaube, mit meiner Diät bin ich okay. Zumindest sitzt meine Jeanshose jetzt ganz und gar nicht mehr eng. Bin gespannt, was die Waage in Lima sagen wird. 
Avocado-Salat mit Erdbeeren - Mal was anderes

Quinoa-Salat mit Avocado und Tomaten - Ebenfalls lecker

So, und nun kommen die Bilder vom Centro. Und morgen geht es für drei Tage an die Laguna Quilotoa. 


Die größte Kirche Quitos. Dort gibt es ein Pantheon der verstorbenen Staatsoberhäupter. 

Die indigenen Frauen von hier sind mir so viel lieber als die Gespensterweiber in Deutschland. 












02/08/2025

Quito-Ausflüge: Teleférico und Mitad del Mundo


Teleférico Quito

Quito hat eine Seilbahn. Die sind ja  allgemein beliebt in den Andenländern. Mit der "TelefériQuo" kann man auf 4000 Meter Höhe fahren. Zur Erinnerung, Quito-Stadt liegt auf 2800 Meter Höhe. Die Fahrt dauert 18 Minuten und oben ist es schon ein Stückchen kühler. Aber längst nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Es gibt einen Wanderweg, aber das sind insgesamt 5 Stunden laufen und dazu hatte ich beim besten Willen keine Lust. Meine Aussicht hatte ich ja schon und die ändert sich ja nicht so arg. Vorsichtshalber hatte ich eine Thermoskanne Coca-Tee mitgenommen, wegen Kälte und Höhe, aber das war unproblematisch. Der Tee ist trotzdem lecker. Die Coca-Blätter sind nicht mein Fall, die schmecken widerlich. 

Untere Station der Teleférico, aber auch schon höher als die Stadt

Blick auf Quito und die Seilbahn von oben.

Man kann theoretisch auch zu Fuß den Berg hoch- und runterlaufen

Kurz nach der Ankunft habe ich noch etwas geschnattert, deshalb Halstuch

So sieht es da oben aus.

Beginn des Wanderweges



Quito hat eine enorme Nord-Süd-Ausdehnung, während es westlich und östlich durch die Berge begrenzt wird

Eine Kirche mitten im Nirgendwo. Anders als Peru und Bolivien ist Ecuador auf einer Höhe von 4000 Meter nicht besiedelt. 

Mitad del Mundo - Am Äquator

Quito liegt fast direkt am Äquator, nur 30 km südlich. Anders als alle anderen Länder und Regionen am Äquator ist das Klima aufgrund der Höhenlage nicht tropisch. Allerdings liegt Mitad del Mundo etwa 400 Meter niedriger als die Stadt Quito und das merkt, es ist gleich viel wärmer. Da die Fahrt nach Mitad del Mundo nur 12 Dollar mit dem Uber kostete, habe ich mir das gegönnt. Irgendwie habe ich gerade keine Lust, mich mit Bussen auseinanderzusetzen. Liegt natürlich an den extrem günstigen Uber-Preisen. Mitad del Mundo ist natürlich in gewisserweise ein Tourist-Trap mit Restaurants, Cafés und Souvenirläden. Ich habe mir ein T-Shirt gegönnt, weil ich eh ein altes ersetzen muss. Es war nicht spektakulär, aber ein netter Ausflug. 







Die gelbe Linie ist der Äquator









Am Sonntag wechsle ich mein Airbnb. Die neue Behausung liegt im historischen Zentrum von Quito. Das soll sehr schön sein. Hier werde ich die Mall mit den vielen Futter-Optionen vermissen. Es war immer praktisch, dort etwas zu kaufen, was dann für zwei Tage reichte. Mit meiner Diät läuft es hoffentlich weiterhin gut. Ein einziges Mal habe ich mir ein komplettes Frühstück gegönnt: 

Das war ein vegetarisches Omelett mit Gemüse, Käse, Avocado und Tomaten. Sehr mächtig, aber auch sehr lecker. Habe gearbeitet, während ich es langsam verspeist habe.