03/11/2024

Migrationsstatus: Irregular

 


Nun habe ich also geschafft, nach fast acht Jahren Lateinamerika mein Visum zu überziehen. Wie schon erwähnt, ist das in Argentinien nicht illegal, sondern mein Migrationsstatus ist jetzt einfach "irregular" und bevor ich ausreise, muss ich mich melden und eine Strafe bezahlen. Migraciones wollte bisher nichts von mir und ich gehe mal davon aus, dass das so bleiben wird.

In den letzten Wochen habe ich festgestellt, dass meine Wohnung für den Winter wesentlich besser geeignet ist als für den Sommer. Es wird ziemlich warm hier drin und ich muss die Klimaanlage öfter benutzen, als ich gedacht hatte. Außerdem merke ich, dass mir der Lärm von der Straße mittlerweile ziemlich auf die Nerven geht. Ich mag gar nicht lange auf dem Balkon sitzen. War eine gute Entscheidung, den Mietvertrag nicht zu verlängern. 

Nun dauert es nicht mehr lange, bis Jaci und Felix kommen und ich freue mich auf den Trip nach Iguazú mit den beiden. Für meine verbleibenden Monate in Argentinien ist schon alles gebucht und organisiert. Im Januar werde ich in Córdoba sein, dann ein paar Tage im Tigre-Delta (das ist die Woche, wo ich Geburtstag habe) und dann noch einmal in Buenos Aires. Am 9. März geht es dann nach São Paulo, von dort am 11. März nach Madrid und von dort am 13. März nach Düsseldorf. Die lange Strecke ist mit Air China 😆 und tatsächlich tagsüber, sodass es alles hoffentlich nicht so stressig wird. Aber es dauert ja noch ein Weilchen und ich werde natürlich das Sommerwetter hier genießen. 

Die Straßen in meiner Nachbarschaft sind jetzt alle voller grüner Bäume und außerdem blüht es in allen möglichen Farben.



Die folgenden Fotos sind aus "El Rosedal", einem der vielen Parks:











Und dies ist Monumento de los Españoles

Geschrieben habe ich diesen Artikel um 1:00 Uhr nachts, weil ich nicht einschlafen konnte. Vielleicht klappt es ja jetzt 👀. 

07/10/2024

Jubiläum

Heute vor genau 10 Jahren habe ich Deutschland verlassen. Mit Jaci im Schlepptau nach meinen Oktobernachtdiensten nach Budapest. Dort waren wir bis Dezember und dann standen über Weihnachten noch einmal Nachtdienste in Heidelberg an. Budapest war nicht so Jacis Ding, aber im Januar sind wir dann nach Südspanien und Portugal gefahren. Das war besser. Damals hatte ich gar nicht vor, nach Lateinamerika zu gehen, sondern wollte in Europa bleiben. 

Vor 10 Jahren hatte Jaci Heimweh und jetzt ich. Also, nicht direkt Heimweh und ganz sicher nicht nach Deutschland. Es wird halt einfach Zeit, meine Prioritäten anders zu setzen. In Bezug auf Lebensmittelpunkt, aber auch in Bezug darauf, wie ich meine Leben gestalten möchte und welche Personen eine wichtige Rolle spielen sollen. 

Ich tendiere dazu, mit dem Flug nach Deutschland nicht bis Ende April zu warten. Ich werde das im November entscheiden. Am 30. Oktober läuft mein Visum ab. Mal schauen, ob Migraciones sich irgendwie meldet. Mitten im Winter will ich nicht nach Europa, frühestens im März. Notfalls noch einige Wochen Brasilien.

Heute ist kein so schöner Frühlingstag. Ziemlich bewölkt und ein bisschen kühl, nur so 18°C. 

Letzten Freitag war ich noch einmal im Ecoparque, dem ehemaligen Zoo von Buenos Aires. Den hatte ich ja letztes Jahr schon besucht. Hier sind neue Fotos (Maras und Pfaue laufen frei herum, die restlichen Tiere sind alte Zoobewohner, die nicht ausgewildert werden können):

















27/09/2024

Japanischer Garten Buenos Aires

Beim dritten Anlauf hat es endlich geklappt mit dem Japanischen Garten. Beim ersten Mal im Juni 2023 war mir die Schlange zu lang. Im Dezember war dann geschlossen. Heute war offen und die Schlange nicht zu lang. Trotzdem gab es am Freitagvormittag um 11 Uhr eine kleine Schlange und fast alle um mich herum haben Spanisch gesprochen. Auch die Cafés und Restaurants in der Nähe total voll. Und gleichzeitig heißt es heute in der Zeitung, dass mehr als die Hälfte der Argentinier in Armut lebt. Irgendwie definieren die Armut auf ziemlich hohem Niveau, ist so mein Eindruck. Oder sie versteckt sich. Mal abgesehen von den Obdachlosen sehe ich keine Armut. Wenn ich da an São Paulo denke oder auch an die Bettler in Santa Cruz de la Sierra. Nun denn. 

Ansonsten macht Western Union Deutschland jetzt auch Probleme mit Kartenzahlung. Das gleiche Spielchen wie bei Western Union USA. Ein paarmal funktioniert es problemlos und dann behaupten sie, es geht mit der Karte nicht mehr. KLARNA hat auch nicht geklappt, sodass ich eine Überweisung machen musste und jetzt auf die Bestätigung warte, dass das Geld verbucht wurde und ich es abholen kann. Argentinien und Geld macht einfach keinen Spaß. Was das betrifft, freue ich mich auch auf Europa. 

Meiner Vermieterin habe ich gesagt, dass ich den Vertrag nicht noch einmal verlängern werde. Er endet am 4. Januar. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass ich im November eine Nachricht von Migraciones bekomme, dass ich verschwinden soll, aber ganz ausschließen kann ich es natürlich auch nicht und deshalb dachte ich, es ist besser, flexibel zu bleiben. Es gibt genug Airbnbs zu vernünftigen Preisen in Buenos Aires. Das wird kein Problem sein, im November oder Dezember etwas zu suchen und nochmal ein Stadtteilwechsel ist ja auch nett. 












Das Mittagessen war dann mexikanisch. Ich gehe ja nur sehr selten ins Restaurant, aber ab und zu ist es doch nett. 


Enchiladas suizas inklusive Nachos und Getränk für 13500 Pesos. Das sind ca 10 Euro, kommt immer drauf an, welchen Wechselkurs man nimmt, aber Argentinien ist ganz klar nicht mehr so billig wie letztes Jahr und auch ein Grund, warum ich nicht mehr so oft ins Restaurant gehe. 

15/09/2024

Entscheidungen und Frühlingsgefühle

 

Ich kapituliere vor der argentinischen Bürokratie und gehe nächstes Jahr zurück nach Europa. Sechs Wochen bin ich von Pontius nach Pilatus gelaufen. Habe es sogar geschafft, ein Bankkonto zu eröffnen - nur um mir dann sagen lassen zu müssen, dass ich mir kein Geld aus dem Ausland überweisen kann, weil ich kein Ausweisdokument habe. Denn ein Pass ist nur zum Reisen da. Ein Ausweisdokument ist das nicht. Der Tussi, die mir das gesagt hat, hätte ich am liebsten rechts und links eine gescheuert, aber an dem Tag hatte ich letztlich schon die Entscheidung getroffen, dass ich mir dieses Theater nicht länger antue. 

Die Reaktionen aus Europa waren positiv und ich selber bin endlich wieder entspannt und habe wieder Lust, etwas zu machen. Hängt sicherlich auch damit zusammen, dass der Winter vorbei ist. Keine dicke Jacke mehr und die Bäume werden so langsam alle wieder grün. 

Dies war ein Ausflug zum Friedhof Chacarita. Der liegt ja gleich um die Ecke. 





Wenn Lionel Messi in Argentinien ist, sieht er überall Fotos von sich. Das stelle ich mir ziemlich irritierend vor: 

Ich habe das Immigrations-Museum besucht, aber die Ausstellung selbst war nicht so extrem interessant. Allerdings haben sie eine Datenbank und konnten mir sagen, wann genau und mit welchem Schiff Sergios Großvater angekommen ist. Haben mir sogar ein Zertifikat der Ankunft ausgedruckt. Das Museum ist im ehemaligen Hotel de los Inmigrantes. Dort sind viele der Einwanderer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zuerst untergekommen. 





Heute bin ich zu einem Markt im Parque Centenario gegangen. Einen Stadtteil weiter, dort, wo ich im Februar gewohnt hatte und das Problem mit den Stromausfällen hatte. Nicht weit von hier, drei Stationen mit der U-Bahn.