Nie wieder eine Fahrt im Zweite-Klasse-Teil des Busses und das Risiko eingehen, neben irgendwelchen Idioten zu sitzen. Okay, vielleicht waren sie keine Idioten, aber Männer breiten sich einfach mehr aus. Ich empfinde es ja ganz allgemein schon als schrecklich, wenn ich eine unbekannte Person über Stunden direkt neben mir habe, aber Frauen ertrage ich meist minimal besser. Während der ersten Hälfte der etwa achtstündigen Fahrt saß ein Kerl neben mir, der teilweise seinen Ellenbogen in meinem Bereich hatte. Als der endlich ausstieg, war ich so happy, aber dann hieß es, wir müssen den Bus wechseln, die Sitznummern auf den Fahrkarten haben weiterhin Gültigkeit. Und was passiert im neuen Bus? Fast alle Alleinreisenden haben jetzt zwei Plätze für sich, nur ich musste weitere drei Stunden einen Kerl neben mir ertragen, der sich genauso breit machte, wie der erste. Nur während der letzten Stunde hatte auch ich endlich zwei Plätze für mich alleine. Im Erste-Klasse-Teil der Busse gibt es meist nur drei Plätze pro Reihe, links zwei Plätze nebeneinander und rechts nur einer. Und so einen Platz werde ich auf meiner nächsten Busfahrt haben. Das kostet nur etwa € 4 mehr, verschafft mir aber eine wesentlich angenehmere Fahrt. Bei Flügen bezahle ich ja auch € 12-14 für die Sitzplatzauswahl, damit ich nicht in der Mitte lande.
Genug des Meckerns. Nachdem der Bus mit mehr als einstündiger Verspätung gegen 22:30 Uhr in Resistencia ankam, klappte es zumindest problemlos mit einem Uber, sodass ich mich nicht auch noch mit Taxifahrern herumärgern musste. Mein Airbnb ist nichts Außergewöhnliches, aber nett genug für ein paar Tage.
Positiv überrascht hat mich die Stadt. Nicht, dass sie außerordentlich schön wäre (nach Buenos Aires hat wohl erstmal keine Stadt eine Chance), aber Resistencia hat eine sehr freundliche und relaxte Atmosphäre. Man sieht immer mal wieder Leute mit Pferdegespann durch die Straßen fahren, obwohl die Stadt mit etwa 300.000 Einwohnern nicht gerade klein ist. Es gibt viele Cafés, sehr nette Geschäfte und fast jeder fragt mich, woher ich komme und was ich hier mache :-). Da die Temperaturen jetzt doch sehr sommerlich sind, musste ich noch eine neue Sommerbluse kaufen und ein Gang zum Friseur war auch mal wieder notwendig.
Die Tagesplanung der Argentinier wird nerviger, je kleiner die Städte sind. Zwischen 12:30 und 16:00 Uhr ist hier so gut wie alles geschlossen. Viele Restaurants öffnen erst um 20:00 oder 21:00 Uhr. Aber es gibt hier Chipas. Das ist so ähnlich wie brasilianische Käsebrötchen, kommt aber aus Paraguay. Sehr preiswert und sehr yummy.
Ich glaube, ich hätte es hier noch eine weitere Woche ausgehalten und tatsächlich komme ich noch für eine Übernachtung zurück nach Resistencia, aber morgen geht es zu einer Estancia, um argentinisches Landleben kennenzulernen und endlich meine ersten Reitstunden zu haben.
Plaza Belgrano
Parque de la Democracia
Parque de la Democracia
Projekte "Rote Banken" gegen Gewalt an Frauen: "Zur Erinnerung an die Frauen, die von denjenigen ermordet wurden, die behaupteten, sie zu lieben"
Plaza 25 de Mayo
Kathedrale von Resistencia
Eva Perón darf natürlich auch hier nicht fehlen
Immer noch Plaza 25 de Mayo, der ist ziemlich groß









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