13/04/2023

Split, Kroatien


 Nachdem die Überfahrt mit der Fähre von Albanien nach Brindisi im Januar so gut geklappt hatte, dachte ich mir, ich mache das nochmal und buchte ein Ticket Ancona - Split. Mit Kabine inklusive Bad nur für mich alleine, damit es nicht in Stress ausartet. Dummerweise hat das Wetter nicht mitgespielt. Überhaupt nicht. Schon auf der Zugfahrt von Rimini nach Ancona, die direkt am Meer entlang ging, sah ich, dass die Wellen ziemlich hoch waren, habe mir aber nichts weiter dabei gedacht, denn so eine Fähre ist ja recht groß. Tatsächlich hat es die ganze Nacht geschaukelt und ich habe mich noch Stunden später wie betrunken gefühlt. An Schlaf war also so gut wie nicht zu denken. Als ich morgens die Fähre verließ, hat mich der Wind fast umgehauen und es war einfach nur arschkalt. Also habe ich Taxi statt Bus zum Airbnb genommen, obwohl ich schon ahnte, dass das ein Fehler war. 20 Euro für etwa 3 km. Sagte ich schon, dass ich Taxifahrer einfach nur hasse? Nun gut, ich war trotzdem froh, als ich wieder in einem Bett war, das nicht schaukelte und habe es am ersten Tag in Split nur einmal kurz verlassen, um mir etwas zu essen zu besorgen. 

Außerdem habe ich meinen Plan etwas geändert. Die geplanten zwei Wochen in Mostar, Bosnien fallen flach. Ich bleibe stattdessen bis zum 27. April in Split. Der Flug nach Deutschland ist eh von hier. Ich brauche einfach etwas Ruhe, zumal danach mit den zehn Tagen Deutschland und eine Woche Aruba ja auch wieder leicht Hektik angesagt ist. Nicht negativ gemeint, aber ich merke, dass mich das doch immer stresst, wenn ich viele Ortswechsel in kurzer Zeit habe. 

In der ersten Woche hier hatte ich ein sehr günstiges Zimmer. Zwar mit eigenem Bad, aber halt doch zur Wohnung eines kroatischen Ehepaars gehörend. Die Frau war sehr nett, aber der Mann war den ganzen Tag zu Hause, hat ständig vor der Glotze gesessen und geraucht und um die Küche zu gelangen, musste ich immer durchs Wohnzimmer. Und zweimal schlief der Mann dort morgens. Ganz seltsames Paar. Die Frau arbeitete und sprach ausgezeichnet Englisch, ihr Mann hingegen nur Kroatisch und offensichtlich arbeitslos. Sie meinte mindestens dreimal zu mir, man würde mich ja kaum sehen, sodass ich den Eindruck hatte, sie würde sich über Gesellschaft am Abend freuen. Ich kann mich aber beim besten Willen nicht in ein total verräuchertes Wohnzimmer setzen und außerdem habe ich ja abends oft Unterricht. Kurz und gut, länger als diese eine Woche hätte ich es dort nicht ausgehalten. 

Nun habe ich wieder eine nette kleine Wohnung für mich alleine. Zugebenermaßen recht teuer und auch sonst ist Split alles andere als günstig, ähnliche Preise wie in Italien. Aber da die Küche gut ausgestattet ist (wenn auch ohne Backofen), habe ich wieder in Kochmodus umgestellt. Das Wetter ist ganz okay. Oft windig und immer mal wieder Regen, aber so um die 18°C.

Split selber ist sehr nett mit einer langen Promenade am Meer und dem Marjan-Park, wo man wunderbar spazieren gehen kann. Viele Touristen im Zentrum (vor allem viele Deutsche, autsch), aber mein Airbnb liegt in einer total ruhigen Ecke. Sehr viele Häuser haben hier Schilder, dass Ferienwohnungen oder Zimmer zu vermieten sind. Neben mir ist noch ein Studio (meine Wohnung hat Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad), in dem momentan ein Tscheche wohnt, der remote arbeitet. 

Wirklich touristische Aktivitäten waren und sind nicht geplant, stattdessen werde ich die noch verbleibenden zwei Wochen in Ruhe genießen und freue mich dann auf den Besuch in Deutschland - diesmal ohne schwachsinnige Corona-"Maßnahmen". 

Das war ein 4-Euro-Latte Macchiato - aber lecker. Mein täglicher Cappuccino kostet normalerweise etwa € 2. 








Marjan-Park

Das kleine Schiff vor dem Kreuzfahrtschiff ist eine der Autofähren, mit der ich gekommen bin. Diese Fähren sind nicht gerade klein, aber diese blöden und unnötigen Kreuzfahrtschiffe sind nochmals um einiges größer. Nicht mal gegen Bezahlung würde ich eine Kreuzfahrt machen. Allein bei dem Gedanken an die vielen Menschen auf diesem begrenzten Raum wird mir regelrecht schlecht. 

Theater

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen