29/10/2025

Olá Brasil!

 

Blick vom Balkon meines Airbnbs in Recife

Von La Plata bis Recife sind es schlappe 5000 km. Das waren drei Flüge für mich. Der erste Flug brachte mich letzten Freitag von Buenos Aires nach Puerto Iguazú. Da Aerolíneas Argentinas mir einfach mal den Abflug-Airport geändert hatte, bin ich nicht von Buenos Aires' nettem Stadt-Flughafen Aeroparque abgeflogen, sondern musste nach Ezeiza, wo es einen Mini-Terminal für nationale Flüge gibt. Mein Uber-Fahrer war ein Peruaner, der erst seit zwei Wochen mit Uber unterwegs war und sich prompt verfahren hat. Zum Glück hatte ich genug Zeit eingeplant, da es Freitag wie aus Eimern schüttete. Mein Flug ist dann auch mit zwei Stunden Verspätung abgeflogen, was mich nicht so wirklich überrascht hat. 

Der Rest war unproblematisch. Mit dem Shuttle zum Busbahnhof Iguazú und dort fragen, wo die Busse nach Brasilien abfahren. Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt und in Foz do Iguaçu konnte ich in der Nähe meines Airbnbs aus dem Bus hüpfen und zum Airbnb laufen. 

Am Samstagvormittag bin ich zum Vogelpark Parque das Aves gefahren. Um mich herum nur brasilianische Besucher. Die internationalen Touristen besuchen den Park normalerweise nach den Wasserfällen. Ich selbst hatte keine Lust, mir die Wasserfälle an einem Wochenende anzutun. Der Vogelpark liegt ja direkt gegenüber und ich hatte schon bei der Ankunft gesehen, dass dort jede Menge Menschen waren. 

Am Sonntag war im Zentrum von Foz do Iguaçu tote Hose. Wie in Deutschland, alles geschlossen. Gut, fast alles, habe einen offenen Supermarkt gefunden. 

Am Montag standen dann zwei Flüge auf dem Programm, mit der brasilianischen Airline Azul. Die hat mich beeindruckt. Supermoderne Flugzeuge mit Bildschirm an jedem Sitz und definitiv mehr Platz als bei Aerolíneas Argentinas. Für meine Sitzplätze hatte ich allerdings zwangsweise bezahlen müssen, es gab keine andere Option. Zumindest nicht beim Online-Check-in. 

Zuerst ging es nach Campinas. Das liegt in der Nähe von São Paulo und der Flughafen ist um einiges größer, als ich gedacht hatte. Der Flug dauerte anderthalb Stunden. Der zweite Flug nach Recife war dann doppelt so lang. Über Recife hing eine dicke, dunkle Wolkendecke, die fast ein bisschen furchterregend war, aber die Landung war völlig problemlos. 

Mittlerweile haben immer mehr Flughäfen Bereiche, wo man auf sein Uber wartet. So auch Recife. Klappte also alles reibungslos. Mein Airbnb ist schön und der Stadtteil gefällt mir auch. Sehr modern und die Leute laufen mit Handy in der Hand auf der Straße, also sicher. Das Wetter ist genial. Tropisch und um die 30°C. Nicht zu heiß. Schauen wir mal, wie die eine Woche hier wird. 

Fotos vom Parque das Aves (Schmetterlinge gab es auch): 
















23/10/2025

La Plata und Abschied von Argentinien

 


Ich habe lange nichts geschrieben, weil es nichts zu erzählen gibt. La Plata ist nett, aber es ist natürlich nicht Buenos Aires. Die Stadt ist geplant und deshalb haben alle Straßen Nummern statt Namen. Das ist ein bisschen nervig. 

Die zwei Wochen mit Sergio waren auch eher nervig, um ehrlich zu sein. Statt produktiv zu sein, hat er sich ständig mit Familie und Freunden getroffen. Außerdem wird seine Handy-Abhängigkeit immer schlimmer. Der kann nicht fünf Minuten mit mir reden, ohne sein Handy in die Hand zu nehmen. 

Es passierten dann noch einige andere unlustige Sachen, die dazu geführt haben, dass ich die letzten zwei Nächte in La Plata in einem Hotel verbracht habe. Das hat den eh schon teuren Aufenthalt nochmals um 100 Euro teurer gemacht. Ich kann es nicht ändern. 

Aber ich habe alle Unterkünfte bis Anfang Januar reserviert und freue mich jetzt sehr auf die gut zwei Monate in Brasilien. Vor allem, weil es in Landesteile geht, wo ich noch nie war. Ich habe in den letzten Wochen mein Portugiesisch aufgefrischt und denke, es wird nett sein, mal ein paar Wochen kein Spanisch zu sprechen. 










27/09/2025

Von Uyuni nach La Plata

 


Von Uyuni bin ich also zur bolivianisch-argentinischen Grenze gefahren. Also, erst mit dem Bus nach Villazón (Bolivien) und von dort zu Fuß nach La Quiaca (Argentinien). Es war wieder schnell und unproblematisch. Schwupps, stand ich in Argentinien und in einer anderen Welt. Alles viel moderner und hübscher, selbst im kleinen La Quiaca. Dort habe ich einmal übernachtet und dann stand die letzte Busfahrt nach Salta an. Mit acht Stunden war es die längste, aber argentinische Busse sind viel bequemer (und haben eine Toilette) und die Straßen sind natürlich besser. Allerdings sind die argentinischen Busse notorisch unpünktlich. Diese Erfahrung hatte ich ja 2023 schon gemacht. Eigentlich sollte die Fahrt nach Salta nämlich nur sieben Stunden dauern, das hatte man mir gesagt. Mit Ausnahme von der Fahrt Copacabana - La Paz war ich in Bolivien immer pünktlich oder sogar früher angekommen. 

Egal, ich kam in Salta an, hatte ein nettes Airbnb-Studio mit Balkon in Zentrumsnähe und habe mir eine ruhige Woche gemacht. Salta und Jujuy wären einen längeren Aufenthalt wert gewesen. Vielleicht ein andermal. 









Gestern ging es dann Buenos Aires, ein zweistündiger Flug von Salta aus. Von dort mit dem Bus nach La Plata. Die Unterkunft hatte Sergio organisiert - und das war ein Fehler. Es war ein privates Arrangement mit der Besitzerin des Airbnbs, wo Sergio im Februar ein paar Tage gewesen war. Aber nicht die gleiche Wohnung, sondern eine andere und die stellte sich als "sehr basic" heraus. Und definitiv nicht geeignet für zwei Personen, die beide Wert auf Privatsphäre legen. Sergio wird ja ab dem 9. Oktober auch hier sein, 

Letztlich habe ich mit der Besitzerin darauf geeinigt, dass ich zwei Wochen alleine hier verbringe und die Hälfte des vereinbarten Preises bezahle (obwohl 500 Dollar für zwei Wochen für diese Wohnung völlig überteuert sind). Für die zwei Wochen mit Sergio habe ich dann ein nettes Airbnb ein paar Straßen weiter gefunden. Mit mehr Platz, einer schöneren Küche und einen Balkon. Also alles okay. 

Keine Ahnung, ob es noch einen weiteren Bericht aus La Plata gibt. So extrem interessant ist die Stadt nicht. Bin bis zum 24. Oktober hier. 

16/09/2025

Salar de Uyuni

 


Tja, was soll ich sagen? Der Salar de Uyuni ist einen Besuch wert. Die Landschaft ist surreal, als wäre man auf einem anderen Planet. Die Stadt Uyuni selbst ist entsetzlich, aber damit kann man für zwei Tage leben. Weitaus problematischer sind die Touren. Es ist nicht möglich, den Salar auf eigene Faust zu besuchen und die kürzeste Tour ist eine 1-Tage-Tour. Start morgens um 10:30 Uhr, Rückkehr eigentlich um 19:00 Uhr, in der Realität 20:30 Uhr. Eigentlich würde ein dreistündiger Ausflug vollkommen ausreichen. Stattdessen besteht mehr als die Hälfte der Tour aus Foto-Sessions, bei denen die spektakuläre Natur nur eine Nebenrolle spielt.

Es startet mit dem Friedhof der Züge. Die Provinz Potosí ist bekannt für seine Bergwerke. Früher vor allem Silber, Zink und Blei, heute spielen die enormen Lithium-Vorkommen gerade hier um Uyuni herum eine immer wichtigere Rolle. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Mineralien per Zug abtransportiert, aber irgendwann zogen sich die europäischen Firmen zurück und die Züge verrotteten. So entstand der Friedhof der Züge, der dann zur Touristenattraktion wurde. Man kann auf den Zügen herumklettern und natürlich Fotos machen. Dieser erste Stop dauerte fast eine Stunde und das fand ich schon viel zu lang. 






Der nächste Stopp war der obligatorische Souvenir-Läden-Stop, der auch Infos zur Salzherstellung beinhaltete. Das war interessant und mit einer halben Stunde okay. 

Danach ging es endlich zum Salar. Um diese Jahreszeit ist er größtenteils trocken, aber es gab auch einen Teil mit Wasser. Wir bekamen alle Gummistiefel und haben dort zu Mittag gegessen. Unser Tourguide hatte Tische und Hocker mitgebracht und Futter. Das war schön. Wir waren so gegen 14:00 Uhr fertig und ab dem Moment wurde es nervig, weil danach nur noch Fotosession-Stops folgten. Ein wenig gerettet hat mich eine Brasilianerin, die ebenfalls allein unterwegs war und sich freute, als ich ihr anbot, sie zu fotografieren. So ging die Zeit zunächst ein bisschen schneller herum. 

Zuerst der "Rallye Paris-Dakar"-Stop. Die Rallye fand tatsächlich einige Jahre in Bolivien statt, also haben sie auch daraus eine "Touristen-Attraktion" gemacht. 




Danach folgte der Stop "Salz-Kunstwerke". Das war nett, aber mehr als eine Stunde Aufenthalt war wieder übertrieben: 




Mittlerweile war es fast 17:00 Uhr und ich dachte, ich hätte es fast überstanden, da man mir bei der Buchung der Tour ja gesagt hatte, wir seien gegen 19:00 Uhr zurück in Uyuni. Pustekuchen. Es standen noch drei Foto-Sessions auf dem Programm. Diese schwachsinnigen Fotos, wo es so aussieht, als sei ein Dino hinter dir her oder die ganze Gruppe muss in die Luft springen oder merkwürdige Posen einnehmen. Das ist alles total fake, aber leider sind diese Fotos Teil der Tour. Ich habe das nicht mitgemacht und musste also warten. Foto-Session 2 war Sonnenuntergang mit Wein auf dem Wasser-Teil des Salars (wegen der Reflexionen). Auch das dauerte ewig und unsere Gruppe war eine der letzten, die endlich abfuhren, als es schon stockdunkel war. Dummerweise folgte dann noch ein Stopp. Im Dunkeln mit irgendwelchen Lichtern, die der Guide mitgebracht hatte. Ich saß im Auto und habe vor mich hingeflucht. Und ich war so müde. Um 20:30 Uhr waren wir dann endlich zurück in Uyuni. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht einmal bedankt habe, sondern einfach nur aus dem Auto gesprungen und so schnell wie möglich ins Hotel gelaufen bin. 

Nie wieder eine Tour, die länger als vier Stunden dauert. Das ist Stress pur. Zum Glück habe ich heute Ruhetag. Dafür muss ich morgen um 6:00 Uhr morgens am Busbahnhof sein. Das wird dann meine letzte Busfahrt in Bolivien. Und ich glaube, noch einmal werde ich das Land nicht besuchen. Es war nett und interessant, aber die sind in vielerlei Hinsicht einfach noch auf dem Stand der 1990er und ich merke, dass ich dafür keine Geduld mehr habe. Ich brauche einfach Zivilisation und funktionierende Städte, in denen alles vorhanden ist, was ich so brauche. 

Zum Schluss noch einige Fotos vom eigentlichen Salar: