15/11/2022

Liebenswertes Prizren


Prizren liegt im Südwesten des Kosovo und ist wahrscheinlich die hübscheste Stadt des Landes. Ich habe hier einen ähnlichen Mini-Break wie in Ohrid gemacht, aber diesmal mit Unterricht. Da ich wochentags nur noch abends 2-3 Stunden unterrichte, war das kein Problem. Ich neige ja nicht dazu, den ganzen Tag durch die Gegend zu laufen und dann abends total erschöpft zu sein. 

Mit dem Wetter hatte ich auch Glück. Als ich gestern ankam, schien die Sonne und heute war es zwar bewölkt, aber von den Temperaturen völlig okay. Die Busfahrt von Pristina nach Prizren dauerte knapp zwei Stunden und kostete 5 Euro. Wir haben ziemlich oft angehalten, damit Leute ein- und aussteigen können. 

Ich habe hier ein sehr nettes Hotel mit super Frühstück im Zentrum. Und natürlich sprechen die Besitzer Deutsch. Es ist wirklich verrückt, wie viele Menschen im Kosovo Deutsch sprechen. 

Gestern habe ich einen Stadtbummel gemacht und heute bin ich hoch zur Festung. Es ging ziemlich steil hoch und ich habe entsprechend geschnauft. Trotzdem war zurück stressiger. Ich laufe nicht gerne steile Wege herunter, weil ich immer Panik habe, dass ich ausrutsche. Aber natürlich ist alles gut gegangen und ich habe mir dann unten in der Stadt noch einen Cappuccino gegönnt. 

Es gibt hier recht viele Moscheen und ich muss ganz ehrlich sagen, dass diese Gebetsaufrufe absolut nervig sind. Allerdings machen die Menschen nicht den Eindruck, sonderlich religiös zu sein. Man sieht weniger Frauen mit Kopftuch als in Deutschland. Zum Glück sind diese Gebetsaufrufe nicht allzu laut. 

Nun hat es doch angefangen zu regnen und ich sitze auf dem Bett, schreibe und lese ein bisschen. 

Hier ist eine Auswahl an Fotos aus Prizren. 

Stadtzentrum mit Moschee im Hintergrund

Entlang des kleinen Flusses gibt es viele Cafés. Oben auf dem Berg ist die Festung. 

Eine der Gassen im Zentrum

Eine der Moscheen

Eine Kirche gibt es auch

Blick auf Prizren von der Festung aus

Teile der Festung

Die Berge hinter der Festung

Moschee mit Souvenir-Ständen nebenan

Sieht alles sehr orientalisch aus

Mein Cappuccino war sehr mini und kam mit Sahne :-). Kostete €1,50. 

Mein nächster Mini-Break kommt im Januar. Die nächsten zwei Monate werde ich in Albanien verbringen und hoffe, dass es nicht allzu kalt wird. In der Expat-Gruppe wurde mir gesagt, dass es in Tirana verboten ist, drinnen zu rauchen. Das freut mich sehr, denn Tirana hat weltweit die höchste Dichte an Cafés pro Einwohner und ich habe keine Lust, immer nur in meinem Airbnb zu sitzen, wenn ich etwas schreiben muss. 

09/11/2022

Eindrücke aus Prishtina

 

Die Hauptstadt des Kosovo ist keine Schönheit, aber sie hat Charakter und Atmosphäre. Zumindest die Innenstadt. Und sehr nette und freundliche Menschen. Gut, das war in Serbien und Mazedonien nicht anders, aber der Kosovo ist nicht wirklich touristisch und die Menschen waren neugieriger und haben oft gefragt, woher ich komme. Deutschland ist hier sehr populär und Deutsch die zweite Fremdsprache in der Schule, hat man mir erzählt. Auf der Straße höre ich fast nur Albanisch, obwohl Serbisch die zweite Amtssprache ist. Aber fast alle Menschen hier sind ethnische Albaner. Es sind auch fast alle Muslime, aber trotzdem laufen weniger Frauen mit Kopftuch herum, als es in Deutschland der Fall ist und auch weniger als in Skopje. Die große Fußgängerstraße heißt Mutter-Teresa-Boulevard und es gibt auch eine Mutter-Teresa-Katedrale. Offensichtlich ist die Nationalität von Mutter Teresa (gebürtige Albanerin) also wichtiger als ihre Religionszugehörigkeit (katholisch). Statuen von Bill Clinton und Madeleine Albright gibt es auch, worüber man natürlich geteilter Meinung sein darf. 

Total verrückt ist, dass hier auch wochentags total viele Menschen auf der Straße und die Cafés voll sind. Als ob niemand arbeiten würde. Sowas habe ich echt noch nie erlebt - außer natürlich in Touristenorten im Sommer. Mittlerweile finde ich das übrigens ziemlich nervig, denn Menschenmassen um mich herum mag ich nun einmal nicht. 

Der Herbst ist jetzt auch endlich angekommen und es wird zunehmend kühler. Das hat den großen Nachteil, dass ich nicht mehr im Straßen-Café sitzen kann. Ich habe es einmal drinnen versucht, aber die Leute hier rauchen genauso schlimm wie in Serbien und das halte ich einfach nicht aus. Ich fürchte, in Albanien wird es genauso sein, also gibt es bis Mitte Januar wohl nur Pulver-Cappuccino aus dem Supermarkt :-(. 

Beim Friseur war ich auch. Der neue Haarschnitt ist kürzer geraten, als ich mir vorgestellt hatte. Es fühlt sich etwas seltsam an, nach hinten zu fassen und plötzlich sind irgendwie fast keine Haare mehr da. Wirklich happy bin ich nicht, aber zum Glück haben Haare ja die Eigenschaft, dass sie nachwachsen. 

Wenigsten sieht man jetzt endlich meine vielen hübschen Ohrringe :-)

Mutter-Teresa-Katedrale

Das ist die sehr futuristisch wirkende Universitätsbibliothek von Prishtina

Der Bau der serbisch-orthodoxen Christ-Erlöser-Kirche begann 1995 und wurde von Belgrad aus forciert. Das Gebäude ist weiterhin ein Rohbau und es ist nicht klar, was damit passieren soll. 

02/11/2022

Hallo Kosovo - Europas jüngster Staat

 


So schnell bin ich noch nie von einem Land ins andere gekommen. Abfahrt in Skopje um 11:45 Uhr, Ankunft in Prishtina um 13:30 Uhr. Im Bus mussten wir uns mit Namen und Passnummer in eine Liste eintragen, die wurde auf der nordmazedonischen Seite abgegeben, das war's. Auf der kosovarischen Seite mussten wir einmal aussteigen, aber auch das war eine Sache von fünf Minuten. Der Grenzbeamte sprach Deutsch mit mir, als er meinen Pass sah und der Taxifahrer in Prishtina erzählt mir auf Englisch, dass zwei seiner Söhne in München leben würden. 

Der erste Eindruck ist sehr nett und es ist ganz angenehm, mal wieder Euro benutzen zu können. Eine Kugel Eis kostet hier 50 Cent :-). Und natürlich ist es genial, im November noch Eis essen zu können. Dafür ist mein Handy-Internet teurer als in Nordmazedonien und Serbien, 20 Euro für 10 GB. 

Mein Airbnb liegt ziemlich zentral und es gibt jede Menge Cafés in der Nähe. Nervig ist nur, dass es jetzt um 17:00 Uhr tatsächlich schon total dunkel ist. 

Blick vom Balkon. Nur 5. Stock diesmal. 

30/10/2022

Skopje - Stadt der Statuen und neuen alten Gebäude


Es war ein etwas merkwürdiger Monat. Ich hatte nämlich überhaupt keine Lust auf touristische Aktivitäten. Natürlich bin ich durch die Stadt gelaufen, aber ich habe keine Ausflüge gemacht. Das ist okay. Ich hatte ein sehr gemütliches Airbnb mit einer gut ausgestatteten Küche und Balkon. Wenn ich nicht gearbeitet habe, habe ich viel Elvis gehört und viel gelesen. Und meine Kurse gemacht und weiter Russisch und Ungarisch gelernt. 

Skopje ist lustig. Es gibt ganz viele Gebäude, die aussehen, als wären sie im 19. Jahrhundert gebaut, aber tatsächlich sind sie erst ein paar Jahre alt. Dazu jede Menge Statuen, teilweise extrem kitschig. Auch alles neu. Es gibt jede Menge Cafés und Restaurants, aber keine richtige Fußgängerzone. Der alte Basar ist interessant, aber zu viele Menschen für meinen Geschmack. Kurz und gut, diese 4 Wochen gingen ziemlich schnell und ereignislos vorbei. Deshalb gibt es nicht wirklich etwas zu berichten, aber hier sind noch ein paar Fotos: 

Aussicht vom Balkon. Mein Airbnb war im 15. Stock. 

Diese Kirche steht gegenüber vom Busbahnhof

Wie gesagt, sehr merkwürdige Statuen/Denkmäler

Weder die Gebäude noch das Schiff sind alt

Aber die mazedonische Flagge ist hübsch

Wie gesagt, überall Statuen :-)

Mutter Theresa wurde in Skopje geboren und deshalb gibt es ein Gedenkhaus (und eine Statue)

Das war mein Gebäude. Es heißt Flatiron.

Sagte ich schon, dass es jede Menge Statuen gibt? 

Und ein letztes Foto. Natürlich mit Statue. 

Das Wetter war übrigens total sommerlich, um die 25°C tagsüber und viel Sonne. Am Mittwoch geht es weiter nach Prishtina. Das ist die Hauptstadt des Kosovo. 

04/10/2022

Katzenstadt Ohrid


Manche Dinge sind einfach perfekt und meine zwei Tage in Ohrid gehören dazu. Das Wetter hat mitgespielt, meine Unterkunft war super und der See ist einfach traumhaft schön. Es gab noch mehr Touristen, als ich gedacht hatte und ich habe viel Deutsch gehört. Lag vielleicht daran, dass der 3. Oktober in Deutschland ein Feiertag ist. Heute hatte ich ein nettes Gespräch mit einer Familie aus Norwegen. Wir hatten auf der Festung einige Worte auf Englisch gewechselt und nachdem ich sie untereinander sprechen hörte und das sehr skandinavisch klang, habe ich sie gefragt, woher sie kommen. 

Die Mazedonier scheinen alle Englisch zu sprechen. Selbst die Frau auf der Post ist sofort ins Englische gewechselt. Das war in Serbien anders gewesen und deshalb hatte ich mir alle notwendigen Wörter auf Mazedonisch übersetzt. Ist übrigens dem Serbischen recht ähnlich. Was die Preise betrifft, so ist es hier teurer als in Serbien, aber das kann auch daran liegen, dass Ohrid so touristisch ist und ich nur im Stadtzentrum unterwegs war. Mal sehen, wie das in Skopje ist. 

Es gibt total viele Katzen hier und die meisten sind nicht scheu. Das Beste war, als ich gestern in einem Restaurant beim Mittagessen saß und mein Moussaka verspeisen wollte. Plötzlich standen drei Katzenkinder neben mir und forderten laut miauend ihren Anteil. Sie haben ihn bekommen. 

Ich habe unglaublich viele Bilder gemacht und werde einfach mal einige davon posten und kurz kommentieren, bevor ich hier einen langen Text schreibe. 

Aussicht von meinem Balkon. Im ganzen historischen Zentrum sind Apartments zu mieten. 

Seeromantik

Es gibt verdammt viele Kirchen und ich habe keine Ahnung, welche dies nun ist. 

Spaziergang am See

Auf der anderen Seite müsste schon Albanien sein. 

Sieht fast aus wie ein Gemälde, die Farben des Sees sind unglaublich. 

Hier noch einmal dieses wunderschöne Blau. 

Viel Wald gibt es auch. 

Die berühmteste Kirche in voller Schönheit

Das ist das Antike Theater. Diese Stadt ist sehr alt. Laut griechischer Mythologie wurde sie etwa 2000 v. Christus von dem phönizischen König Cadmus unter dem Namen Lychnidos gegründet. Ausgrabungen haben ergeben, dass Ohrid auf jeden Fall schon im 4. Jahrhundert v. Chr. existierte. 

Ich glaube, das ist ein Kloster. 

Wie gesagt, Katzenstadt

Und noch eine Mieze

Solche Gassen sind überall. Das historische Zentrum ist UNESCO-Weltkulturerbe. 

Auch das hier ist eine nette Idee

Das war die Katzenbande beim Mittagessen. 

Moscheen gibt es auch. 

Ein bisschen Arbeit mit schöner Aussicht und mit Katze

Die Festung ist riesig, aber es sind nur noch die Mauern und einige Türme erhalten. 

Und natürlich hat man eine wunderschöne Aussicht auf den See. 

Cappuccino muss auch sein. Kostet hier €1,50. 

Dieser Turm wurde von Türken gebaut. Im 18. Jahrhundert. 

Noch eine Mieze mitten auf der Straße

Mein letzter Spaziergang

Das war also mein Start in Nordmazedonien. Morgen geht es für vier Wochen nach Skopje und wenn das Wetter mitspielt, sind zwei oder drei Tagesausflüge geplant.