09/11/2022

Eindrücke aus Prishtina

 

Die Hauptstadt des Kosovo ist keine Schönheit, aber sie hat Charakter und Atmosphäre. Zumindest die Innenstadt. Und sehr nette und freundliche Menschen. Gut, das war in Serbien und Mazedonien nicht anders, aber der Kosovo ist nicht wirklich touristisch und die Menschen waren neugieriger und haben oft gefragt, woher ich komme. Deutschland ist hier sehr populär und Deutsch die zweite Fremdsprache in der Schule, hat man mir erzählt. Auf der Straße höre ich fast nur Albanisch, obwohl Serbisch die zweite Amtssprache ist. Aber fast alle Menschen hier sind ethnische Albaner. Es sind auch fast alle Muslime, aber trotzdem laufen weniger Frauen mit Kopftuch herum, als es in Deutschland der Fall ist und auch weniger als in Skopje. Die große Fußgängerstraße heißt Mutter-Teresa-Boulevard und es gibt auch eine Mutter-Teresa-Katedrale. Offensichtlich ist die Nationalität von Mutter Teresa (gebürtige Albanerin) also wichtiger als ihre Religionszugehörigkeit (katholisch). Statuen von Bill Clinton und Madeleine Albright gibt es auch, worüber man natürlich geteilter Meinung sein darf. 

Total verrückt ist, dass hier auch wochentags total viele Menschen auf der Straße und die Cafés voll sind. Als ob niemand arbeiten würde. Sowas habe ich echt noch nie erlebt - außer natürlich in Touristenorten im Sommer. Mittlerweile finde ich das übrigens ziemlich nervig, denn Menschenmassen um mich herum mag ich nun einmal nicht. 

Der Herbst ist jetzt auch endlich angekommen und es wird zunehmend kühler. Das hat den großen Nachteil, dass ich nicht mehr im Straßen-Café sitzen kann. Ich habe es einmal drinnen versucht, aber die Leute hier rauchen genauso schlimm wie in Serbien und das halte ich einfach nicht aus. Ich fürchte, in Albanien wird es genauso sein, also gibt es bis Mitte Januar wohl nur Pulver-Cappuccino aus dem Supermarkt :-(. 

Beim Friseur war ich auch. Der neue Haarschnitt ist kürzer geraten, als ich mir vorgestellt hatte. Es fühlt sich etwas seltsam an, nach hinten zu fassen und plötzlich sind irgendwie fast keine Haare mehr da. Wirklich happy bin ich nicht, aber zum Glück haben Haare ja die Eigenschaft, dass sie nachwachsen. 

Wenigsten sieht man jetzt endlich meine vielen hübschen Ohrringe :-)

Mutter-Teresa-Katedrale

Das ist die sehr futuristisch wirkende Universitätsbibliothek von Prishtina

Der Bau der serbisch-orthodoxen Christ-Erlöser-Kirche begann 1995 und wurde von Belgrad aus forciert. Das Gebäude ist weiterhin ein Rohbau und es ist nicht klar, was damit passieren soll. 

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