04/02/2024

Pinguine und andere Viecher in Patagonien

 

Zur Abwechslung wollte ich meinen Geburtstag mal nicht komplett ignorieren, sondern zumindest ein paar Tage Urlaub machen. Also raus aus Buenos Aires und nicht arbeiten. 

Eigentlich steht El Calafate mit dem Perito-Moreno-Gletscher ganz oben auf meiner Wunschliste für Ziele in Argentinien, aber die Flüge waren fies teuer. Es sollte ein bisschen Natur sein, also fielen die städtischen Ziele flach und so bin ich schließlich bei Puerto Madryn gelandet. Das liegt in auch in Patagonien, aber auf der Atlantik-Seite. Knapp zwei Stunden Flug von Buenos Aires. Eigentlich wollte ich nur drei Nächte bleiben, aber die Fluggesellschaft (FlyBondi) hat mir meinen Rückflug von Samstag auf Sonntag verschoben. Im Nachhinein war das mein Glück, denn am Freitag machten zwei riesige Kreuzfahrtschiffe in Puerto Madryn Station und die Tour Guides hier erzählten, dass dann die Ausflugsziele immer total überfüllt sind. Also bin ich am Freitag in Puerto Madryn geblieben. Das war auch deshalb ganz gut, weil mich so eine 10-Stunden-Tour ganz schön stresst. Also, nicht direkt stresst, aber mein introvertiertes Ich hat eigentlich spätestens nach vier Stunden die Schnauze voll von Mitmenschen. Aber ab und zu muss ich da durch und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. 

Anflug auf Puerto Madryn

Plaza Puerto Madryn

Strandpromenade Puerto Madryn mit Kreuzfahrtschiff im Hintergrund

Am Donnerstag habe ich die Tour zur Halbinsel Valdés gemacht. Zusammen mit einem älteren französischen Ehepaar, das extrem unfreundlich war. Aber der Tour Guide war nett, von daher kein Problem. Auf der Halbinsel Valdés gibt es ein Dorf, Puerto Piramides, wo man auch übernachten kann und von wo aus die Boote zur Walbeobachtung abfahren. Die Walsaison endet allerdings im Dezember. Nur die Orcas sind das ganze Jahr über irgendwo in der Nähe, aber man muss Glück haben, um sie zu Gesicht zu bekommen. Dieses Glück hatte ich leider nicht. Dafür gab es jede Menge Seelöwen mit ihren Jungen, noch einige Seeelefanten und eine kleine Pinguin-Kolonie. Außerdem haben wir Guanacos, Füchse, Nandus und Gürteltiere gesehen. 

Guanacos

Der Vogel da oben ist ein Geier. Typische Vegetation, Halbwüste

Puerto Piramides

Puerto Piramides

Alles Fossilien. Darf man nicht klauen bzw zumindest nicht mit ins Flugzeug nehmen. 

Puerto Piramides

Puerto Piramides

Puerto Piramides

Puerto Piramides


Guanacos

Pinguin-Kolonie Peninsula Valdés


Hätte den Orca lieber im Meer gesehen

Peninsula Valdés

Peninsula Valdés

Links die argentinische Nationalflagge, rechts die Flagge der Provinz Chubut

Faule Seeelefanten

Seelöwen


Armadillo peludo patagónica - Behaartes patagonisches Gürteltier

Am Freitag, meinem Geburtstag, war ich also im Airbnb, habe mir aber ein leckeres Frühstück in einem Café mit belgischem Besitzer gegönnt. 


Heute stand die Tour nach Punta Tombo auf dem Programm. Dort befindet sich die weltweit größte Kolonie von Magellan-Pinguinen. Das sind nette kleine Pinguine, die es lieber etwas wärmer mögen. Im Sommer sind sie hier und bekommen ihre Jungen und ab April ziehen sie dann weiter Richtung Brasilien. Es war total schön, Pinguine mal in der Natur beobachten zu können, auch beim Schwimmen. Diesmal waren wir eine größere Gruppe, ein Paar aus Rosario, ein Paar aus Buenos Aires, zwei Amerikanerinnen, eine Britin und ich. Alle sprachen Spanisch und alle waren sehr nett. 






















Pinguine haben Vorfahrt :-)

12/01/2024

Alltag in Buenos Aires

 


Ich bin tatsächlich schon fast fünf Wochen in Buenos Aires. Wow, die Zeit vergeht wirklich schnell. Über die Krise mache ich mir nicht ganz so viele Gedanken. Argentinien ist auf eine seltsame Weise stabil. Trotz einer Inflation von 211% für 2023, höher als Venezuela. Aber das Leben geht weiter. Auch die Argentinier lassen sich irgendwie nicht total davon beeindrucken. Buenos Aires ist relativ leer, weil ganz viele Leute in Urlaub sind. Florianópolis in Brasilien ist sehr beliebt und natürlich die nationalen Ziele. Davon haben sie ja genug. 

Was mich betrifft, so habe ich den Vertrag für meine Baulera unterschrieben, die Lagereinheit, wo ich Dinge verstauen kann, wenn ich Mitte Februar nach Lima fliege. Und wenn ich zurückkomme, möchte ich mir eine Wohnung suchen, die näher Richtung Zentrum liegt. Hier in Núñez ist es schön, aber langfristig fände ich einen anderen Stadtteil besser, denke ich. Nächste Woche ziehe ich ja nach Villa Crespo um. Mal sehen, wie es dort ist. 

Ich habe jetzt drei Sprachstunden pro Woche. Das ist ziemlich viel, aber superbillig, weil es eine argentinische Online-Schule ist, die von einer Russin gegründet wurde. Mit dieser Russin und einer Argentinierin in Mar del Plata mache ich freitags zusammen einen Konversationskurs Portugiesisch. Mittwochs habe ich zusammen mit zwei Argentiniern Russischunterricht und samstags Einzelunterricht Französisch mit einen russischen Lehrer, der auch in Russland lebt. Macht total viel Spaß. 

Hier sind noch ein paar Fotos aus Buenos Aires: 




Kathedrale - Sieht irgendwie aus wie ein griechischer Tempel







Plaza de Mayo








Gerade viele kleinere Straßen haben diese großen Bäume. Im Sommer sehr angenehm wegen Schatten. 

Und ganz ehrlich, man muss diese Stadt einfach lieben. Sie ist sooooo schön. 


31/12/2023

Rückblick 2023 und Ausblick auf 2024

Die argentinischen Züge fahren nicht weit, sind eher wie S-Bahnen. Das hier ist Bahnhof Núñez

Ich habe mir gerade noch einmal meinen Rückblick/Ausblick-Artikel von vor einem Jahr durchgelesen. Äh, ist irgendwie mal wieder anders gelaufen, als ich so gedacht hatte. Vor einem Jahr war ich in Albanien, jetzt in Argentinien. Dieses Jahr  war ich in elf verschiedenen Ländern, aber manchmal nur sehr kurz: Albanien, Italien, Vatikan, San Marino, Kroatien, Deutschland, Aruba, Peru, Argentinien, Paraguay und Bolivien. 

Hier noch einmal Monat für Monat: 

Januar - März: Das waren Anfang Januar die letzten Tage in Vlora/Albanien und dann ging es mit der Fähre rüber nach Italien. Mit Ausnahme des wirklich schönen Aufenthalts auf Sizilien bin ich da viel zu schnell gereist und war Ende März entsprechend erledigt. Kurze Ausflüge in den Vatikan und nach San Marino gab es auch, was auf jeden Fall interessant war. 

April: Drei Wochen in Split/Kroatien. Geplant war eine Woche und dann weiter nach Bosnien, aber aufgrund von Reisemüdigkeit bin ich in Kroatien geblieben und von dort nach Deutschland geflogen. 

Mai: Besuch bei den Kindern und in Herford. Immer schön. Dann der Flug von Amsterdam nach Aruba, wo es mir gar nicht gefallen hat, sodass ich sehr froh war, als ich Mitte Mai dann nach knapp 15 Monaten Abwesenheit mal wieder in Lima landete. 

Juni/Juli: Argentinien. Erst Buenos Aires, dann per Bus in Etappen bis an die paraguayische Grenze. 

August/September: Drei Tage Paraguay und von dort zurück nach Lima, um meinen Pass abzuholen. 

September/Oktober: Mein Aufenthalt in Santa Cruz/Bolivien war entspannt in einem netten Airbnb, aber nicht wirklich ereignisreich. 

November: Ab nach Paraguay, um die Aufenthaltserlaubnis zu beantragen. Fünf Wochen Asunción waren zu lang. Das ist keine Stadt, wo ich nochmal längere Zeit verbringen möchte. 

Dezember: Zurück nach Buenos Aires, wo nun bis Mitte Februar bleiben werden. 

Arbeitsmäßig positiv war, dass ich tatsächlich keine neuen Schüler genommen habe bzw nehmen musste. Es sind jetzt noch 12, von denen eine Russin und ein Amerikaner zwei Stunden pro Woche machen. Also maximal 14 Stunden Unterricht pro Woche, aber durchschnittlich eher 10. Die Buchverkäufe sind stabil, sollten aber steigen. Das Problem ist, dass immer so viel zu machen ist bzw wäre und ich das irgendwie nie so richtig auf die Reihe bekomme. Ich bräuchte dringend eine Assistentin, aber dafür fehlt das Geld. 

Ausblick auf 2024: Ich werde nicht nach Europa fliegen. Jaci und Felix kommen auf jeden Fall, wenn auch erst im November und Thiago kann ich hoffentlich auch noch überreden. Plan ist, den größten Teil des Jahres in Argentinien zu verbringen, aber ich möchte auf jeden Fall auch Chile besuchen. Und vielleicht im hiesigen Winter für einige Wochen nach Brasilien. 

Bahnhof Tigre, Provinz Buenos Aires (ca 40 min mit dem Zug von Núñez)

Selbsterklärend

Gebäude an der Avenida del Libertador

Park in Palermo

Buenos Aires ist unglaublich grün

Das ist ein Café, aber ich war nicht drin

Nochmal Park in Palermo

Café gleich um die Ecke, perfekt, um schnell einen Cappuccino zu trinken