Normalerweise bedeutet Winter in Lima, dass die Temperaturen im Juli und August auf 14-15°C fallen, was sich aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit immer wesentlich kälter anfühlt. Das mit der Luftfeuchtigkeit ist hier ja so eine komische Sache. In Lima regnet es nur extrem selten, aber es ist kein trockenes Wüstenklima, sondern ein feuchtes. Die Konsequenz ist, dass sich Temperaturen unter 20°C immer wesentlich kälter und Temperaturen über 20°C wesentlich wärmer anfühlen. Im Winter haben wir normalerweise so gut wie keine Sonne.
Aber dieses Jahr ist alles anders. Der Pazifik ist schuld. Alle paar Jahre gibt es ein El Niño-Phänomen, d.h. das Wasser im Pazifik ist wesentlich wärmer als normalerweise. Das hat Auswirkungen auf die Küsten von Peru und Ecuador. Es ist wärmer und es regnet mehr. Letzteres nicht in Lima, sondern weiter im Norden. Dieses Jahr ist das El Niño-Phänomen extrem. Selbst die Peruaner laufen in Sommerkleidung herum. Wir hatten nicht einmal Temperaturen unter 20°C, auch nicht nachts. Ich hatte im Mai ein paar Pullover gekauft und die liegen nun unbenutzt im Schrank. Die Geschäfte bleiben auf ihrer Winterkollektion sitzen.
In den Anden ist oder war es übrigens schweinekalt. Chile hatte meterhoch Schnee und auch in Peru war es auf großer Höhe weiß. Ganz ehrlich, in diesen Andenorten auf über 3500 Meter Höhe könnte ich nicht leben. Da hatte ich letztes Jahr am Titicaca-See und in Bolivien Glück, dass der Winter relativ mild war.
Außerdem haben wir dieses Jahr ziemlich viele Mini-Erdbeben. Gefühlt wackelt es einmal pro Woche. Tut es tatsächlich, sogar öfter, aber das meiste merkt man ja nicht. Im siebten Stock merke ich es mehr, als jemand, der im Erdgeschoss wohnt.
Letztes Wochenende war ich leicht frustriert, weil ich hier sitze, während es in Deutschland ein tolles Elvis-Event gab. Ich habe tatsächlich ChatGPT dazu befragt, ob eine Rückkehr nach Deutschland Sinn machen würde, aber das täte es nur, wenn ich Bürgergeld beantragen oder mein Einkommen um mindestens das Dreifache erhöhen würde. Die Kosten in Deutschland sind einfach irrsinnig hoch und alles ist Zwang. Ich muss eine Krankenversicherung haben, ich muss in die Rentenversicherung einzahlen. Es ist völlig egal, dass ich nie krank bin, in meinem Alter wäre der Beitrag bei Selbständigkeit irrsinnig hoch. Hier bezahle ich monatlich etwa 25 Euro für das peruanische System und gut 100 Euro für meine internationale private KV für stationäre Behandlungen mit 500 Euro Selbstbehalt pro Jahr. Was ich in die peruanische Rentenkasse einzahle, ist meins, d.h. ich bekomme es mit 65 ausgezahlt oder wenn ich das Land verlasse.
Also keine Rückkehr nach Deutschland oder in die EU, aber nächstes Jahr findet im August das Elvis-Fanclub-Treffen in Regensburg statt und da werde ich dabei sein. Am 16. August 2027 ist Elvis' 50. Todestag. Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Und es kommt weiterhin jede Menge Neues von Elvis heraus. Ich könnte jeden Monat problemlos einen vierstelligen Betrag für Elvis ausgeben. Vielleicht sollte ich schauen, dass ich mein Einkommen um das Zehnfache erhöhe. Dann könnte ich auch eine Wohnung mit Riesenterrasse direkt am Pazifik mieten. Sowas wie auf dem Foto unten. Stattdessen werde ich meine Dollar zusammenhalten, weil ich nächstes Jahr auch einen neuen Laptop brauche.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen