Plaza de Armas, Encarnación
Ein neues Land! Obwohl, ich war vor knapp 25 Jahren ja schon mal ein paar Tage in Paraguay, als ich mich mit den Kindern ohne Erlaubnis ihres Vaters aus Brasilien abgesetzt habe. Das war im Februar und so heiß, dass Jaci unter der Windel einen knallroten Popo bekam und ab dem zweiten Tag ohne Pampers durch die Gegend lief. Daran kann ich mich gut erinnern :-).
Diesmal war die Einreise weniger dramatisch, einfach eine zehnminütige Fahrt in einem ziemlich vollen Zug über die Brücke von Posadas nach Encarnación. Lustig war, dass wir um 12:45 Uhr abgefahren sind und um 11:55 Uhr ankamen. Argentinien und Paraguay liegen nämlich in verschiedenen Zeitzonen.
Es dauerte ein Weilchen, bis alle durch Migraciones durch waren und dann stand ich in so einem Einkaufsviertel und musste erstmal etwa ein Dutzend Leute abwehren, die mir etwas verkaufen oder Geld wechseln wollte. Irgendwann konnte ich mir dann an einer ruhigeren Ecke ein Uber rufen, das mich zu meinem wirklich sehr netten Hotel brachte:
Garten und Swimmingpool im Hotel
Sie haben einen richtigen Strand hier und man kann im Fluss auch schwimmen
Skyline von Posadas im Hintergrund
Man konnte wohl mal mit dem Zug von Buenos Aires nach Asunción fahren
Am Freitag ging es mit dem Bus nach Asunción. Zu meinem großen Erstaunen war der Bus absolut pünktlich, Abfahrt und Ankunft. Entweder war es Zufall oder die Paraguayer sind da besser als die Argentinier. Es war auch nett, dass jeder vor dem Einsteigen eine Flasche Wasser bekam. Das kannte ich bisher nur aus Mexiko. Zweimal stiegen bei kurzen Stopps ambulante Chipa-Verkäufer ein. Sehr praktisch.
Der Busbahnhof von Asunción machte einen eher chaotischen Eindruck, aber ich konnte ohne Probleme ein Uber rufen, das mich zu meiner Unterkunft in der Nähe des Flughafens brachte.
Der Wecker klingelte um 3:45 Uhr, was für mich tödlich ist. Der Flughafen von Asunción ist so mini, dass ich innerhalb von 10 Minuten Security Control und Migraciones hinter mich gebracht hatte. Frecherweise haben sie mir meine Nagelschere geklaut. Selbst in Europa war die immer durchgegangen und Paraguay war der letzte Ort, wo ich damit gerechnet hätte, dass sie sie mir abnehmen würden. Natürlich habe ich ordentlich geflucht. Ich hänge an meinen wenigen Besitztümern und mag es gar nicht, wenn man mir sie einfach wegnimmt.
Der Flug nach Lima war unspektakulär und netterweise kamen wir 20 Minuten früher an als geplant. Die Dame bei Migraciones studierte 10 Minuten die Einträge auf ihrem Bildschirm, fragte aber nur, wie lange ich bleiben würde und war schließlich so gnädig, mich durchzuwinken. Es gibt jetzt keinen Stempel mehr im Pass und die dumme Tussi hat auch nichts gesagt, sodass ich selber nachschauen musste. 60 Tage hat sie mir gegeben. Ich habe nicht vor, so lange in Peru zu bleiben, aber das hängt ja nicht von mir ab, sondern von meinem verflixten Pass, der immer noch nicht angekommen ist. Vielleicht hätte ich das doch lieber in Herford machen sollen. Aber bleiben wir mal optimistisch und hoffen, dass ich ihn noch diesen Monat bekomme.







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